
Australische Ballista-Spinne: Katapultfalle für eine einzige Ameisenart
In den Regenwäldern Nord-Queenslands haben Forscher eine neue Spinnenart beobachtet, die eine federartige Seidenfalle baut, um ausschließlich aggressive Grüne Weberameisen zu fangen – eine bislang einzigartige Spezialisierung.
Eine in der Fachzeitschrift Current Biology veröffentlichte Studie dokumentiert eine bislang unbeschriebene Spinnenart der Gattung Propostira in den tropischen Regenwäldern Nord-Queenslands, deren Jagdstrategie eine beispiellose Spezialisierung darstellt. Das nachtaktive Tier, von den Entdeckern vorläufig „Ballista“ genannt, konstruiert eine federmechanische Seidenfalle, die gezielt eine einzige Ameisenart – die aggressive Grüne Weberameise (Oecophylla smaragdina) – fängt. Die Falle schleudert die Beute mit einer Beschleunigung von über 1300 Metern pro Quadratsekunde in das darüberliegende Netz; dies entspricht dem Fünfzehnfachen der extremsten g-Kräfte, denen Kampfpiloten ausgesetzt sind.
Der Bau der Falle beginnt nach Einbruch der Dunkelheit: Die Spinne verlässt ihr Tagesversteck unter einem Blatt, seilt sich etwa einen halben Meter ab und setzt einen Ankerpunkt. In mehrstündiger Arbeit entsteht ein konisches Gerüst aus 15 bis 60 straff gespannten Seidenfäden, das abschließend mit einem feineren Seidentyp umwickelt wird. Die Spinne zieht sich dann wieder nach oben zurück. Sobald eine Weberameise – angelockt vermutlich durch artspezifische Pheromone – die Struktur beißt, löst sich die Verankerung, und die gespeicherte elastische Energie katapultiert das Insekt in das Wartenetz der Spinne. Dort wird es eingesponnen, noch bevor es Alarmpheromone abgeben oder Verstärkung aus der Kolonie herbeirufen kann.
Das internationale Team um Ajay Narendra und Jonas Wolff von der Macquarie University in Sydney filmte das Verhalten zehn Nächte lang mit hochauflösenden Infrarotkameras. Die nur wenige Millimeter große Spinne erhielt den Spitznamen „Ballista“ nach der antiken Wurfmaschine. Erste Hinweise stammten vom Biomediziner und Spinnenfotografen Greg Anderson. Ameisen sind wegen ihrer chemischen Abwehr, Stacheln und der Fähigkeit, binnen kurzer Zeit Hunderte Artgenossen zu mobilisieren, für die meisten Spinnen ein riskantes Beutetier. Die Ballista-Spinne umgeht diese Gefahr durch eine Falle, die ausschließlich auf die Grüne Weberameise reagiert; andere nachtaktive Ameisenarten lösten in den Versuchen keine Reaktion aus. Die Forscher vermuten, dass die Spinne gezielt Pheromone dieser einen Art auf die Seide aufträgt.
Die Entdeckung erweitert das Verständnis der evolutionären Anpassungen von Spinnennetzen erheblich. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Fall, in dem ein Spinnennetz auf eine einzige Beuteart ausgelegt ist und der Auslösemechanismus von der Beute selbst – nicht vom Räuber – betätigt wird. Eine formelle wissenschaftliche Benennung der Art steht noch aus. Künftige Arbeiten sollen die elastischen Eigenschaften der Seide sowie die vermutete chemische Köderstrategie genauer analysieren und damit klären, wie diese extreme ökologische Nische entstanden ist.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine furchterregende neue Spinnenart wurde im australischen Regenwald entdeckt. Sie webt eine federbetriebene Falle, die ihre Beute mit Geschwindigkeiten schleudert, die mit einem Kampfjet vergleichbar sind. Diese einzigartige Jagdmethode ist sowohl beängstigend als auch faszinierend.
Eine neue Spinne mit dem Spitznamen 'Ballista' nach der römischen Waffe wurde in Queensland entdeckt. Sie webt eine ausgeklügelte Federfalle, um eine einzige Ameisenart zu fangen, was eine extreme Spezialisierung zeigt. Die internationale Forschung wurde in Current Biology veröffentlicht.
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