
WM 2026: Erstmals komplettieren die vier FIFA-Spitzenreiter das Halbfinale
Die FIFA-Weltranglistenersten Frankreich, Argentinien, Spanien und England bestreiten erstmals gemeinsam das Halbfinale – möglich gemacht durch eine gezielte Setzreform und dramatische Viertelfinalsiege.
Erstmals in der Geschichte der FIFA-Weltrangliste, die 1994 eingeführt wurde, bestreiten die vier bestplatzierten Nationen gemeinsam das Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Frankreich, Argentinien, Spanien und England – in wechselnder Reihenfolge je nach jüngster Aktualisierung die Nummern eins bis vier des Rankings – sicherten sich in dramatischen Viertelfinalpartien den Einzug in die Runde der letzten Vier. Diese Konstellation ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer transparenten Anpassung der Auslosungsmodalitäten durch den Weltverband.
Den Anfang machte Frankreich, das Marokko mit 2:0 bezwang. Kylian Mbappé verschoss zunächst einen Handelfmeter, erzielte dann aber nach einer Stunde die Führung, ehe Ousmane Dembélé erhöhte. Spanien folgte mit einem hart erkämpften 2:1 gegen Belgien: Fabián Ruiz traf früh, Charles De Ketelaere glich aus, doch Mikel Merino sorgte in der 88. Minute für die Entscheidung – eine Wiederholung seines späten Siegtreffers aus dem Achtelfinale. Besonders spektakulär verliefen die Partien der Engländer und Argentinier. England drehte nach Rückstand durch Andreas Schjelderup die Partie gegen Norwegen; Jude Bellingham erzwang mit zwei Toren, das zweite in der Verlängerung, den 2:1-Erfolg. Argentinien wiederum benötigte gegen die Schweiz ebenfalls die Extrazeit: Nach der frühen Führung durch Alexis Mac Allister und dem Ausgleich von Dan Ndoye wendete eine Rote Karte für Breel Embolo nach Videobeweis das Blatt. In Überzahl trafen Julián Álvarez und Lautaro Martínez zum 3:1-Endstand.
Die FIFA hatte vor dem Turnier festgelegt, die vier Top-Teams in getrennte Quadranten des Turnierbaums zu setzen, um vorzeitige Duelle zu vermeiden – ein aus anderen Sportarten wie Wimbledon oder der reformierten Champions League bekanntes Verfahren. Voraussetzung war, dass alle ihre Gruppen gewinnen; dies gelang problemlos. Aus Sicht des Weltverbands diente der Schritt der „Wettbewerbsbalance“ und soll hochkarätige Begegnungen für die entscheidende Turnierphase bewahren. Tatsächlich vereint das Halbfinale nicht nur die Spitzenreiter des Rankings, sondern auch vier ehemalige Weltmeister – dies gelang zuletzt 1990. In Jakarta, wo die Anstoßzeiten in den frühen Morgenstunden liegen, und in Moskau, wo laut Umfragen 22 Prozent der Fans Argentinien favorisieren, wächst die Vorfreude auf diese „vorgezogenen Endspiele“.
Die Halbfinals sehen Frankreich gegen Spanien am Dienstagabend (Ortszeit) im AT&T Stadium von Arlington, Texas, sowie England gegen Argentinien 24 Stunden später im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta. Für den Sieger geht es nicht nur um den Einzug ins Finale, sondern auch um eine komfortablere Position in der Weltrangliste vor dem nächsten Länderspielfenster. Die globale Reichweite dieser Paarungen, angeführt von Superstars wie Messi, Mbappé und Bellingham, unterstreicht das Kalkül der FIFA – die freilich darauf angewiesen ist, dass die sportlichen Resultate das Konzept nicht konterkarieren.
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