
USA lehnen Verlängerung des USMCA ab: Zehn-Jahres-Frist für Freihandelszone läuft an
Die Regierung Trump wird am Mittwoch erklären, das Abkommen nicht um 16 Jahre zu verlängern; damit beginnt eine Dekade jährlicher Überprüfungen bis zum möglichen Auslaufen 2036.
Die Vereinigten Staaten werden das Handelsabkommen mit Mexiko und Kanada (USMCA) nicht um weitere 16 Jahre verlängern. Nach übereinstimmenden Berichten, zuerst von Reuters verbreitet, will die Regierung Trump am 1. Juli formell erklären, dass sie die im Vertrag vorgesehene Option einer langfristigen Fortschreibung ablehnt. Damit tritt die sogenannte Sunset-Klausel in Kraft: Das Abkommen bleibt zwar noch zehn Jahre bis 2036 in Kraft, unterliegt ab sofort aber jährlichen Überprüfungen durch die drei Partner. Die seit 32 Jahren bestehende nordamerikanische Freihandelszone verliert damit ihre langfristige Planungssicherheit.
Der Mechanismus ist im Vertragstext selbst angelegt. Artikel 34.6 sieht vor, dass die Handelsminister nach sechs Jahren über eine Verlängerung um 16 Jahre entscheiden. Kommt keine Einigung zustande, folgen jährliche Revisionssitzungen, ohne dass der Vertrag automatisch endet. Aus Washingtoner Sicht sind dafür vor allem zwei Forderungen ausschlaggebend: eine Erhöhung des US-amerikanischen Wertschöpfungsanteils in der Automobilproduktion auf 50 Prozent sowie schärfere Ursprungsregeln, um eine Umgehung durch chinesische Waren zu unterbinden. Die US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hat bereits eine dritte Verhandlungsrunde mit Mexiko für die Woche ab dem 20. Juli angesetzt.
Mexiko und Kanada hatten zuvor ihre Bereitschaft zur Verlängerung signalisiert. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, sie habe ein entsprechendes Schreiben unterzeichnet; auch Ottawa habe diesen Schritt vollzogen. Aus mexikanischer Sicht bleibt das Abkommen die zentrale Stütze für Investitionen und Exporte. Das Instituto Mexicano para la Competitividad (IMCO) warnt, die Annahme asymmetrischer Bedingungen – etwa saisonale Einfuhrbeschränkungen für Agrarprodukte – wäre die größte Gefahr. Der kanadische Premierminister Mark Carney dämpfte die Erwartungen an einen Durchbruch: Er erwarte „kein Drama“, aber einen konstruktiven Austausch. Die Unsicherheit trifft vor allem Mexiko: Oxford Economics senkte die Investitionsprognose für 2026 auf einen Rückgang von 1,6 Prozent und erwartet dauerhaft niedrigere Investitionsniveaus.
Die virtuelle Zusammenkunft der Handelsminister am Mittwoch markiert den Auftakt eines langwierigen Prozesses. Ein sofortiger Austritt der USA ist nicht zu erwarten, da dies auch im Kongress auf Widerstand stoßen könnte und die wirtschaftlichen Kosten für grenznahe Bundesstaaten wie Texas und Michigan erheblich wären. Dennoch wird die handelspolitische Unsicherheit zum bestimmenden Faktor für die Region. Der nächste konkrete Schritt ist die für Juli geplante bilaterale Gesprächsrunde zwischen Washington und Mexiko-Stadt, während Kanada vorerst auf separate Verhandlungen wartet.
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Die USA werden voraussichtlich die Frist zum 1. Juli für eine Verlängerung des USMCA verstreichen lassen, was einen zehnjährigen Countdown statt eines sofortigen Zusammenbruchs einleitet. Kanadische Beamte betrachten dies als verfahrenstechnischen Schritt, der das Handelsabkommen während laufender Verhandlungen aufrechterhält, jedoch langfristige Unsicherheit für nordamerikanische Lieferketten schafft.
Die Weigerung, das Abkommen zu verlängern, markiert einen strukturellen Wandel in der Art und Weise, wie Washington Handel, Industrie und nationale Sicherheit verknüpft, und lässt Mexiko und Kanada in der Schwebe. Die Wirtschaft drängt darauf, jährliche Überprüfungen zu begrenzen, und hofft nach den US-Wahlen noch auf eine volle 16-jährige Verlängerung, doch die unmittelbare Aussicht ist eine gemanagte Unsicherheit und ein auf einen Jahresvertrag reduziertes Abkommen.
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