
Unglücke auf dem Wasser: Polizeiboot kracht in Londoner Brücke, 165 Migranten überqueren Kanal in einem Boot
Eine Serie von Zwischenfällen auf Gewässern in Europa und Nordamerika hat Verletzte und Evakuierungen zur Folge, darunter ein Polizeieinsatz in London und eine Rekordüberfahrt von Migranten über den Ärmelkanal.
Am Freitagnachmittag ist ein Boot der Londoner Flusspolizei auf der Themse mit der Westminster Bridge kollidiert. Wie die Metropolitan Police mitteilte, fielen drei Beamte ins Wasser; insgesamt wurden fünf Polizisten verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Nach Angaben der Behörden war das Einsatzboot auf dem Weg zu einer gemeldeten Person im Wasser nahe Battersea, als es zu dem Unfall kam. Einer der Verletzten konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen, die übrigen vier erlitten schwere, jedoch nicht lebensgefährliche Verletzungen. Die Brücke im Zentrum Londons, am Fuße des Parlaments und des Glockenturms Big Ben, wurde zeitweise gesperrt, der Verkehr kam zum Erliegen. Ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Unglücksort, und auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Port of London Authority unterstützte die Maßnahmen. Zivile Personen wurden nicht verletzt.
Bereits am Donnerstag verzeichneten die britischen Behörden eine Rekordzahl von Migranten auf einem einzigen Boot bei der Überquerung des Ärmelkanals. Ein 13 Meter langes Schlauchboot, das von Rettungskräften als „Mega-Dinghi“ bezeichnet wurde, transportierte 165 Personen und übertraf damit die bisherige Höchstmarke von 128 aus dem Juli. Insgesamt erreichten an diesem Tag 366 Menschen in drei Booten das Vereinigte Königreich. Das Innenministerium in London meldete, dass die Zahl der Ankünfte in diesem Jahr mit 13.007 um 45 Prozent unter dem Vorjahreswert liege, warnte jedoch zugleich davor, dass kriminelle Schlepper immer größere Risiken eingingen. Die Flüchtlingsorganisation Care4Calais kritisierte die Regierungspolitik und erklärte, dass die zunehmende Zahl von Personen pro Boot die Überfahrten immer gefährlicher mache.
Auf der Donau bei Wien ereignete sich am frühen Morgen ein Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff. Die unter deutscher Flagge fahrende „MS Anna Katharina“ stieß laut Wiener Berufsrettung gegen eine Kaimauer und ein Schleusentor. 14 Passagiere wurden leicht verletzt, sechs von ihnen kamen ins Krankenhaus; es handele sich überwiegend um deutsche Staatsangehörige. Die Personen waren durch den Aufprall gegen Einrichtungsgegenstände geschleudert worden und zogen sich Prellungen zu. Das Schiff wurde am Bug erheblich beschädigt, blieb aber dicht. Fünf Insassen mussten mit einer Drehleiter geborgen, zwei weitere mit einem Feuerwehrboot an Land gebracht werden. Die Feuerwehr war mit 60 Einsatzkräften vor Ort. Die Polizei leitete Ermittlungen wegen Verdachts auf fahrlässige Körperverletzung ein. Die beschädigte Schleusenkammer bleibt voraussichtlich bis Montag gesperrt, der Schiffsverkehr wird über die zweite Kammer umgeleitet.
Im kanadischen Calgary wurde am Donnerstag ein Paddelboarder in kritischem Zustand aus dem Bow River gerettet. Nach Angaben der Feuerwehr von Calgary kollidierte der Mann gegen 13 Uhr Ortszeit mit einem Brückenpfeiler der 85th Street Bridge. Das Rettungsteam fand ihn mit dem Gesicht nach unten im Wasser, noch mit der Fußleine an seinem Board befestigt. Die Einsatzkräfte begannen sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, bevor der Patient ins Foothills Medical Centre gebracht wurde. Sein elfjähriger Sohn, der zunächst als zweiter Beteiligter galt, war nach dem Zusammenstoß flussabwärts getrieben und von einem Passanten an Land geholt worden; er blieb unverletzt. Die Feuerwehr riet eindringlich von der Benutzung von Fußleinen in fließendem Gewässer ab, da die Strömung das Untertauchen und eine mögliche Verwicklung begünstigen könne.
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