
Übergriffe, Beinahe-Kollisionen und Schleusernetzwerke: Eine Woche globaler Vorfälle in der Luftfahrt
Von Singapur über Boston bis Medellín: Zwischenfälle an Bord, Sicherheitsrisiken im Luftverkehr und die Zerschlagung von Migrantenschmuggelringen prägten die vergangenen Tage.
In Singapur ist ein 35-jähriger indischer Staatsbürger zu sechs Monaten Haft verurteilt worden, weil er auf einem Singapore-Airlines-Flug eine Flugbegleiterin belästigt und später in der Bordküche bedrängt hatte. Wie die South China Morning Post und das malaysische Portal The Vibes berichten, berührte der Mann die Frau zunächst am Oberschenkel und später mit dem Ellbogen am Gesäß; als sie ihn aufforderte, sie nicht anzufassen, habe er gegrinst, während seine Begleiter lachten. Das Gericht verhängte die Strafe wegen Belästigung und bedrohlichen Verhaltens und ordnete eine Entschädigung von umgerechnet rund 900 Euro an. Auf einem American-Airlines-Flug von Charlotte nach Philadelphia biss ein Passagier einen Mitreisenden und versuchte, andere anzugreifen. Laut einer von Fox News veröffentlichten Aufzeichnung des Piloten forderte die Besatzung Polizei und Sanitäter an; der Pilot vermutete eine psychische Ausnahmesituation. Auf einem Ryanair-Flug von Edinburgh nach Palma de Mallorca eskalierte ein Streit eines betrunkenen Paares; ein Mann schlug einen Polizisten und wurde daraufhin von Beamten mit Schlagstöcken fixiert, wie das italienische Portal Il Fatto Quotidiano unter Berufung auf Augenzeugen meldet.
In Boston entgingen zwei Flugzeuge nur knapp einer Kollision. Wie das Luftfahrtportal Paddle Your Own Kanoo berichtet, erhielt ein Airbus von Delta Air Lines mit 129 Menschen an Bord Landeerlaubnis auf einer Startbahn, die eine kreuzende Piste schnitt, auf der eine Boeing 737 von American Airlines zum Start beschleunigte. Die Delta-Piloten bemerkten das andere Flugzeug und leiteten ein Durchstartmanöver ein; der Airbus stieg um mehr als 600 Meter. Der Fluglotse habe die Gefahr erst durch den Hinweis der Piloten erkannt.
Kolumbianische Behörden haben unterdessen ein Schleusernetzwerk zerschlagen, das Migranten aus China, Ecuador, Venezuela und Haiti über den Darién-Dschungel in Richtung USA schleuste. Laut der Zeitung El Colombiano beschlagnahmten Polizei und Staatsanwaltschaft 48 Immobilien – darunter eine Tankstelle, 25 Boote und ein Hotel – im Gesamtwert von umgerechnet rund 6,5 Millionen Euro. Neun mutmaßliche Mitglieder wurden festgenommen; die Ermittler werfen ihnen Geldwäsche und kriminelle Vereinigung vor. In Malaysia nahm die paramilitärische Polizei PGA in der Provinz Kelantan zehn Personen fest, darunter einen thailändischen Fahrer und sieben chinesische Staatsangehörige ohne gültige Einreisepapiere. Wie die Nachrichtenagentur Bernama meldet, steht der Fahrer im Verdacht, seit Januar Migranten gegen Bezahlung transportiert zu haben; bei den Chinesen fanden die Beamten zahlreiche Mobiltelefone, die auf Online-Betrug hindeuten.
Abseits der Luftfahrt sorgte ein Video eines Gleitschirmpiloten für Diskussionen: Der Pilot pflückte während des Flugs Blätter von Baumkronen, um sie seiner Passagierin zu überreichen. Indische Medien wie India TV berichten von geteilten Reaktionen – einige Nutzer sahen darin ein unnötiges Sicherheitsrisiko. In Buenos Aires beschuldigte eine Kellnerin einen Kunden eines gehobenen Restaurants, sie verbal und körperlich attackiert zu haben, nachdem es zu Verzögerungen beim Abräumen der Teller gekommen war. Der Fall wird von argentinischen Medien wie A24 aufgegriffen; die Frau gab an, der Mann habe sie auf Englisch beschimpft und geschubst, während seine Mutter sie ebenfalls angeschrien habe.
Die Ermittlungen zu den Vorfällen dauern in allen Fällen an; in Singapur ist das Urteil bereits rechtskräftig, während in Kolumbien und Malaysia die Festgenommenen in Untersuchungshaft sitzen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein virales Video zeigt einen Gleitschirmpiloten, der im Flug Blätter von einem Baum pflückt und seiner Passagierin überreicht, was im Internet für geteilte Meinungen sorgt. Manche empfinden die Geste als charmant, andere als unnötig und riskant. Die Geschichte bietet eine unbeschwerte Abwechslung zu ernsteren Vorfällen.
Eine Delta-Maschine mit 129 Menschen an Bord wäre in Boston beinahe auf einem startenden American-Airlines-Jet gelandet, der eine kreuzende Startbahn nutzte. Der Beinahe-Zwischenfall offenbart erhebliche Sicherheitsmängel im US-Luftverkehr. Russische Berichte betonen, dass nur ein Durchstarten in letzter Sekunde eine Katastrophe verhinderte, und verweisen auf systemische Schwächen.
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