
Oman unterbreitet Iran Vorschlag für gemeinsame Hormus-Verwaltung mit freiwilligen Gebühren
Das an der Malakka-Straße orientierte Modell soll Teherans Alleinkontrolle verhindern und die blockierte Ölroute wieder öffnen – mit Rückendeckung der Golfstaaten.
Das Sultanat Oman hat der Islamischen Republik Iran einen Vorschlag für einen regionalen Mechanismus zur gemeinsamen Verwaltung der Straße von Hormus unterbreitet, der freiwillige Nutzungsgebühren vorsieht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine Golfquelle und einen westlichen Diplomaten meldet, wird das Modell von den arabischen Golfstaaten mitgetragen. Es lehnt sich an das in der Malakka-Straße praktizierte Verfahren an, bei dem Indonesien, Malaysia und Singapur freiwillige Beiträge von Schiffen zur Finanzierung von Navigationssicherheit, Umweltschutz sowie Such- und Rettungseinsätzen erheben. Die Initiative fällt in eine Phase erhöhter diplomatischer Aktivität, nachdem die Vereinigten Staaten ihre massive Luftoffensive gegen Iran am Wochenende überraschend ausgesetzt hatten und Präsident Donald Trump von „guten Gesprächen“ sprach, zugleich aber mit der Wiederaufnahme der Angriffe drohte, sollten die Verhandlungen scheitern.
Aus Teheraner Sicht ist eine Rückkehr zum Vorkriegszustand, in dem Schiffe die Meerenge ungehindert und ohne Abgaben passieren konnten, nicht hinnehmbar. Die iranische Führung hat wiederholt erklärt, die Straße gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Oman verwalten und Dienstleistungsgebühren erheben zu wollen. Washington hingegen besteht auf dem Status quo ante und bezeichnet obligatorische Gebühren als völkerrechtswidrig. Der omanische Vorschlag, der Iran keine exklusive Kontrolle zugesteht und auf Freiwilligkeit setzt, wird in westlichen Diplomatenkreisen als möglicher Kompromiss gewertet. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) erklärte, sie sei in die Gespräche nicht eingebunden, betonte jedoch, dass neue Verkehrsführungen den Mitgliedstaaten zur Prüfung vorgelegt werden müssten. Oman selbst hatte vor dem IMO-Rat am 9. Juli erklärt, obligatorische Transitgebühren abzulehnen, zugleich aber freiwillige Regelungen für Navigationshilfen als prüfenswert bezeichnet.
Die Meerenge, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel des globalen Öl- und Flüssigerdgashandels lief, ist seit dem gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf Iran am 28. Februar faktisch für fremde Schiffe blockiert. Ein im Juni unter pakistanischer Vermittlung erzieltes Abkommen zur teilweisen Wiedereröffnung scheiterte Anfang Juli, nachdem Iran Schiffe in einem von ihm nicht anerkannten Kanal beschossen hatte. Die daraufhin von Washington wieder aufgenommene Bombenkampagne forderte binnen 13 Nächten Dutzende Todesopfer und zerstörte Brücken, Tunnel und militärische Anlagen im Süden Irans. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Stützpunkte in Nachbarstaaten, bei denen vier amerikanische Soldaten starben, sowie mit Schlägen gegen zivile Infrastruktur in Golfstaaten. Die Aussetzung der US-Luftangriffe ließ die Ölpreise am Montag um rund acht Prozent einbrechen. Gleichzeitig wurden Drohnenangriffe aus Jordanien, Saudi-Arabien und dem Norden Irans gemeldet; Jordanien fing am Dienstag eine weitere Drohne ab.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi erörterte die Lage in der Straße von Hormus am Montag in getrennten Telefonaten mit seinen Amtskollegen aus Oman und Saudi-Arabien und unterstrich die Notwendigkeit regionaler Kooperation. Eine formelle Antwort Teherans auf den omanischen Vorschlag stand nach Angaben der Golfquelle bis Montagabend noch aus. Technische Gespräche über die Ausgestaltung – darunter die Einrichtung dreier Schifffahrtskorridore durch iranische, internationale und omanische Gewässer sowie die Verantwortung Irans für die Minenräumung im internationalen Korridor – dauern an. Ein für London geplanter Gipfel zwischen der „Koalition der Willigen“ und den USA zur Hormus-Frage wurde abgesagt. Präsident Trump wollte am Dienstag mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammentreffen; Israel ist an den jüngsten Friedensgesprächen nicht beteiligt. Die kommenden Tage dürften zeigen, ob der omanische Vorstoß die Grundlage für eine dauerhafte Entspannung der für die Weltwirtschaft kritischen Wasserstraße bilden kann.
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| Arabische Levante-Maghreb-Presse | 0.00 | neutral |
Muscat's proposal is an opportunity to defuse tension, while the suspension of US raids opens a diplomatic window.
The diplomatic proposal is contextualized within the US-Iran military dynamic, presenting the suspension of airstrikes as the enabling factor for a negotiated solution.
It does not mention the Strait of Malacca model, which other accounts use to legitimize the proposal.
The Omani proposal is a concrete step for regional cooperation, following the successful Malacca Strait model.
The proposal is legitimized by comparison with the Malacca Strait model, suggesting the solution is viable and already tested.
It does not mention the suspension of US airstrikes, which in other accounts is the context that opens the diplomatic path.
The Omani proposal is a straightforward diplomatic initiative with regional backing, based on an existing model.
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