
Waldbrände in British Columbia und Schottland zwingen Tausende zur Evakuierung
Kanadische Behörden melden dutzende aktive Feuer, während auch im Cairngorms-Nationalpark ein Großbrand außer Kontrolle gerät – internationale Hilfe läuft an.
In der kanadischen Provinz British Columbia haben sich die Waldbrände nach Behördenangaben weiter verschärft und Tausende zur Flucht gezwungen. In Schottland rief die Polizei wegen eines sich schnell ausbreitenden Feuers im Cairngorms-Nationalpark den Notstand aus und ordnete Evakuierungen an.
Besonders betroffen ist die Region um Clinton: Das Pear-Lake-Feuer und der Fiftynine-Creek-Brand haben nach Angaben des zuständigen Bezirksrates neue Evakuierungsbefehle für mehr als 170 Grundstücke erzwungen; die gesamte Ortschaft Clinton musste geräumt werden. In Boston Bar, rund 200 Kilometer nordöstlich von Vancouver, verschmolzen zwei Großfeuer, und die regionale Katastrophenschutzbehörde forderte die verbliebenen Anwohner eindringlich zur Flucht auf. Einige Bewohner widersetzen sich jedoch den Anordnungen und beabsichtigen, ihre Häuser mit eigenen Maschinen zu verteidigen, wie lokale Medien berichten. Ersten Schadensmeldungen zufolge wurden etwa 20 Gebäude beschädigt oder zerstört. Die Stadt Kimberley im Südosten der Provinz steht wegen des nahenden Bootleg-Feuerkomplexes unter Evakuierungsalarm.
In der östlichen Provinz Ontario sind nach offiziellen Angaben derzeit 177 Feuer aktiv, aber innerhalb der letzten 24 Stunden wurden keine neuen Brände registriert. Mehr als 1.800 Menschen, überwiegend aus indigenen Gemeinden, mussten ihre Häuser verlassen. Vertreter der First Nations verlangen eine öffentliche Untersuchung des Umgangs der Provinzregierung mit der Krise; Premierminister Doug Ford wies die Kritik zurück und erklärte, seine Regierung habe alle verfügbaren Mittel eingesetzt. Kanadas Premierminister Mark Carney sprach von einer der intensivsten Feuersaisons seit Beginn der Aufzeichnungen und dankte Mexiko für die Entsendung von 200 Brandbekämpfern.
In Schottland löste die Polizei am Donnerstag eine Großschadenslage aus, nachdem ein Waldbrand im Cairngorms-Nationalpark durch auffrischende Winde unberechenbar wurde und auf die Ortschaft Nethy Bridge überzugreifen drohte. Nach Polizeiangaben sind mehr als 500 Feuerwehrleute und mehrere Hubschrauber im Einsatz. Der örtliche Erste Minister John Swinney rief die Bevölkerung zur Einhaltung der Sperrzonen auf; Rauch zog bis in die Stadt Aberdeen.
Die Wettervorhersagen geben in beiden Regionen wenig Anlass zur Hoffnung. Einsatzleiter in British Columbia erklärten, es sei „weit und breit kein Regen in Sicht“, und die Temperaturen lägen über dem jahreszeitlichen Durchschnitt. In Schottland begünstigen wechselnde Winde eine unberechenbare Brandausbreitung. Die Behörden stufen die Lage weiterhin als kritisch ein. Die Ermittlungen zu den genauen Schadenshöhen und Brandursachen sind noch nicht abgeschlossen; sämtliche Evakuierungsanordnungen bleiben vorerst bestehen.
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