
Von Bisons und Bären: Unfälle und Strafen nach Wildtierbegegnungen in den USA und Kanada
In New Mexico verendete ein Schwarzbär auf einem Strommast, während in Banff Hundehalter nach einer Grizzly-Begegnung belangt wurden; zudem erregten ein Bisonangriff auf ein Fahrzeug und eine aufwändige Rettungsaktion in Illinois Aufmerksamkeit.
Im ländlichen New Mexico endete eine ungewöhnliche Tiersichtung tödlich. Ein Schwarzbär kletterte in der Nähe von Gladstone auf einen Strommast und wurde dort von mehr als 7000 Volt getroffen. Vorausgegangen war eine mehrstündige Odyssee: Das Tier hatte sich am Montagmorgen offenbar vor dem Verkehr auf die Konstruktion geflüchtet. Schaulustige versammelten sich und filmten das Geschehen, obwohl die Behörden dazu aufriefen, dem Bären Raum zu geben. Der zuständige Sheriff, Curtis Skaggs, erklärte, man habe keine sichere Möglichkeit zur Betäubung gehabt, da ein Sturz tödlich hätte sein können. Letztlich berührte der Bär stromführende Leitungen und verendete noch vor Ort.
Experten sehen in solchen Vorfällen eine zunehmende Gefahr. Jon Holst von der Umweltorganisation Western Resource Advocates führt die Wanderungsbewegungen der Tiere in bewohnte Gebiete auf extreme Trockenheit zurück, die durch den Klimawandel verstärkt werde. Auch Tom Smith von der Brigham Young University betont, dass Schwarzbären neugierige und erfahrene Kletterer seien, die Strommasten mit Bäumen verwechseln könnten.
Ebenfalls in Nordamerika sorgten zwei weitere Begegnungen zwischen Mensch und Tier für Aufsehen. Im Banff-Nationalpark wurden zwei Wanderer wegen Verstoßes gegen die Leinenpflicht angeklagt, nachdem ihr freilaufender Hund einen Grizzlybären provoziert hatte. Parks Canada identifizierte das Weibchen als Bärin 142 und mahnte, dass Hunde in Nationalparks stets angeleint bleiben müssen. Im Yellowstone-Nationalpark schlitzte unterdessen ein Bison mit seinen Hörnern den Reifen eines parkenden Autos auf; ein Video davon wurde millionenfach geteilt.
Eine technische Rettungsaktion ganz anderer Art spielte sich in Wilmington, Illinois, ab. Dort saß ein Wartungsarbeiter namens AJ Gow über sechs Stunden in 40 Meter Höhe in einem engen Reklameschild fest, nachdem seine Hebebühne versagt hatte. Feuerwehrleitern reichten nicht an die Spitze des Masts; erst eine aus Joliet herbeigeschaffte zweite Hebebühne ermöglichte die Befreiung. Gow wurde mit Dehydrierung ins Krankenhaus gebracht, ist aber wohlauf.
Die Behörden der jeweiligen Regionen nehmen die Vorkommnisse zum Anlass, um an Sicherheitsregeln zu erinnern: In Nationalparks gelte es, Abstand zu Wildtieren zu wahren und Hunde anzuleinen; bei Arbeiten in der Höhe seien Notfallpläne unverzichtbar.
Erweitere deinen Horizont
Trump kehrt unter massiven Sicherheitsvorkehrungen zum Gala-Dinner der US-Hauptstadtpresse zurück
10 Sprachen · 30 Quellen
Aus Economy & MarketsEskalation im Luftkrieg: Kiew attackiert Wildberries-Logistik, Russland trifft Rüstungsmesse
8 Sprachen · 14 Quellen
Aus TechnologyElon Musk zieht Bilanz: Politische Reue und ungebremster Techno-Optimismus
3 Sprachen · 5 Quellen