
Hinrichtungen in Isfahan: Zwei weitere Demonstranten exekutiert, UN-Experten fordern Stopp
Die iranische Justiz hat am frühen Morgen zwei weitere Todesurteile gegen Protestteilnehmer vom Januar vollstreckt; internationale Beobachter verurteilen die Verfahren als grob unfair.
In Isfahan sind am frühen Morgen des 6. Mordad (27. Juli) zwei weitere zum Tode verurteilte Teilnehmer der Proteste vom 18. Dey 1404 (8. Januar 2026) hingerichtet worden. Die Nachrichtenagentur Mizan der iranischen Justiz bestätigte die Vollstreckung der Urteile gegen Abolfazl Sepahi Badjani und Amir Hossein Safari Hosseinabadi. Damit steigt die Zahl der im Zusammenhang mit dem sogenannten Fall „Meydan-e Alikhani“ Hingerichteten auf vier; zuvor waren bereits Erfan Esfandiari (19) und Golmohammad Mohammadi (24) exekutiert worden. Insgesamt waren in diesem Verfahren zwölf junge Männer zum Tode verurteilt worden, acht weitere befinden sich nach wie vor in unmittelbarer Gefahr der Vollstreckung.
Die iranische Justiz wirft den Verurteilten vor, an der Tötung von vier Sicherheitskräften – darunter Angehörige der Bassidsch-Miliz und der Spezialeinheiten – sowie an Brandstiftung und Zerstörung während der Zusammenstöße am 8. Januar beteiligt gewesen zu sein. Die amtliche Nachrichtenagentur Fars und die Zeitung Hamshahri Online veröffentlichten detaillierte Schilderungen der angeblichen Gräueltaten, wonach die Opfer gefesselt, mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt worden seien. Demgegenüber erklärte eine Gruppe von 13 unabhängigen UN-Menschenrechtsexperten, darunter die Sonderberichterstatterin für Iran, Mai Sato, die Massenverurteilungen in einem einzigen, nichtöffentlichen Verfahren ohne individuelle Schuldfeststellung verstießen eklatant gegen internationale Standards für faire Gerichtsverfahren. Die Experten verwiesen auf willkürliche Inhaftierungen, erzwungenes Verschwindenlassen, Misshandlungen und die Ausstrahlung erzwungener Geständnisse im Staatsfernsehen noch vor Prozessbeginn.
Aus Washington verurteilte Präsident Donald Trump die Hinrichtungen scharf und bezeichnete die Verantwortlichen als „Wilde“. Das US-Außenministerium ließ über die stellvertretende Ministerin für Demokratie, Menschenrechte und Arbeit, Riley Barnes, erklären, man stehe an der Seite der Iraner und fordere die Freilassung aller politischen Gefangenen. Die UN-Experten beziffern die Zahl der seit Januar 2026 im Zusammenhang mit den Protesten Hingerichteten auf mindestens 24. Sie sehen in der Anwendung der Todesstrafe ein gezieltes Mittel zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Unterdrückung abweichender Meinungen. In Isfahan selbst hatten Angehörige und Bürger noch in der Nacht vor der Vollstreckung am Ort der aufgestellten Galgen protestiert; Videos zeigen Sprechchöre gegen die Sicherheitskräfte und ein massives Aufgebot von Spezialeinheiten mit gepanzerten Fahrzeugen.
Die Hinrichtungen sind Teil einer breiteren Repressionswelle nach den landesweiten Protesten, die im Dezember 2025 aus wirtschaftlichen Gründen begannen und sich zu regierungskritischen Kundgebungen ausweiteten. Die iranische Führung spricht von „Terrorakten“ und macht die USA und Israel verantwortlich. Die UN-Experten betonen, dass unter den geltenden Gesetzen jede regierungskritische Versammlung mit Vergeltung bedroht sei und der Kreislauf aus Protest und Hinrichtung nur durch die Öffnung des zivilen Raums und die Garantie der Versammlungsfreiheit durchbrochen werden könne. Die verbliebenen acht Verurteilten, darunter der zum Tatzeitpunkt erst 18-jährige Shervin Bagherian Jebeli, sind in Einzelhaft verlegt worden; ihre Familien wurden zu letzten Besuchen aufgefordert. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Lage, während die iranische Justiz weitere Vollstreckungen – möglicherweise öffentlich – vorbereitet.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −1.00 | critical |
|---|---|---|
| Iranische & verwandte Presse | +1.00 | aligned |
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.50 | critical |
Wir verurteilen die Hinrichtung von Demonstranten durch das iranische Regime als staatlichen Mord und stehen an der Seite der Familien und der internationalen Gemeinschaft, die Gerechtigkeit fordern.
Durch wiederholtes Zitieren von UN-Expertenaussagen und Augenzeugenberichten der Proteste konstruiert die Erzählung eine moralische Dichotomie zwischen einem brutalen Regime und einer friedlichen Bürgerschaft, wodurch die Hinrichtungen als Akt der Tyrannei erscheinen, der gestoppt werden muss.
Der Block lässt die Darstellung der iranischen Regierung aus, dass die Hingerichteten wegen Tötung von Polizisten verurteilt wurden, und berichtet weder über die spezifischen Anklagen noch über die rechtliche Begründung des Regimes.
Wir haben die Kriminellen hingerichtet, die unsere Polizisten getötet haben, und wir lehnen jede ausländische Einmischung in unsere rechtliche Souveränität ab.
Durch die Bereitstellung grafischer Details der Polizistenmorde und die Bezeichnung der Hingerichteten als 'Kriminelle' und 'Agenten der Aufwiegelung' rechtfertigt die Erzählung die Todesstrafe als notwendige Vergeltung und Abschreckung und stellt den Staat als Opfer von Gewalt dar.
Der Block lässt die Bedenken der UNO über unfaire Prozesse, das Fehlen individueller Verantwortung und die Tatsache aus, dass die Hingerichteten Demonstranten waren, keine in einem fairen Verfahren verurteilten Mörder. Er lässt auch Berichte über öffentliche Proteste gegen die Hinrichtungen aus.
UN-Experten haben den Iran aufgefordert, die Hinrichtungen wegen unfairer Prozesse zu stoppen, und wir berichten über ihre Bedenken als eine Frage des Völkerrechts.
Indem der Bericht ausschließlich UN-Experten zitiert und jede Erwähnung der Erzählung der iranischen Regierung oder der Einzelheiten der angeblichen Verbrechen vermeidet, befürwortet er implizit die rechtliche Kritik der UNO, ohne eine offene Haltung einzunehmen.
Der Block lässt die Rechtfertigung der iranischen Regierung und die grafischen Details der Polizistenmorde sowie die öffentlichen Proteste im Iran gegen die Hinrichtungen aus.
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