
Ein Bündel Zweige, ein eisiger Blick: Die Rückkehr zweier Jahrtausend-Mythen
Während „The Blair Witch Project“ 2027 als Neuinterpretation ins Kino kommt, landet die Fortsetzung von „Der Teufel trägt Prada“ im Juli auf Disney+ – beide greifen nach einem Publikum, das die Originale nie im Kino sah.
Es war ein kurzes Video, kaum mehr als ein atmosphärisches Flackern, das Lionsgate in dieser Woche auf seinen sozialen Kanälen veröffentlichte. Darin zu sehen: herabhängende Zweige vor einem grauen Himmel, die sich langsam zu jener kantigen Strichfigur formten, die 1999 zum Emblem eines kollektiven Schreckens wurde. Das Studio bestätigte damit, was seit der CinemaCon 2024 erwartet worden war – eine neue Version von „The Blair Witch Project“ kommt am 24. September 2027 in die Kinos.
Fast zeitgleich vermeldeten die Disney-Studios, dass eine andere Ikone der Jahrtausendwende den Sprung auf die heimischen Bildschirme vollzieht: „El diablo viste a la moda 2“, im deutschsprachigen Raum als „Der Teufel trägt Prada 2“ erwartet, wird ab dem 29. Juli auf Disney+ und Hulu abrufbar sein. Die Fortsetzung mit Meryl Streep, Anne Hathaway und Emily Blunt hat seit ihrem Kinostart am 1. Mai weltweit bereits 677 Millionen Dollar eingespielt und zählt zu den meistdiskutierten Phänomenen des Kinosommers.
Beide Filme entstammen einem schmalen Zeitfenster, in dem sich die Popkultur gleichsam neu vermaß. Das Original von Daniel Myrick und Eduardo Sánchez, gedreht mit einem Budget, das kaum die Kosten eines Gebrauchtwagens überstieg, schleuste 1999 das Found-Footage-Prinzip in den Mainstream und spielte rund 250 Millionen Dollar ein. „Der Teufel trägt Prada“ wiederum, 2006 nach dem Roman von Lauren Weisberger entstanden, verdichtete die Machtmechanismen der Modewelt zu einem komödiantischen Sittengemälde, das Miranda Priestly und ihren Assistentinnen einen festen Platz im kulturellen Gedächtnis sicherte.
Die nun angekündigten Rückkehrer setzen auf unterschiedliche Strategien. Während die „Blair Witch“-Neuinterpretation unter der Regie von Dylan Clark und nach einem Drehbuch von Chris Thomas Devlin eine gänzlich neue Geschichte erzählen will – die ursprünglichen Filmemacher sowie die Darsteller Joshua Leonard und Michael C. Williams sind als ausführende Produzenten beteiligt –, schreibt „Der Teufel trägt Prada 2“ die Handlung zwei Jahrzehnte später fort. Andy Sachs ist zur Chefredakteurin von Runway aufgestiegen, Miranda Priestly kämpft mit einer institutionellen Krise, und Emily Charlton agiert als mächtige Dior-Managerin, deren Werbebudgets über das Schicksal des Magazins mitentscheiden. Ergänzt wird das Ensemble durch Kenneth Branagh, Lucy Liu und Simone Ashley.
Beide Projekte eint der Versuch, Mythen, die eine ganze Generation prägten, einem Publikum zugänglich zu machen, das sie allenfalls vom Hörensagen kennt. Die Zahlen geben diesem Kalkül vorerst recht: Das Einspielergebnis der Prada-Fortsetzung zeigt, dass die Neugier auf das Wiedersehen mit vertrauten Figuren und Welten ungebrochen ist. Ob die „Blair Witch“-Neuauflage eine ähnliche Resonanz entfacht, wird sich im Herbst 2027 erweisen. Bis dahin bleibt das Bild der hängenden Zweige, das Lionsgate so sorgsam inszenierte, ein leises Versprechen – und eine Erinnerung daran, dass manche Schrecken nicht altern.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Zwei Ikonen des Kinos der 2000er Jahre, Der Teufel trägt Prada und Blair Witch Project, feiern ein triumphales Comeback. Die Mode-Fortsetzung hat bereits die Kinos erobert und wird im Juli im Streaming erscheinen, während das Horror-Reboot verspricht, den Mythos 2027 für ein neues Publikum wiederzubeleben. Die Branche feiert die anhaltende Kraft dieser Geschichten.
Lionsgate hat einen neuen Blair Witch-Film für September 2027 angekündigt. Details sind rar, aber das Projekt zielt darauf ab, die Mythologie zu erweitern. Auch die Fortsetzung von Der Teufel trägt Prada ist für Streaming vorgesehen.
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