
Tokio und Washington bekräftigen Interventionsbereitschaft bei Yen-Schwäche
Finanzministerin Katayama signalisiert nach Gesprächen mit US-Finanzminister Bessent entschlossenes Handeln, während der Yen nahe einem 40-Jahres-Tief notiert.
Die japanische Finanzministerin Satsuki Katayama hat am Dienstag in Tokio erklärt, Japan und die Vereinigten Staaten seien weiterhin bereit, „wann immer nötig entschlossene Maßnahmen“ am Devisenmarkt zu ergreifen. Die Aussage folgte auf ein etwa einstündiges Online-Gespräch mit US-Finanzminister Scott Bessent am Montagabend und ließ den Yen kurzzeitig von 161,90 auf rund 161 Yen je Dollar steigen. Zuvor hatte die US-Währung in New York mit 161,93 notiert und näherte sich damit der Marke von 161,96, deren Überschreiten den tiefsten Stand der japanischen Valuta seit Dezember 1986 bedeuten würde.
Der anhaltende Abwertungsdruck speist sich aus der Erwartung, dass die Zinsdifferenz zwischen Japan und den Vereinigten Staaten sich kurzfristig nicht wesentlich verringern wird. Die Bank of Japan hat zwar in der vergangenen Woche ihren Leitzins angehoben, doch Marktteilnehmer in New York werten den Schritt als unzureichend, um die Inflation wirksam einzudämmen. Gleichzeitig nähren Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve in diesem Jahr die Dollar-Stärke. Hinzu kommen erhöhte Ölpreise infolge des Krieges zwischen den USA und dem Iran, die Japans Importrechnung belasten und die Handelsbilanz verschlechtern.
Aus Washingtoner Sicht wird die enge Abstimmung mit Tokio betont. Katayama sprach von einer „zunehmend engen und stärker werdenden“ Kooperation und verwies auf das gemeinsame Verständnis, dass Interventionen nur zur Bekämpfung ungeordneter und volatiler Bewegungen eingesetzt werden. Das Treffen war nach Darstellung der Ministerin keine Krisensitzung, sondern eine Fortsetzung der Gespräche am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. Beobachter in Tokio werten die öffentliche Bekräftigung dennoch als Versuch, die Hürde für eine tatsächliche Intervention niedrig erscheinen zu lassen und spekulative Positionen abzuschrecken.
Die Wirkung früherer Stützungskäufe ist verblasst. Zwischen Ende April und Ende Mai hatte Japan mit 11,7 Billionen Yen (rund 72 Milliarden US-Dollar) so stark interveniert wie nie zuvor, ohne den Trend zu drehen. Händler der Sumitomo Mitsui Trust Bank in New York sehen die zugrundeliegende Yen-Schwäche unverändert und halten einen Test der Marke von 162 Yen je Dollar noch in dieser Woche für möglich. Der nächste Orientierungspunkt für die Märkte ist die geldpolitische Sitzung der Federal Reserve, von der Signale zum weiteren Zinspfad erwartet werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Tokio und Washington haben eine unerschütterliche Vereinbarung, bei Bedarf entschlossene Maßnahmen an den Devisenmärkten zu ergreifen. Nach dem Online-Treffen der Finanzminister legte der Yen von seinem fast 40-Jahres-Tief rasch zu, wobei einige Händler eine Intervention vermuteten. Die Ansichten beider Länder liegen sehr nah beieinander, was die Bereitschaft zu koordiniertem Handeln signalisiert.
Das Gespräch zwischen Japans Finanzministerin und dem US-Finanzminister gab dem Yen nur einen kurzlebigen Auftrieb; er bleibt nahe seinem schwächsten Stand seit vier Jahrzehnten. Analysten warnen, dass Japan die Optionen zur Stützung seiner Währung ausgehen, da Interventionen allein die zugrunde liegenden Belastungen durch Zinsdifferenzen und geopolitische Spannungen möglicherweise nicht umkehren können.
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