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Medien & UnterhaltungDienstag, 23. Juni 2026

Als der echte Spider-Man gegen seine Doppelgänger verlor

Ein getarnter Auftritt, eine folgenreiche Jury-Entscheidung und die Kunst, das Private hinter der öffentlichen Rolle zu verbergen.

In einer Madrider Halle standen sieben kostümierte Gestalten, alle in den gleichen blau-roten Anzügen, und warteten auf das Urteil. Einer von ihnen war Tom Holland, der seit fast einem Jahrzehnt den Peter Parker verkörpert, doch niemand im Publikum wusste es. Der britische Schauspieler hatte sich, auf Einladung des spanischen Streamers Ibai Llanos, unter die Imitatoren gemischt – eine Pointe, die erst in dem Moment ihre volle Wirkung entfaltete, als die Maske fiel und der Verlierer des Wettbewerbs sich als das Original entpuppte. Den Ausschlag gab ausgerechnet Zendaya, die in der finalen Runde als Gastjurorin hinzugezogen wurde und ihre Stimme einem anderen Teilnehmer gab. Was als spielerische Promotion für den neuen Spider-Man-Film begann, wurde zu einer kleinen Parabel über die Austauschbarkeit von Identitäten, wenn die Kostüme erst einmal angelegt sind.

Die Szene gehört zur Vorab-Promotion von „Spider-Man: Brand New Day“, der am 31. Juli in die Kinos kommt und Holland nach den Ereignissen von „No Way Home“ in eine Welt zurückführt, in der niemand mehr weiss, wer Peter Parker ist. Dass ausgerechnet das Paar, das seit 2021 auch abseits der Leinwand ein Paar ist, diese Konstellation von Erkennen und Vergessen öffentlich ausagiert, verleiht den Auftritten eine zweite Ebene. Wenige Tage nach dem Madrider Wettbewerb veröffentlichten beide erstmals seit Jahren wieder private Paarfotos in ihren sozialen Netzwerken: ein Selfie, auf dem Holland den Kopf der Schauspielerin küsst, und ein Schnappschuss vom roten Teppich, lachend, ohne Pose. Zuvor hatte Holland gegenüber der Presse beiläufig bestätigt, dass sie inzwischen verheiratet seien – mehr nicht, die Details blieben bewusst im Privaten.

Dieses dosierte Spiel mit Sichtbarkeit und Entzug kennzeichnet eine Generation von Hollywood-Paaren, die den Kontrollverlust der Boulevard-Ära nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv bewirtschaften. Während Zendaya und Holland über Jahre hinweg kaum gemeinsame Alltagsbilder teilten, entwickelte sich ihr öffentlicher Auftritt als stilistisches Echo: Bei der „No Way Home“-Tour 2021 trugen sie aufeinander abgestimmte Ensembles, die mal Spinnennetz-Muster, mal Schurken-Referenzen aufnahmen, ohne je in reines Partner-Matching zu verfallen. Der Schweizer Stylist Law Roach, der Zendaya seit Jahren begleitet, war kürzlich mit ihr in einem Zürcher Vintage-Geschäft im Kreis 4 zu sehen, wo die Schauspielerin zwei Stunden lang stöberte – die Ladeninhaber beschrieben sie später als „bodenständig und nahbar“. Auch Tom Kaulitz, der mit Heidi Klum ein ähnlich medienbewusstes, aber anders temperiertes Prominentenpaar bildet, sprach jüngst in einem Interview von einer Beziehung, die „von null auf hundert“ ging, und von der bewussten Entscheidung, die Hochzeit im Kreis der Kinder zu inszenieren.

Jenseits der persönlichen Inszenierungen durchdringen die Projekte der Beteiligten derzeit den globalen Streaming-Markt. Disneys „El diablo viste a la moda 2“ mit Meryl Streep und Anne Hathaway, der weltweit über 680 Millionen Dollar einspielte, erscheint am 29. Juli auf Disney+ und Hulu, einen Tag nach der physischen Edition. Am selben Tag kommt auch „O Drama“ mit Zendaya und Robert Pattinson auf die HBO-Plattform, ein Beziehungsfilm, dessen Marketing in Hollywood für Kontroversen sorgte, weil die Trailer die dramatische Wendung der Handlung vollständig verschwiegen. Und bereits Ende Juni wird „Avatar: Fuego y cenizas“ im Disney+-Katalog verfügbar sein, womit das Unternehmen erstmals alle drei Pandora-Filme unter einem digitalen Dach versammelt. Die Gleichzeitigkeit dieser Veröffentlichungen zeigt, wie sehr die Unterscheidung zwischen Kinoereignis und Wohnzimmerabruf inzwischen nur noch eine Frage von Wochen ist.

Als Tom Holland in Madrid die Maske abnahm, blieb für einen Augenblick die Frage im Raum, was einen Helden eigentlich ausmacht – die Kostümierung, die Bewegungen, die Biographie dahinter? Das Publikum lachte, der Sieger posierte, und Zendaya, die mit ihrer Stimme den falschen Spider-Man gekrönt hatte, sass in der Jury und lächelte. Es war ein Scherz mit doppeltem Boden, denn die neue Filmhandlung verspricht genau diesen Zustand: einen Peter Parker, den die Welt vergessen hat, und eine MJ, die sich an nichts mehr erinnert. Dass die beiden Darsteller kurz darauf ein privates Bild nachlieferten, auf dem sie einander unzweifelhaft erkennen, wirkte wie ein stilles Korrektiv – eine Antwort in einem fortlaufenden Dialog zwischen Rolle und Wirklichkeit.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

49%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
Lateinamerikanische Presse
IronieSchadenfreude

Tom Holland nahm heimlich an einem Spider-Man-Imitatoren-Wettbewerb teil, wurde jedoch von seiner Freundin Zendaya eliminiert – eine spielerische Niederlage mit ironischem Beigeschmack.

Atlantische / angloamerikanische Presse
TriumphIronie

Während das Paar für seine kommenden Filme ins Rampenlicht tritt, zeigen ihre zunehmend aufeinander abgestimmten Red-Carpet-Looks und spielerischen Momente – wie Hollands heimliche Wettbewerbsniederlage – eine Stilentwicklung, die ihre Chemie abseits der Leinwand widerspiegelt.

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Dienstag, 23. Juni 2026

Als der echte Spider-Man gegen seine Doppelgänger verlor

Ein getarnter Auftritt, eine folgenreiche Jury-Entscheidung und die Kunst, das Private hinter der öffentlichen Rolle zu verbergen.

In einer Madrider Halle standen sieben kostümierte Gestalten, alle in den gleichen blau-roten Anzügen, und warteten auf das Urteil. Einer von ihnen war Tom Holland, der seit fast einem Jahrzehnt den Peter Parker verkörpert, doch niemand im Publikum wusste es. Der britische Schauspieler hatte sich, auf Einladung des spanischen Streamers Ibai Llanos, unter die Imitatoren gemischt – eine Pointe, die erst in dem Moment ihre volle Wirkung entfaltete, als die Maske fiel und der Verlierer des Wettbewerbs sich als das Original entpuppte. Den Ausschlag gab ausgerechnet Zendaya, die in der finalen Runde als Gastjurorin hinzugezogen wurde und ihre Stimme einem anderen Teilnehmer gab. Was als spielerische Promotion für den neuen Spider-Man-Film begann, wurde zu einer kleinen Parabel über die Austauschbarkeit von Identitäten, wenn die Kostüme erst einmal angelegt sind.

Die Szene gehört zur Vorab-Promotion von „Spider-Man: Brand New Day“, der am 31. Juli in die Kinos kommt und Holland nach den Ereignissen von „No Way Home“ in eine Welt zurückführt, in der niemand mehr weiss, wer Peter Parker ist. Dass ausgerechnet das Paar, das seit 2021 auch abseits der Leinwand ein Paar ist, diese Konstellation von Erkennen und Vergessen öffentlich ausagiert, verleiht den Auftritten eine zweite Ebene. Wenige Tage nach dem Madrider Wettbewerb veröffentlichten beide erstmals seit Jahren wieder private Paarfotos in ihren sozialen Netzwerken: ein Selfie, auf dem Holland den Kopf der Schauspielerin küsst, und ein Schnappschuss vom roten Teppich, lachend, ohne Pose. Zuvor hatte Holland gegenüber der Presse beiläufig bestätigt, dass sie inzwischen verheiratet seien – mehr nicht, die Details blieben bewusst im Privaten.

Dieses dosierte Spiel mit Sichtbarkeit und Entzug kennzeichnet eine Generation von Hollywood-Paaren, die den Kontrollverlust der Boulevard-Ära nicht einfach hinnehmen, sondern aktiv bewirtschaften. Während Zendaya und Holland über Jahre hinweg kaum gemeinsame Alltagsbilder teilten, entwickelte sich ihr öffentlicher Auftritt als stilistisches Echo: Bei der „No Way Home“-Tour 2021 trugen sie aufeinander abgestimmte Ensembles, die mal Spinnennetz-Muster, mal Schurken-Referenzen aufnahmen, ohne je in reines Partner-Matching zu verfallen. Der Schweizer Stylist Law Roach, der Zendaya seit Jahren begleitet, war kürzlich mit ihr in einem Zürcher Vintage-Geschäft im Kreis 4 zu sehen, wo die Schauspielerin zwei Stunden lang stöberte – die Ladeninhaber beschrieben sie später als „bodenständig und nahbar“. Auch Tom Kaulitz, der mit Heidi Klum ein ähnlich medienbewusstes, aber anders temperiertes Prominentenpaar bildet, sprach jüngst in einem Interview von einer Beziehung, die „von null auf hundert“ ging, und von der bewussten Entscheidung, die Hochzeit im Kreis der Kinder zu inszenieren.

Jenseits der persönlichen Inszenierungen durchdringen die Projekte der Beteiligten derzeit den globalen Streaming-Markt. Disneys „El diablo viste a la moda 2“ mit Meryl Streep und Anne Hathaway, der weltweit über 680 Millionen Dollar einspielte, erscheint am 29. Juli auf Disney+ und Hulu, einen Tag nach der physischen Edition. Am selben Tag kommt auch „O Drama“ mit Zendaya und Robert Pattinson auf die HBO-Plattform, ein Beziehungsfilm, dessen Marketing in Hollywood für Kontroversen sorgte, weil die Trailer die dramatische Wendung der Handlung vollständig verschwiegen. Und bereits Ende Juni wird „Avatar: Fuego y cenizas“ im Disney+-Katalog verfügbar sein, womit das Unternehmen erstmals alle drei Pandora-Filme unter einem digitalen Dach versammelt. Die Gleichzeitigkeit dieser Veröffentlichungen zeigt, wie sehr die Unterscheidung zwischen Kinoereignis und Wohnzimmerabruf inzwischen nur noch eine Frage von Wochen ist.

Als Tom Holland in Madrid die Maske abnahm, blieb für einen Augenblick die Frage im Raum, was einen Helden eigentlich ausmacht – die Kostümierung, die Bewegungen, die Biographie dahinter? Das Publikum lachte, der Sieger posierte, und Zendaya, die mit ihrer Stimme den falschen Spider-Man gekrönt hatte, sass in der Jury und lächelte. Es war ein Scherz mit doppeltem Boden, denn die neue Filmhandlung verspricht genau diesen Zustand: einen Peter Parker, den die Welt vergessen hat, und eine MJ, die sich an nichts mehr erinnert. Dass die beiden Darsteller kurz darauf ein privates Bild nachlieferten, auf dem sie einander unzweifelhaft erkennen, wirkte wie ein stilles Korrektiv – eine Antwort in einem fortlaufenden Dialog zwischen Rolle und Wirklichkeit.

Divergenz der Quellen

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Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

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Neutral57%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseAtlantische / angloamerikanische Presse
Lateinamerikanische Presse
IronieSchadenfreude

Tom Holland nahm heimlich an einem Spider-Man-Imitatoren-Wettbewerb teil, wurde jedoch von seiner Freundin Zendaya eliminiert – eine spielerische Niederlage mit ironischem Beigeschmack.

Atlantische / angloamerikanische Presse
TriumphIronie

Während das Paar für seine kommenden Filme ins Rampenlicht tritt, zeigen ihre zunehmend aufeinander abgestimmten Red-Carpet-Looks und spielerischen Momente – wie Hollands heimliche Wettbewerbsniederlage – eine Stilentwicklung, die ihre Chemie abseits der Leinwand widerspiegelt.

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