
Torloses Remis in Boston: Englands Dominanz prallt an Ghanas Defensivblock ab
Trotz 79 Prozent Ballbesitz und 19 Torschüssen gelingt den Three Lions kein Treffer; Ghana feiert den Punktgewinn als taktischen Erfolg.
Im Gillette Stadium von Foxborough, Massachusetts, endete das zweite Gruppenspiel der Gruppe L zwischen England und Ghana mit einem torlosen Remis. Die Three Lions dominierten die Partie nach Belieben, verbuchten 79 Prozent Ballbesitz und gaben 19 Torschüsse ab – doch die dicht gestaffelte Defensive der Black Stars hielt stand. Die größte Chance der Engländer vergab Kapitän Harry Kane in der 86. Minute, als er einen Abpraller aus kurzer Distanz über das Tor jagte. Es war der höchste Ballbesitzwert einer Mannschaft in einem WM-Spiel ohne Torerfolg seit Beginn der Aufzeichnungen 1966.
Für die englische Mannschaft und ihren deutschen Trainer Thomas Tuchel war die Partie eine Übung in Geduld, die letztlich scheiterte. Tuchel sprach nach dem Abpfiff von einer der physisch stärksten Defensivleistungen, die er je gesehen habe, und zollte Ghana „vollen Respekt“. Mittelfeldspieler Declan Rice beschrieb die Schwierigkeit, gegen „elf Mann hinter dem Ball“ Lösungen zu finden, während Jude Bellingham betonte, im Team herrsche keine Panik. In britischen Medien wurde die mangelnde Durchschlagskraft kritisch vermerkt, doch Tuchel verwies auf positive Ansätze durch Einwechslungen in der zweiten Halbzeit.
Aus ghanaischer Perspektive war das Unentschieden ein taktischer Erfolg, der entsprechend gefeiert wurde. Stürmer Antoine Semenyo räumte ein, man habe den Großteil der Zeit verteidigen müssen und sei kaum zu eigenen Angriffen gekommen. Dennoch hatten die Black Stars in der Schlussphase eine vielversprechende Konterchance, als Mohammed Fatawu Prince Adu freispielte, dessen Schuss jedoch Semenyo selbst traf und die englische Abwehr klären konnte. Eine strittige Szene im Strafraum, bei der ghanaische Spieler ein Foul reklamierten, blieb ohne Pfiff. Torhüter Benjamin Asare, dessen Großmutter laut ghanaischen Berichten vor Freude weinte, parierte mehrfach sicher.
Mit nun vier Punkten aus zwei Spielen führen England und Ghana die Gruppe L gemeinsam an, wobei die Three Lions aufgrund der Tordifferenz vorne liegen. Kroatien, das zeitgleich Panama mit 1:0 bezwang, folgt mit drei Zählern auf Rang drei. Für England geht es am Samstag gegen Panama, während Ghana auf Kroatien trifft. Beide Teams haben den Einzug in die Runde der letzten 32 in der eigenen Hand, ein Unentschieden könnte je nach Konstellation bereits reichen. Die Ausgangslage verspricht einen spannenden Abschluss der Gruppenphase.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ghana errichtete eine undurchdringliche Abwehrmauer, frustrierte England und sicherte sich ein Unentschieden, das die Black Stars dem Achtelfinale näher bringt. Eine disziplinierte und aufopferungsvolle Leistung, die die Gruppe offen hält und den Kontinent mit Stolz erfüllt.
England dominierte den Ballbesitz, scheiterte aber an Ghanas Abwehr, was Zweifel an der eigenen Durchschlagskraft aufkommen lässt. Trotz des Optimismus von Rice und Bellingham warnt die Presse, dass diese Harmlosigkeit vor dem Tor in der K.o.-Phase zum ernsten Problem werden könnte.
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