
Ukrainische Tiefenschläge treffen Rüstungsindustrie – Treibstoffkrise in Russland weitet sich aus
Kiews Drohnenkampagne trifft russische Rüstungsproduktion und Energieinfrastruktur, während Moskau weiterhin ukrainische Städte beschießt und die Diplomatie stockt.
Bei einem ukrainischen Raketenangriff auf ein Elektronikwerk in der südwestrussischen Stadt Woronesch sind am Montag mindestens fünf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Der Gouverneur der Region, Alexander Gussew, bestätigte schwere Schäden an einer „Produktionsstätte“, bei der es sich nach übereinstimmenden Medienberichten um das Halbleiterwerk Woronesch handelt – eine der größten Siliziumgießereien Russlands, die Mikroelektronik für militärische Anwendungen fertigt. Das ukrainische Militär erklärte, man habe mit präzisionsgelenkten Marschflugkörpern gezielt ein Unternehmen attackiert, das Komponenten für russische Lenkwaffen produziere, die gegen zivile Ziele in der Ukraine eingesetzt würden.
Der Angriff ist Teil einer ausgeweiteten ukrainischen Kampagne von Tiefenschlägen, die nach Angaben aus Kiewer Militärkreisen inzwischen durchschnittlich 200 bis 300 Drohnen pro Nacht gegen Ziele auf russischem Territorium umfasst. Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium wurden im ersten Halbjahr 2026 mehr als 800.000 videobestätigte Treffer registriert – eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Die Angriffe richten sich primär gegen Ölraffinerien, Treibstofflager und militärische Logistik. In der von Russland annektierten Krim wurde der zivile Benzinverkauf ausgesetzt, und in den sibirischen Regionen Omsk und Nowosibirsk haben die Behörden Verkaufsbeschränkungen eingeführt, um Panikkäufe zu unterbinden. Westliche Sicherheitsexperten sehen in der Verwundbarkeit der weitläufigen russischen Infrastruktur eine strategische Schwäche, die Kiew gezielt ausnutzt.
Diplomatisch warnte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk, dass Kiews Geduld mit dem eigenen Waffenstillstandsangebot entlang der derzeitigen Frontlinie nicht endlos sei und das Angebot bei ausbleibendem internationalen Druck überdacht werden könne. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe in einem offenen Brief an Wladimir Putin als „weitreichende Sanktionen“ und verwies auf Treibstoffengpässe und steigende Preise in Russland. Parallel dazu zeigte eine Analyse der New York Times, dass eine spektakuläre Explosion in einem Treibstofflager bei Moskau am vergangenen Donnerstag möglicherweise nicht durch einen ukrainischen Drohnentreffer, sondern durch eine fehlgeleitete russische Flugabwehrrakete verursacht wurde – ein Hinweis auf die Überlastung der russischen Luftverteidigung angesichts der Drohnenschwärme.
Während die von den USA vermittelten Waffenruhegespräche stocken, bereiten sich die europäischen Militärmächte auf eine Konferenz in Berlin vor, an der am Mittwoch die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens und Polens sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte teilnehmen sollen. Aus europäischen Regierungskreisen verlautet, dass die Unterstützung der Ukraine und die Suche nach einem Verhandlungsrahmen im Mittelpunkt stehen werden. Russland setzt unterdessen seine täglichen Angriffe auf ukrainische Städte fort; in der Nacht zum Dienstag wurden in Charkiw, Sumy und Saporischschja mindestens sechs Menschen verletzt. Eine Deeskalation ist derzeit nicht absehbar.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ukrainische Kräfte haben ein russisches Werk getroffen, das Raketenkomponenten herstellt, wobei es Tote und Verletzte gab. Gleichzeitig zielten Drohnenangriffe auf die Kertsch-Brücke und die Energieinfrastruktur auf der Krim. Europas führende Militärmächte treffen sich in Berlin, um eine stärkere Rolle bei den Friedensbemühungen zu koordinieren.
Ein russischer Drohnenangriff auf Sumy tötete eine dreiköpfige Familie, darunter einen 13-jährigen Jungen, während ein ukrainischer Angriff auf eine russische Fabrik fünf Tote forderte. Beide Seiten treffen weiterhin zivile Gebiete, und die UNO hat seit Beginn der groß angelegten Invasion mehr als 16.000 zivile Todesopfer gezählt.
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