
Russlands Treibstoffkrise: Rationierung in mehr als 60 Regionen
Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Raffinerien ist die Benzinproduktion um ein Viertel eingebrochen; die Regierung erwägt ein vollständiges Diesel-Exportverbot.
Ende Juni 2026 haben mehr als 60 der 89 russischen Regionen den Verkauf von Benzin und Diesel an Tankstellen eingeschränkt. In der vergangenen Woche sank die landesweite Benzinproduktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 25 Prozent, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Branchenkreise meldete. Auf der Krim wurde der freie Verkauf von Kraftstoff an Privatpersonen und Unternehmen vollständig ausgesetzt; vielerorts gelten Abgabelimits von 20 bis 40 Litern pro Fahrzeug.
Auslöser der Versorgungskrise sind wiederholte ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien in Zentralrussland, die einen erheblichen Teil der Verarbeitungskapazität lahmgelegt haben. Betroffen sind unter anderem Anlagen in Nischni Nowgorod, Rjasan und Sysran, deren Primärverarbeitungseinheiten beschädigt wurden. Hinzu kommen saisonal erhöhte Nachfrage, logistische Engpässe auf der Schiene und Hamsterkäufe, die den Druck auf die Bestände verstärken.
Die Regierung in Moskau hat ein Bündel von Maßnahmen ergriffen. Vizepremier Alexander Nowak sprach von einer „schwierigen, aber beherrschbaren“ Lage. Der Export von Benzin und Flugturbinenkraftstoff ist bereits untersagt; nun wird ein vollständiges Verbot für Dieselausfuhren geprüft. Gleichzeitig sollen Steueränderungen zusätzliche Lieferungen auf den Binnenmarkt lenken. Die Mineralölkonzerne haben die Auslastung ihrer Raffinerien nach Regierungsangaben maximiert und planmäßige Wartungen verschoben.
Die Krise trifft unabhängige Tankstellenbetreiber besonders hart, da große vertikal integrierte Konzerne wie Rosneft und Lukoil ihre eigenen Stationen bevorzugt beliefern. In Grenzregionen wie Belgorod, Brjansk und Kursk erschweren Drohnenangriffe zudem die Treibstofflogistik. Landwirtschaftliche Betriebe warnen vor Engpässen bei der Feldarbeit. Die föderale Antimonopolbehörde hat Prüfungen bei Großhändlern eingeleitet und Online-Plattformen zur Sperrung von Treibstoffangeboten aufgefordert.
Die Entwicklung birgt sozialen Sprengstoff: Steigende Kraftstoffpreise heizen die Inflation an, während sich der Kreml auf die Parlamentswahlen im September vorbereitet. Die Regierung prüft zudem Subventionen für Treibstoffimporte, insbesondere aus China und Belarus. Der nächste Schritt ist die Entscheidung über das Diesel-Exportverbot, die in den kommenden Tagen fallen könnte.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Treibstoffrationierung hat sich auf 15 russische Regionen und die annektierte Krim ausgeweitet, wo der Verkauf außer für staatliche Dienste eingestellt wurde. Der Vizepremier nennt die Lage 'nicht einfach, aber kontrollierbar', während die Regierung Gegenmaßnahmen ergreift. Die Logistikkrise offenbart die Verwundbarkeit der russischen Wirtschaft und die Last der Annexion.
Die Regierung hat zuvor ungenutzte Reserven aktiviert und die großen Ölkonzerne haben die Produktion hochgefahren, um die Regionen zu beliefern. Lokale Beschränkungen werden als Vorsichtsmaßnahmen gegen Panikkäufe dargestellt. Steueränderungen und ein mögliches vollständiges Exportverbot für Diesel werden geprüft, die Lage gilt als unter Kontrolle.
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