
US-General Donahue verlässt überraschend Europa-Kommando – Pentagon setzt Personalumbau fort
Der letzte amerikanische Soldat, der Afghanistan verließ, gibt sein Kommando ab; die Ablösung ist Teil einer von Verteidigungsminister Hegseth forcierten Welle von Abgängen.
General Christopher Donahue, Befehlshaber der US-Landstreitkräfte in Europa und Afrika sowie Kommandeur des Allied Land Command der NATO, wird sein Amt zum 2. Juli niederlegen. Das bestätigte das US-Heer am Dienstagabend. Donahue, der im August 2021 als letzter amerikanischer Soldat den Flughafen von Kabul verließ und damit zum Gesicht des umstrittenen Abzugs aus Afghanistan wurde, hatte den Posten erst vor 18 Monaten übernommen. Sein Stellvertreter, Generalmajor Christopher Norrie, wird die Aufgaben vorübergehend wahrnehmen; ein designierter Nachfolger, Generalleutnant Kevin Admiral, ist laut Pentagon-Kreisen noch nicht offiziell nominiert.
Aus Washingtoner Sicht ist der Schritt Teil einer tiefgreifenden personellen Neuordnung, die Verteidigungsminister Pete Hegseth mit dem Leitmotiv „weniger Generäle, mehr einfache Soldaten“ vorantreibt. Hegseth, so verlautet aus dem Verteidigungsministerium, zielt darauf ab, hochrangige Offiziere zu entfernen, die mit der vorherigen Administration und insbesondere mit dem Abzug aus Afghanistan verbunden sind – einem Vorgang, den sowohl Hegseth als auch Präsident Donald Trump wiederholt als politischen Angriffspunkt nutzen. Donahue ist bereits der sechste General oder Admiral, der in jüngster Zeit unerwartet seinen Posten räumt; zuvor waren unter anderem der Generalstabschef des Heeres, Randy George, und die US-Vertreterin im NATO-Militärausschuss, Vizeadmiralin Shoshana Chatfield, zum Rücktritt gedrängt worden.
In europäischen Hauptstädten wird der Wechsel mit Blick auf die amerikanische Präsenz auf dem Kontinent aufmerksam verfolgt. Das Pentagon prüft derzeit eine Herabstufung des Kommandos von einem Vier- auf ein Drei-Sterne-Posten sowie eine mögliche Zusammenlegung des Europa- und des Afrika-Kommandos. Hegseth kündigte gegenüber NATO-Partnern eine sechsmonatige Überprüfung der US-Streitkräfte in Europa an, die sicherstellen solle, dass die Bündnispartner „schnell und unumkehrbar“ die Hauptverantwortung für die Verteidigung Europas übernähmen. Beobachter in Berlin und Paris deuten dies als Signal, dass Washington seine Truppenstärke auf das Niveau vor Februar 2022 zurückführen könnte.
Russische Staatsmedien heben hervor, dass Donahue im vergangenen Jahr mit der Aussage zitiert wurde, die NATO verfüge über alle Mittel, um die Oblast Kaliningrad „vom Erdboden zu tilgen“. Die Personalrochade im Pentagon wird dort als Ausdruck interner Machtkämpfe und als mögliches Indiz für eine Neuausrichtung der US-Strategie gegenüber Europa gewertet. Unabhängig von diesen Zuschreibungen bleibt die konkrete Nachfolge offen; die angekündigte Überprüfung der europäischen Kommandostruktur und die Nominierung eines neuen Befehlshabers werden in den kommenden Monaten erwartet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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A domino effect of resignations is hitting the Pentagon: the latest to leave is the general who was the last American soldier to depart Afghanistan. His sudden exit, disguised as retirement, actually stems from clashes with the new Pentagon chief and exposes the failure of US strategy.
The commander of US forces in Europe and Africa is leaving his post this summer, caught up in the purge ordered by the new Pentagon chief. The general, known for threatening to wipe Kaliningrad off the map and for aiding Ukraine, is being removed also over the disastrous Afghanistan withdrawal.
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