
Indien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion – Sorge vor Identitätsbetrug
Neu-Delhi hat Meta eine Frist von drei Tagen gesetzt, um die geplante Einführung von Nutzernamen zu erklären, und die Auslieferung bis zum Abschluss von Konsultationen untersagt.
Die indische Regierung hat die Einführung der von WhatsApp angekündigten Nutzernamen-Funktion vorläufig gestoppt. Das Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) richtete am 1. Juli 2026 eine förmliche Aufforderung an den Mutterkonzern Meta, die Funktion nicht auszurollen, bevor nicht „eingehende Konsultationen“ zu den Sicherheitsbedenken abgeschlossen seien. Binnen drei Tagen muss das Unternehmen eine detaillierte Stellungnahme vorlegen. Die Anordnung betrifft einen Markt mit über 800 Millionen Nutzern und markiert eine der deutlichsten regulatorischen Interventionen gegenüber der Messaging-Plattform.
Die Funktion, die WhatsApp ab Ende Juni schrittweise zur Reservierung freigegeben hatte, soll es Nutzern ermöglichen, über einen eindeutigen @Nutzernamen zu kommunizieren, ohne die eigene Telefonnummer preiszugeben. Aus Sicht des Unternehmens handelt es sich um eine Maßnahme zum Schutz der Privatsphäre, insbesondere in Gruppenchats oder bei Erstkontakten. Ein optionaler „Nutzernamenschlüssel“ soll unerwünschte Nachrichten zusätzlich erschweren. WhatsApp betont, dass es kein öffentliches Verzeichnis geben wird und die exakte Kennung bekannt sein muss, um Kontakt aufzunehmen. Hochkarätige Namen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Regierungsstellen und verifizierte Meta-Konten werden dauerhaft für legitime Inhaber reserviert.
In Neu-Delhi überwiegen jedoch die sicherheitspolitischen Vorbehalte. Das Ministerium warnt, die Funktion könne Identitätsbetrug, Phishing und „digitale Verhaftungsbetrügereien“ erheblich erleichtern, da Kriminelle Nutzernamen wählen könnten, die echten Institutionen oder Personen täuschend ähnlich sehen. Anders als die bisher zwingend hinterlegte Mobilfunknummer, die eine gewisse Nachverfolgbarkeit bietet, schwäche die Nutzernamen-Option die Rechenschaftspflicht, argumentieren Cybersicherheitsexperten und Gründer indischer Start-ups. Die Regierung verweist zudem auf die 2024 erlassenen Telekommunikations-Cybersicherheitsregeln, die eine strikte SIM-basierte Verifikation vorschreiben. Aus dem Umfeld der Behörden verlautete, man prüfe auch rechtliche Mechanismen, um die Funktion notfalls zu blockieren.
Meta hat auf die Bedenken reagiert und verweist auf eingebaute Schutzmechanismen: Die Zahl neuer Kontakte, die ein Konto über Nutzernamen erreichen kann, werde begrenzt, wiederholte Rateversuche würden unterbunden und missbräuchliche Muster automatisiert erkannt. Zudem bleibe die Telefonnummer für die Registrierung zwingend erforderlich. Die nächste Wegmarke ist die fristgerechte Stellungnahme des Konzerns. Von ihrem Inhalt und den anschließenden Konsultationen wird abhängen, ob und in welcher Form die Funktion auf dem weltweit größten WhatsApp-Markt verfügbar wird.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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WhatsApp führt die Möglichkeit ein, einen Benutzernamen zu erstellen – eine Änderung, die Cybersicherheitsexperten als grundlegend für den Datenschutz betrachten. Nutzer können nun kommunizieren, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben, und erhalten so mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten. Die Funktion wird schrittweise für die 3 Milliarden Nutzer der Plattform ausgerollt.
Die indische Regierung prüft die neue Benutzernamen-Funktion von WhatsApp, da befürchtet wird, sie könnte Identitätsdiebstahl und Online-Betrug erleichtern. Beamte bewerten die Auswirkungen auf Privatsphäre und Sicherheit; die Plattform könnte regulatorische Maßnahmen erwarten, falls Risiken festgestellt werden. Der Schritt spiegelt die wachsende Sorge wider, dass Anonymität von böswilligen Akteuren ausgenutzt werden könnte.
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