
USA und Iran einigen sich auf Fahrplan – Widersprüchliche Signale zu Atominspektionen
Nach ersten hochrangigen Gesprächen in der Schweiz kündigt Washington die Rückkehr von IAEA-Inspektoren an, Teheran dementiert neue Zusagen – technische Verhandlungen werden fortgesetzt.
Die erste Runde direkter Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im schweizerischen Bürgenstock hat nach Vermittlerangaben eine „Roadmap“ für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen hervorgebracht. Aus Washingtoner Sicht erklärte Vizepräsident J.D. Vance, Iran habe der Rückkehr von Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) zugestimmt; dies sei ein „bedeutender Meilenstein“ und der erste Schritt zur dauerhaften Beendigung eines iranischen Kernwaffenprogramms. Iranische Regierungsvertreter wiesen diese Darstellung umgehend zurück. Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei betonte gegenüber Staatsmedien, es sei keine neue Verpflichtung eingegangen worden; das Verhältnis zur IAEA folge den bestehenden Verfahren, und jede Änderung bedürfe der Zustimmung des Parlaments.
Die von Pakistan und Katar vermittelten Gespräche, die sich von Sonntag bis in die frühen Morgenstunden des Montags erstreckten, standen unter dem Eindruck eines fragilen Waffenstillstands. In einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler hieß es, beide Seiten hätten die Einrichtung eines Hochrangigen Komitees zur politischen Überwachung sowie einer „Deconfliction-Zelle“ für den Libanon vereinbart, um die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran gestützten Hisbollah zu beenden. Zudem sei eine Kommunikationslinie geschaffen worden, um Zwischenfälle im strategisch wichtigen Hormus-Straße zu vermeiden und die sichere Passage von Handelsschiffen zu gewährleisten. Vance zufolge ist die Wasserstraße, deren Schließung durch Iran im Februar die globalen Energiemärkte erschüttert hatte, wieder geöffnet; die Öl- und Gaspreise seien daraufhin gesunken.
Die Verhandlungen waren von scharfen Tönen aus Washington begleitet. Präsident Donald Trump drohte in sozialen Medien mit massiven Angriffen, sollte Iran seine „Stellvertreter“ im Libanon nicht zurückhalten. Iranische Medien berichteten von einer kurzzeitigen Unterbrechung der Gespräche aufgrund einer als beleidigend empfundenen Botschaft Trumps. Vance verteidigte die Äußerungen als Reaktion auf „Trash Talk“ der Gegenseite und betonte, die Gespräche seien danach über neun Stunden fortgesetzt worden. Gleichzeitig stellte er in Aussicht, eingefrorene iranische Vermögenswerte unter katarischer Aufsicht für den Kauf amerikanischer Agrarprodukte freizugeben – ein Vorschlag, zu dem sich Teheran bislang nicht geäußert hat.
Das vorläufige Abkommen, das in der Vorwoche elektronisch unterzeichnet worden war, sieht eine 60-tägige Frist für Verhandlungen über das Nuklearprogramm, Sanktionserleichterungen und einen 300-Milliarden-Dollar-Fonds für den Wiederaufbau Irans vor. Das US-Finanzministerium erließ eine entsprechende 60-Tage-Lizenz zur Aussetzung von Ölsanktionen. Während die hochrangigen Delegationen die Schweiz inzwischen verlassen haben, werden die technischen Gespräche in Bürgenstock fortgesetzt. In Washington formiert sich unterdessen Widerstand im Kongress; republikanische Senatoren wie Ted Cruz äußerten Skepsis gegenüber Zugeständnissen an Teheran. Die nächste Bewährungsprobe für den vereinbarten Fahrplan wird nach iranischer Lesart die Wirksamkeit der Deconfliction-Zelle im Libanon sein, wo die Waffenruhe trotz israelischer Luftschläge zuletzt gehalten hat.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
2 Mediengruppen · 3 Sprachen
Der US-Vizepräsident verkündete, dass der Iran zugestimmt habe, IAEA-Inspektoren wieder ins Land zu lassen, und stellte dies als wichtigen Schritt dar. Teheran dementierte jedoch umgehend, über Inspektionen gesprochen zu haben, was eine Kluft zwischen der amerikanischen Darstellung und den iranischen Aussagen offenbart. Lateinamerikanische Medien berichten beide Versionen und lassen Zweifel am tatsächlichen Fortschritt aufkommen.
Vizepräsident Vance erklärte, dass eine solide Grundlage für ein endgültiges Abkommen gelegt worden sei und der Iran zugestimmt habe, die Nuklearinspektoren wieder zuzulassen. Er wies iranische Beschwerden als „Drohungen und Gejammer“ zurück und betonte, dass die USA die technischen Gespräche und Mechanismen für eingefrorene Vermögenswerte vorantreiben. Der Ton ist von entschlossenem Optimismus geprägt, der die Einwände Teherans beiseite wischt.
Verwandte Artikel
Schiesserei in jüdischem Viertel Montreals: Polizist, Zivilist und Angreifer tot
12 Sprachen · 34 Quellen
Kriminalität & KatastrophenZwei Kinder in Frankreich bei extremer Hitzewelle in Auto tot aufgefunden
11 Sprachen · 36 Quellen
SportHaalands Doppelpack ebnet Norwegen den Weg in die K.o.-Runde
4 Sprachen · 19 Quellen