
Weltweit so viele Konflikte wie nie seit 1945 – doch Europas Städte bleiben glücklich
Die Zahl der bewaffneten Konflikte erreichte 2025 einen Höchststand, während der Friedensindex weiter sinkt; nordische Städte führen das Glücksranking an.
Die Welt erlebte im Jahr 2025 eine beispiellose Häufung bewaffneter Auseinandersetzungen. Wie das Konfliktdatenprogramm UCDP der Universität Uppsala mitteilte, wurden insgesamt 65 Konflikte mit staatlicher Beteiligung registriert – der höchste Stand seit Beginn der Erfassung 1946. Besorgniserregend ist vor allem der Anstieg zwischenstaatlicher Kriege: Deren Zahl verdoppelte sich im zweiten Jahr in Folge auf acht, darunter der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Konfrontation zwischen Iran und Israel sowie der Dauerkonflikt zwischen Indien und Pakistan. „Das ist ein äußerst beunruhigender Trend“, warnte die UCDP-Forscherin Therese Pettersson. Insgesamt sei 2025 zudem das blutigste Jahr seit über drei Jahrzehnten gewesen.
Zeitgleich zeigt der vom Institute for Economics and Peace (IEP) veröffentlichte Global Peace Index 2026, dass sich der Zustand des Weltfriedens im zwölften Jahr in Folge verschlechtert hat. Der durchschnittliche Friedenswert sank um 0,7 Prozent, wobei 99 Länder eine Verschlechterung verzeichneten. Zwar bleibt Europa die friedlichste Weltregion, doch auch hier nimmt die Stabilität ab: Die 25 friedlichsten Staaten – darunter Island, das zum 19. Mal die Liste anführt – verzeichneten eine leichte Erosion ihrer Werte. Aus Brüsseler Sicht mahnt dies, dass selbst die europäische Friedensordnung zunehmend unter Druck gerät.
Einen Kontrast zur globalen Unruhe bietet der vom Institute for Quality of Life erhobene Happy Cities Index 2026. Städte in den nordischen Ländern und in Europa dominieren das Ranking, das Wohlbefinden, urbane Balance, Nachhaltigkeit und Effizienz öffentlicher Dienstleistungen misst. Demnach gelingt es Orten wie Kopenhagen, Zürich oder Wien, ihren Bürgern ein hohes Maß an Lebensqualität zu sichern – trotz oder gerade wegen leistungsfähiger Sozialsysteme und durchdachter Stadtplanung. Dieses Auseinanderklaffen von globalem Konfliktniveau und lokal erfahrenem Glück wirft Fragen auf: Während in vielen Weltgegenden Gewalt eskaliert, gedeihen in Europa urbane Inseln der Zufriedenheit.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz bedeutet dies eine doppelte Herausforderung. Einerseits steigt der migrationspolitische Druck, wenn Konflikte und humanitäre Notlagen zunehmen. Andererseits müssen die eigenen gesellschaftlichen und städtischen Modelle gegen externe Schocks gewappnet werden, um das hohe Wohlstandsniveau zu halten. Die skandinavische Erfahrung lehrt, dass soziale Kohäsion und resiliente Infrastruktur Schlüssel sind – doch ihre Beständigkeit ist angesichts der weltweiten Unordnung keine Selbstverständlichkeit. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der europäische Weg der Lebensqualität der zentrifugalen Kraft globaler Konflikte standhalten kann.
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Die UCDP-Daten zeigen mit 65 Konflikten im Jahr 2025 einen Rekordwert seit 1946. Der Anstieg zwischenstaatlicher Auseinandersetzungen wird als alarmierender Trend betrachtet, der die globale Stabilität gefährden könnte. Die internationale Gemeinschaft muss dieser besorgniserregenden Eskalation begegnen.
Die Welt erlebt einen beispiellosen Anstieg staatlicher Gewalt, wobei 2025 den blutigsten Höhepunkt seit über dreißig Jahren markiert. Westliche Mächte betrachten dies als direkte Bedrohung der regelbasierten internationalen Ordnung, die eine robuste Reaktion erfordert. Der starke Anstieg zwischenstaatlicher Konflikte unterstreicht die Notwendigkeit erneuerter Sicherheitsbündnisse und Abschreckung.
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