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Geopolitik & PolitikFreitag, 24. Juli 2026

Netanjahu und Selenskyj treffen Trump in Washington – Nahostkrise und neue Ukraine-Diplomatie im Fokus

Während die Spannungen zwischen den USA und Iran eskalieren und Kiew auf eine neue Waffenstillstandsinitiative drängt, empfängt Präsident Trump am Dienstag beide Staatschefs im Weißen Haus.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Montag nach Washington und wird dort am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen, wie das Büro Netanjahus mitteilte. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nach Angaben des Weißen Hauses am selben Tag zu einem Gespräch erwartet. Beide Staatschefs nehmen an der Trauerfeier für den verstorbenen Senator Lindsey Graham teil – einen engen Verbündeten Israels und der Ukraine, der als entschiedener Befürworter der militärischen Unterstützung beider Länder galt.

Aus israelischer Sicht steht die Verständigung über den Iran-Konflikt im Zentrum. Laut israelischen Militärangaben und Medienberichten drängt die Regierung in Jerusalem auf eine Ausweitung der gemeinsamen Operationen und erhofft sich von Trump grünes Licht für Schläge gegen iranische Energieanlagen, die von der israelischen Luftwaffe in früheren Kriegen nicht angegriffen wurden. In Washington wird hingegen betont, ein israelisches Eingreifen sei derzeit nicht nötig; man sei aber jederzeit bereit. Das Verhältnis der beiden Führungen ist belastet: Während die USA im Frühjahr eine später gescheiterte Waffenruhe mit Iran aushandelten, setzte Israel seine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon fort. Trump kritisierte dies öffentlich als Störmanöver und beschrieb Netanjahu in Interviews mit Axios und der „New York Post“ als „sehr schwierig“ und „verdammt verrückt“. Netanjahus Büro spricht von taktischen Differenzen bei strategisch gemeinsamen Zielen.

Für Kiew ist die Reise eine Gelegenheit, die ins Stocken geratene Friedensdiplomatie wiederzubeleben. Nach Gesprächen mit den Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner arbeitet die ukrainische Regierung an dem Vorschlag einer auf den Luftraum beschränkten Waffenruhe, der Moskau unterbreitet werden soll. Amerikanische und ukrainische Beamte verweisen darauf, dass anhaltende Drohnenangriffe auf russische Raffinerien den wirtschaftlichen Druck erhöhen und die Verhandlungsbereitschaft des Kremls verändern könnten. Russland hat derartige Angebote bislang abgelehnt. Sowohl Netanjahu als auch Selenskyj geht es darum, Trump in den jeweils eigenen Konflikt einzubinden – Netanjahu vor den israelischen Wahlen im Oktober, in denen er laut Umfragen zurückliegt, und Selenskyj, um eine Abkehr Washingtons von der Ukraine zu verhindern.

Ein weiterer Konfliktherd ist der Libanon. Der libanesische Präsident Joseph Aoun forderte bei seinem Besuch in Washington einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen und die Umsetzung des trilateralen Rahmenabkommens vom 26. Juni, das einen schrittweisen Übergang der Sicherheitsverantwortung an die libanesische Armee vorsieht. Israel verweist auf anhaltende Bedrohungen und hat parallel neue Siedlungsprojekte im Westjordanland angekündigt. In europäischen Hauptstädten wird mit Sorge registriert, dass die parallelen Besuche die divergierenden Prioritäten Washingtons offenlegen. Mit konkreten Ergebnissen der Treffen wird am Dienstag zunächst nicht gerechnet.

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Freitag, 24. Juli 2026

Netanjahu und Selenskyj treffen Trump in Washington – Nahostkrise und neue Ukraine-Diplomatie im Fokus

Während die Spannungen zwischen den USA und Iran eskalieren und Kiew auf eine neue Waffenstillstandsinitiative drängt, empfängt Präsident Trump am Dienstag beide Staatschefs im Weißen Haus.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reist am Montag nach Washington und wird dort am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump zusammentreffen, wie das Büro Netanjahus mitteilte. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird nach Angaben des Weißen Hauses am selben Tag zu einem Gespräch erwartet. Beide Staatschefs nehmen an der Trauerfeier für den verstorbenen Senator Lindsey Graham teil – einen engen Verbündeten Israels und der Ukraine, der als entschiedener Befürworter der militärischen Unterstützung beider Länder galt.

Aus israelischer Sicht steht die Verständigung über den Iran-Konflikt im Zentrum. Laut israelischen Militärangaben und Medienberichten drängt die Regierung in Jerusalem auf eine Ausweitung der gemeinsamen Operationen und erhofft sich von Trump grünes Licht für Schläge gegen iranische Energieanlagen, die von der israelischen Luftwaffe in früheren Kriegen nicht angegriffen wurden. In Washington wird hingegen betont, ein israelisches Eingreifen sei derzeit nicht nötig; man sei aber jederzeit bereit. Das Verhältnis der beiden Führungen ist belastet: Während die USA im Frühjahr eine später gescheiterte Waffenruhe mit Iran aushandelten, setzte Israel seine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon fort. Trump kritisierte dies öffentlich als Störmanöver und beschrieb Netanjahu in Interviews mit Axios und der „New York Post“ als „sehr schwierig“ und „verdammt verrückt“. Netanjahus Büro spricht von taktischen Differenzen bei strategisch gemeinsamen Zielen.

Für Kiew ist die Reise eine Gelegenheit, die ins Stocken geratene Friedensdiplomatie wiederzubeleben. Nach Gesprächen mit den Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner arbeitet die ukrainische Regierung an dem Vorschlag einer auf den Luftraum beschränkten Waffenruhe, der Moskau unterbreitet werden soll. Amerikanische und ukrainische Beamte verweisen darauf, dass anhaltende Drohnenangriffe auf russische Raffinerien den wirtschaftlichen Druck erhöhen und die Verhandlungsbereitschaft des Kremls verändern könnten. Russland hat derartige Angebote bislang abgelehnt. Sowohl Netanjahu als auch Selenskyj geht es darum, Trump in den jeweils eigenen Konflikt einzubinden – Netanjahu vor den israelischen Wahlen im Oktober, in denen er laut Umfragen zurückliegt, und Selenskyj, um eine Abkehr Washingtons von der Ukraine zu verhindern.

Ein weiterer Konfliktherd ist der Libanon. Der libanesische Präsident Joseph Aoun forderte bei seinem Besuch in Washington einen vollständigen Abzug der israelischen Truppen und die Umsetzung des trilateralen Rahmenabkommens vom 26. Juni, das einen schrittweisen Übergang der Sicherheitsverantwortung an die libanesische Armee vorsieht. Israel verweist auf anhaltende Bedrohungen und hat parallel neue Siedlungsprojekte im Westjordanland angekündigt. In europäischen Hauptstädten wird mit Sorge registriert, dass die parallelen Besuche die divergierenden Prioritäten Washingtons offenlegen. Mit konkreten Ergebnissen der Treffen wird am Dienstag zunächst nicht gerechnet.

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