
Bundesweiter Bahnstillstand nach Störung des digitalen Funksystems
Ein geplanter Komponententausch im GSM-R-System legte am späten Dienstagabend den gesamten deutschen Schienenverkehr lahm; die Bahn hat den Betrieb in der Nacht stabilisiert, die Ursachenanalyse dauert an.
In der Nacht zum Mittwoch kam der gesamte Schienenverkehr in Deutschland für etwa zwei Stunden zum Erliegen. Auslöser war nach Angaben der Deutschen Bahn eine Störung des digitalen Zugfunksystems GSM-R, das die Kommunikation zwischen Lokführern und Fahrdienstleitern sicherstellt. Gegen 22.30 Uhr wurden alle Züge – Fernverkehr, Regionalzüge, S-Bahnen und Güterverkehr – an Bahnhöfen oder auf offener Strecke angehalten. Erst nach Mitternacht, gegen 0.30 Uhr, rollten die ersten Züge wieder.
Betroffen waren nach Unternehmensangaben sämtliche von der DB betriebenen Verkehre sowie private Eisenbahnunternehmen. Reisende strandeten an Bahnhöfen; vor Informationsschaltern bildeten sich lange Warteschlangen. Die DB gab Taxi- und Hotelgutscheine aus, vielerorts mangelte es jedoch an Auskünften. Der nächtliche Güterverkehr wurde besonders hart getroffen; der Verband der privaten Güterbahnen sprach von erheblichen Beeinträchtigungen und forderte eine genaue Aufarbeitung. Als Ursache nannte die DB-Infrastrukturtochter InfraGo den „planmäßigen Tausch einer technischen Komponente“ im GSM-R-System. Aus Sicherheitskreisen hieß es, ein fehlerhaftes Software-Update könne die Störung ausgelöst haben; Hinweise auf Sabotage oder einen Cyberangriff lägen nicht vor.
Wie ein einzelner Komponententausch einen bundesweiten Totalausfall bewirken konnte, blieb zunächst ungeklärt. Die DB kündigte eine Analyse mit „höchster Priorität“ an. In der Politik löste der Vorfall scharfe Kritik aus. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) erklärte, ein solcher Ausfall offenbare die mangelnde Krisenvorsorge der Bahn: „So kann es nicht weitergehen.“ Nordrhein-Westfalens Ressortchef Oliver Krischer (Grüne) sprach von einem „neuen Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität“. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn verlangte mehr Ausfallsicherheit und eine bessere Ausstattung der Zugführer mit Diensthandys. DB-Chefin Evelyn Palla sagte, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden; die Ursachenklärung dauere an.
Das GSM-R-System basiert auf dem Mobilfunkstandard der zweiten Generation und gilt als zentrales Sicherheitselement des Bahnbetriebs. Ein Ersatz durch das 5G-basierte FRMCS ist frühestens für 2035 vorgesehen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Pannen und Qualitätsmängeln ein, die den Staatskonzern seit Jahren unter Druck setzen. Am Mittwochmorgen lief der Verkehr nach DB-Angaben weitgehend reibungslos, vereinzelt kam es noch zu Verspätungen und Ausfällen. Die Untersuchung der genauen Störungsursache ist im Gange.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein Ausfall des digitalen Funksystems legte das gesamte deutsche Bahnnetz für Stunden lahm und ließ Tausende Reisende stranden. Die offizielle Erklärung kam spät und offenbarte ein fragiles System, das auf veralteter 2G-Technik basiert. Die Kritik an fehlenden Notfallplänen war heftig, Politiker nannten die Lage inakzeptabel und forderten eine dringende Modernisierung.
Die deutschen Züge fahren wieder, nachdem ein Kommunikationsausfall das Netz lahmgelegt hatte, doch Fragen zum Chaos und zur Vorbereitung des Betreibers bleiben. Der Vorfall verdeutlicht Schwachstellen in der kritischen Infrastruktur, auch wenn der Betrieb weitgehend normalisiert ist. Die Kritik ist maßvoll und konzentriert sich auf die Notwendigkeit von Antworten.
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