
Ukrainische Drohnen legen Sewastopols Stromversorgung lahm – Tote in Nischni Nowgorod
Bei einer massiven nächtlichen Drohnenoffensive gegen Russland und die Krim wurden nach russischen Angaben 323 Fluggeräte abgefangen; Sewastopol war stundenlang ohne Elektrizität.
In der Nacht zum 24. Juni hat die Ukraine eine großangelegte Drohnenattacke auf Ziele in Russland und auf der annektierten Halbinsel Krim durchgeführt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden insgesamt 323 unbemannte Fluggeräte über 20 Regionen sowie über dem Asowschen und Schwarzen Meer abgefangen. In Sewastopol, dem Haupthafen der russischen Schwarzmeerflotte, schossen die Luftabwehr und mobile Gruppen nach Darstellung des Gouverneurs Michail Raswoschajew 70 Drohnen ab. Die Angriffe trafen die Energieinfrastruktur der Stadt und führten zu einem stundenlangen Stromausfall. Zwei Zivilisten erlitten Verletzungen, mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt, und es kam zu sechs kleineren Bränden. In der Region Nischni Nowgorod, rund 600 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, tötete ein Drohneneinschlag zwei Menschen; im Gebiet Belgorod starb eine weitere Person.
Die russische Führung verurteilte die Angriffe als gezielten Schlag gegen die Zivilbevölkerung. Gouverneur Raswoschajew sprach von einem „heimtückischen“ Vorgehen, das darauf abziele, normale Lebensbedingungen zu zerstören und Panik zu säen. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte laut der Agentur Tass, die Attacken auf zivile Infrastruktur offenbarten die „wahre Nazi-Natur“ der ukrainischen Führung. Das Verteidigungsministerium in Moskau betonte, die große Zahl abgefangener Drohnen belege die Leistungsfähigkeit der eigenen Luftverteidigung. In Sewastopol rief der Gouverneur die Bewohner dazu auf, den Stromverbrauch nach der schrittweisen Wiederherstellung der Netze zu drosseln und Mobiltelefone nur für Notfälle zu nutzen. Kindergärten wurden in einen Notbetrieb versetzt, der öffentliche Nahverkehr kam teilweise zum Erliegen.
Aus ukrainischer Sicht reihen sich die nächtlichen Angriffe in eine seit Wochen intensivierte Kampagne gegen die russische Militärlogistik und Energieversorgung auf der Krim ein. Die ukrainische Armee hat wiederholt erklärt, dass sie Nachschubwege und Treibstoffdepots der Schwarzmeerflotte ins Visier nimmt. Bereits in den Tagen zuvor war es auf der Halbinsel zu Stromausfällen gekommen; die von Russland eingesetzten Behörden hatten den Treibstoffverkauf an die Bevölkerung ausgesetzt. Der pro-ukrainische Überwachungskanal „Krimskij Weter“ berichtete von Treffern auf das Hauptumspannwerk Sewastopols und auf Kraftwerke in Simferopol und Balaklawa. Die ukrainische Luftwaffe gab ihrerseits bekannt, in derselben Nacht 95 von 101 russischen Drohnen abgefangen zu haben, die gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt worden waren.
Die Eskalation der wechselseitigen Drohnenangriffe findet vor dem Hintergrund festgefahrener diplomatischer Bemühungen statt. Die von den USA vermittelten Gespräche über eine Beendigung des Konflikts liegen nach Darstellung westlicher Diplomaten faktisch auf Eis, da Washington seine Aufmerksamkeit seit den Militärschlägen gegen den Iran Ende Februar verstärkt auf den Nahen Osten richtet. Auf der Krim bleiben die Auswirkungen der Angriffe spürbar: Neben der nur schrittweisen Wiederherstellung der Stromversorgung in Sewastopol gilt weiterhin ein Verkaufsstopp für Treibstoff an Privatpersonen. Die russischen Behörden kündigten an, die Schäden an der Energieinfrastruktur zu bewerten und die Reparaturen voranzutreiben. Mit weiteren gegenseitigen Angriffen ist nach Einschätzung von Beobachtern in beiden Hauptstädten zu rechnen.
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Ukrainische Streitkräfte starteten einen massiven Drohnenangriff auf Sewastopol, doch die russische Luftabwehr schoss 70 Drohnen ab. Zwei Zivilisten wurden verletzt, Wohngebäude und die Strominfrastruktur wurden beschädigt, was zu Stromausfällen führte. Die Behörden stellen die Stromversorgung wieder her und haben Sondermaßnahmen für Kindergärten ergriffen; sie verurteilen den Angriff als heimtückischen Schlag gegen Zivilisten.
Ukrainische Drohnen trafen Energieinfrastruktur auf der Krim, wodurch Sewastopol ohne Strom blieb. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur meldete zwei Verletzte und Gebäudeschäden. Russland meldete zudem einen Drohnenangriff in der Region Nischni Nowgorod mit zwei Toten und warf der Ukraine 'Nazi-Methoden' vor. Die Berichterstattung ist sachlich und distanziert, sie vermerkt sowohl die Auswirkungen als auch die russischen Vorwürfe.
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