Anmelden
Ausgabe von 10:00 CETMittwoch, 24. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen963 Briefings heute
Justiz & RechtDienstag, 23. Juni 2026

Berufungsgericht erlaubt landesweite Schnellabschiebungen – Supreme Court stärkt Exekutive in weiterem Einwanderungsfall

Ein Bundesberufungsgericht in Washington hat die von Trump ausgeweitete „expedited removal“ wieder in Kraft gesetzt; parallel erleichtert der Supreme Court die Aberkennung des Aufenthaltsstatus von Green-Card-Inhabern.

Das Bundesberufungsgericht für den District of Columbia hat am Dienstag mit einer 2:1-Entscheidung die landesweite Anwendung beschleunigter Abschiebungen („expedited removal“) durch die Trump-Administration wieder zugelassen. Die von zwei republikanisch ernannten Richtern getragene Mehrheit hob damit eine einstweilige Verfügung der von Präsident Biden berufenen Bundesrichterin Jia Cobb auf, die die Ausweitung im August 2025 wegen Verletzung von Verfahrensrechten gestoppt hatte. Das Heimatschutzministerium (DHS) kann nun im gesamten Staatsgebiet Migranten ohne Anhörung vor einem Einwanderungsrichter ausweisen, sofern sie nicht belegen können, seit mindestens zwei Jahren ununterbrochen in den Vereinigten Staaten zu leben.

Aus Sicht der Regierung in Washington ist die Maßnahme ein zentrales Instrument der Massenabschiebungspolitik. Das Justizministerium hatte die erstinstanzliche Entscheidung als „schweren Fehler“ bezeichnet, der dem Staat eine „wesentliche Waffe“ gegen illegale Einwanderung vorenthalte. Die American Civil Liberties Union (ACLU) hingegen erklärte, das Urteil untergrabe den Grundsatz des rechtlichen Gehörs und setze Betroffene einem „fehleranfälligen System“ aus. Richter Justin Walker, ein Trump-Ernannter, hielt in der Begründung fest, das beschleunigte Verfahren sehe Benachrichtigung und Widerspruchsmöglichkeit vor; die von der Vorinstanz angeführten praktischen Einschränkungen seien vom Gesetzgeber selbst angelegt und begründeten keinen Verfassungsverstoß. Der von Präsident Obama ernannte Richter Robert Wilkins widersprach: Ein Verfahren, das nicht einmal die Aufenthaltsdauer erfrage, sei für im Landesinneren aufgegriffene Personen „völlig unzureichend“.

Die Entscheidung erweitert eine Befugnis, die seit 1996 vor allem in Grenznähe und für erst kürzlich eingereiste Migranten genutzt wurde. Bereits 2019 hatte die erste Trump-Administration die Regelung landesweit ausgedehnt; die Biden-Regierung nahm dies zurück. Mit der nun bestätigten Ausweitung können Einwanderungsbeamte auch Personen, die seit Jahren im Land leben, einem Schnellverfahren unterwerfen, wenn sie die Zweijahresfrist nicht sofort nachweisen können. Die Vorinstanz hatte auf Fälle verwiesen, in denen Menschen mit weit längerem Aufenthalt irrtümlich in beschleunigte Verfahren gerieten, und ein hohes Fehlerrisiko konstatiert.

Parallel zu diesem Berufungsurteil stärkte der Supreme Court am selben Tag mit einer 6:3-Entscheidung die Handlungsmacht der Exekutive gegenüber legalen Daueraufenthaltsberechtigten. Die von Richter Clarence Thomas verfasste Mehrheitsmeinung erlaubt es Grenzbeamten, rückkehrende Green-Card-Inhaber bereits auf Basis eines bloßen Tatverdachts als „Antragsteller auf Zulassung“ einzustufen und damit Abschiebeverfahren einzuleiten. Die von Richterin Ketanji Brown Jackson angeführte liberale Minderheit warnte, die Regierung erhalte einen „massiven Blankoscheck“ und könne Betroffene in ein „Einwanderungslimbo“ stürzen. Beide Judikate fügen sich in eine Reihe von Verfahren, mit denen die Trump-Administration sowohl irreguläre als auch legale Einwanderungswege restriktiveren Regeln unterwirft. Weitere höchstrichterliche Entscheidungen stehen unter anderem zur Beendigung des Geburtsortsstaatsbürgerschaftsrechts und zur Aufhebung humanitärer Schutzprogramme an.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

61%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseIndische & südasiatische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Sicherheit
PragmatismusDistanz

Die Bundesjustiz macht den Weg frei für die Abschiebeagenda der Regierung. Sowohl der Supreme Court als auch ein Berufungsgericht haben die Befugnisse der Regierung zur beschleunigten Abschiebung ausgeweitet, auch für Inhaber einer Green Card. Dies wird als pragmatischer Schritt für die nationale Sicherheit dargestellt, auch wenn manche Stimmen Bedenken zum rechtsstaatlichen Verfahren äußern.

Indische & südasiatische Presse
DistanzPragmatismus

Der Oberste Gerichtshof der USA hat sich in einem Abschiebefall um einen Green-Card-Inhaber auf die Seite der Trump-Regierung gestellt. Das 6:3-Urteil gibt Einwanderungsbeamten mehr Befugnisse, um aus dem Ausland zurückkehrende rechtmäßige Daueraufenthaltsberechtigte zu überprüfen. Die Nachricht wird sachlich und ohne explizite Wertung wiedergegeben.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Trump droht mit sofortigem Abbruch der Iran-Verhandlungen bei Gebühren im Hormus·Torloses Remis in Boston: Englands Dominanz prallt an Ghanas Defensivblock ab·Ein Straßenkind, ein hölzerner Mond und das Meer, das zuhört·Brasilien und Schottland im Gruppenfinale: WM-Entscheidungen in Miami und Atlanta·Ronaldos Rekord und die Messi-Frage: Portugal siegt 5:0 gegen Usbekistan·Venezuela: 240 Milliarden Dollar Schulden vor historischer Umschuldung·Bundesweiter Bahnstillstand: GSM-R-Störung legt Zugverkehr lahm·Mexikos perfekter Auftakt: Südkorea und Tschechien ringen um den zweiten Platz·Trump droht mit sofortigem Abbruch der Iran-Verhandlungen bei Gebühren im Hormus·Torloses Remis in Boston: Englands Dominanz prallt an Ghanas Defensivblock ab·Ein Straßenkind, ein hölzerner Mond und das Meer, das zuhört·Brasilien und Schottland im Gruppenfinale: WM-Entscheidungen in Miami und Atlanta·Ronaldos Rekord und die Messi-Frage: Portugal siegt 5:0 gegen Usbekistan·Venezuela: 240 Milliarden Dollar Schulden vor historischer Umschuldung·Bundesweiter Bahnstillstand: GSM-R-Störung legt Zugverkehr lahm·Mexikos perfekter Auftakt: Südkorea und Tschechien ringen um den zweiten Platz·
Akt. 22:473 Sprachen · 3 Quellen
3 Quellen|3 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Dienstag, 23. Juni 2026

Berufungsgericht erlaubt landesweite Schnellabschiebungen – Supreme Court stärkt Exekutive in weiterem Einwanderungsfall

Ein Bundesberufungsgericht in Washington hat die von Trump ausgeweitete „expedited removal“ wieder in Kraft gesetzt; parallel erleichtert der Supreme Court die Aberkennung des Aufenthaltsstatus von Green-Card-Inhabern.

Das Bundesberufungsgericht für den District of Columbia hat am Dienstag mit einer 2:1-Entscheidung die landesweite Anwendung beschleunigter Abschiebungen („expedited removal“) durch die Trump-Administration wieder zugelassen. Die von zwei republikanisch ernannten Richtern getragene Mehrheit hob damit eine einstweilige Verfügung der von Präsident Biden berufenen Bundesrichterin Jia Cobb auf, die die Ausweitung im August 2025 wegen Verletzung von Verfahrensrechten gestoppt hatte. Das Heimatschutzministerium (DHS) kann nun im gesamten Staatsgebiet Migranten ohne Anhörung vor einem Einwanderungsrichter ausweisen, sofern sie nicht belegen können, seit mindestens zwei Jahren ununterbrochen in den Vereinigten Staaten zu leben.

Aus Sicht der Regierung in Washington ist die Maßnahme ein zentrales Instrument der Massenabschiebungspolitik. Das Justizministerium hatte die erstinstanzliche Entscheidung als „schweren Fehler“ bezeichnet, der dem Staat eine „wesentliche Waffe“ gegen illegale Einwanderung vorenthalte. Die American Civil Liberties Union (ACLU) hingegen erklärte, das Urteil untergrabe den Grundsatz des rechtlichen Gehörs und setze Betroffene einem „fehleranfälligen System“ aus. Richter Justin Walker, ein Trump-Ernannter, hielt in der Begründung fest, das beschleunigte Verfahren sehe Benachrichtigung und Widerspruchsmöglichkeit vor; die von der Vorinstanz angeführten praktischen Einschränkungen seien vom Gesetzgeber selbst angelegt und begründeten keinen Verfassungsverstoß. Der von Präsident Obama ernannte Richter Robert Wilkins widersprach: Ein Verfahren, das nicht einmal die Aufenthaltsdauer erfrage, sei für im Landesinneren aufgegriffene Personen „völlig unzureichend“.

Die Entscheidung erweitert eine Befugnis, die seit 1996 vor allem in Grenznähe und für erst kürzlich eingereiste Migranten genutzt wurde. Bereits 2019 hatte die erste Trump-Administration die Regelung landesweit ausgedehnt; die Biden-Regierung nahm dies zurück. Mit der nun bestätigten Ausweitung können Einwanderungsbeamte auch Personen, die seit Jahren im Land leben, einem Schnellverfahren unterwerfen, wenn sie die Zweijahresfrist nicht sofort nachweisen können. Die Vorinstanz hatte auf Fälle verwiesen, in denen Menschen mit weit längerem Aufenthalt irrtümlich in beschleunigte Verfahren gerieten, und ein hohes Fehlerrisiko konstatiert.

Parallel zu diesem Berufungsurteil stärkte der Supreme Court am selben Tag mit einer 6:3-Entscheidung die Handlungsmacht der Exekutive gegenüber legalen Daueraufenthaltsberechtigten. Die von Richter Clarence Thomas verfasste Mehrheitsmeinung erlaubt es Grenzbeamten, rückkehrende Green-Card-Inhaber bereits auf Basis eines bloßen Tatverdachts als „Antragsteller auf Zulassung“ einzustufen und damit Abschiebeverfahren einzuleiten. Die von Richterin Ketanji Brown Jackson angeführte liberale Minderheit warnte, die Regierung erhalte einen „massiven Blankoscheck“ und könne Betroffene in ein „Einwanderungslimbo“ stürzen. Beide Judikate fügen sich in eine Reihe von Verfahren, mit denen die Trump-Administration sowohl irreguläre als auch legale Einwanderungswege restriktiveren Regeln unterwirft. Weitere höchstrichterliche Entscheidungen stehen unter anderem zur Beendigung des Geburtsortsstaatsbürgerschaftsrechts und zur Aufhebung humanitärer Schutzprogramme an.

Divergenz der Quellen

Justiz & Recht · 3 Quellen · 3 Sprachen

61%Hoch

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Gunstig43%
Neutral14%
Kritisch43%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 3 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseIndische & südasiatische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Sicherheit
PragmatismusDistanz

Die Bundesjustiz macht den Weg frei für die Abschiebeagenda der Regierung. Sowohl der Supreme Court als auch ein Berufungsgericht haben die Befugnisse der Regierung zur beschleunigten Abschiebung ausgeweitet, auch für Inhaber einer Green Card. Dies wird als pragmatischer Schritt für die nationale Sicherheit dargestellt, auch wenn manche Stimmen Bedenken zum rechtsstaatlichen Verfahren äußern.

Indische & südasiatische Presse
DistanzPragmatismus

Der Oberste Gerichtshof der USA hat sich in einem Abschiebefall um einen Green-Card-Inhaber auf die Seite der Trump-Regierung gestellt. Das 6:3-Urteil gibt Einwanderungsbeamten mehr Befugnisse, um aus dem Ausland zurückkehrende rechtmäßige Daueraufenthaltsberechtigte zu überprüfen. Die Nachricht wird sachlich und ohne explizite Wertung wiedergegeben.

Diese Nachricht erschien in

3 Quellen · 3 Sprachen

Verwandte Artikel

Kriminalität & Katastrophen

Mindestens 40 Ertrunkene in Frankreich – Europa ächzt unter Rekordhitze

13 Sprachen · 43 Quellen

Sport

Kolumbien bezwingt DR Kongo 1:0 und sichert sich das Sechzehntelfinale

9 Sprachen · 37 Quellen

Wissenschaft & Gesundheit

Erster Ebola-Fall auf französischem Boden: Arzt aus humanitärer Mission in der Demokratischen Republik Kongo infiziert

6 Sprachen · 32 Quellen

Mehr lesen