
USA setzen Venezuela-Sanktionen für Erdbebenhilfe befristet aus
Das US-Finanzministerium erlaubt bis Oktober 2026 Transaktionen zur Katastrophenhilfe, während die übrigen Strafmaßnahmen unverändert fortbestehen.
Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des US-Finanzministeriums hat mit sofortiger Wirkung alle Finanz- und Handelsgeschäfte von den Venezuela-Sanktionen ausgenommen, die unmittelbar der Hilfe nach den beiden schweren Erdbeben vom 25. Juni dienen. Die am Donnerstag erteilte Generallizenz gilt bis zum 23. Oktober 2026 und soll internationalen Hilfsorganisationen, Banken und Regierungen Rechtssicherheit für Überweisungen und Lieferungen in das südamerikanische Land verschaffen. Nach Behördenangaben kamen bei den Beben der Stärke 7,2 und 7,4 mindestens 235 Menschen ums Leben, mehr als 4.300 wurden verletzt; inoffizielle Register verzeichnen über 50.000 Vermisste.
Aus Washingtoner Sicht handelt es sich um eine gezielte humanitäre Ausnahme, die den grundsätzlichen Sanktionsdruck auf die Regierung in Caracas nicht mindert. Das Ministerium stellte klar, dass eingefrorene Vermögenswerte unangetastet bleiben und sämtliche übrigen Verbote aus den Executive Orders fortgelten. Parallel kündigte das Außenministerium 150 Millionen Dollar Soforthilfe an, davon 100 Millionen für das UN-Nothilfebüro OCHA und 50 Millionen für Einsätze vor Ort. Bereits in der Vergangenheit hatte Washington vereinzelt Lizenzen für den Ölsektor erteilt, zuletzt aber im April 2026 eine allgemeine Ausnahmegenehmigung auslaufen lassen, sodass seit dem 31. Mai wieder das volle Sanktionsregime greift.
Die Übergangsregierung unter der seit Januar amtierenden Präsidentin Delcy Rodríguez – Nicolás Maduro war zu Jahresbeginn festgenommen worden – hat die US-Entscheidung als Akt der Solidarität gewürdigt. Rodríguez dankte Präsident Donald Trump ausdrücklich und rief den Notstand aus. Internationale Rettungsteams, darunter eine brasilianische Mission mit 36 Feuerwehrleuten und einem Feldlazarett, sind im Anflug; auch europäische Staaten haben Hilfe zugesagt. Die temporäre Lizenz erleichtert solche Einsätze, weil sie Transaktionen über das US-Finanzsystem ermöglicht, die sonst an den seit 2017 schrittweise verschärften Sanktionen scheitern würden.
Die Maßnahme fügt sich in eine wechselhafte Sanktionspolitik ein, die nach Darstellung des US-Kongresses auf die Unterstützung von Drogenhandel und die Aushungerung der Bevölkerung durch die Maduro-Regierung reagierte. Während die humanitäre Ausnahme nun Finanzströme für Nahrungsmittel, Medikamente und Bergungsgerät freigibt, bleibt der Zugang zu eingefrorenen Staatsgeldern blockiert. Die Lizenz endet automatisch am 23. Oktober 2026; eine Verlängerung wäre ein politischer Entscheid, der nach Einschätzung von Beobachtern in europäischen Hauptstädten auch von der weiteren Entwicklung der Übergangsregierung abhängt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Vereinigten Staaten haben die Sanktionen vorübergehend aufgehoben, um humanitäre Transaktionen mit Venezuela nach den beiden verheerenden Erdbeben zu ermöglichen. Die bis Oktober 2026 gültige Lizenz wird als pragmatische Reaktion auf eine Tragödie mit über 180 Toten und Zehntausenden Vermissten dargestellt. Der Fokus liegt auf der Dringlichkeit der Hilfe, ohne explizite Kommentare zu den vorherigen Beschränkungen.
Washington war gezwungen, seine Sanktionen gegen Venezuela zu lockern, um nach den katastrophalen Erdbeben Hilfe zu ermöglichen, und entlarvte damit die Grausamkeit seiner früheren Beschränkungen. Der Schritt wird als unvermeidlicher Schritt angesichts der humanitären Notlage dargestellt, mit einem impliziten Eingeständnis des Scheiterns der Sanktionspolitik. Die vorübergehende Genehmigung wird mit Skepsis betrachtet, als eine verspätete Geste, die das zugefügte Leid nicht ungeschehen macht.
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