
UBS-Bericht: Russlands Durchschnittsvermögen wächst um 37 Prozent – getrieben von Milliardären
Während Staatsmedien den zweiten Platz im globalen Ranking feiern, warnt die Bank selbst vor Fehlinterpretationen des Mittelwerts.
Das durchschnittliche Nettovermögen je Erwachsenem in Russland ist zwischen 2020 und 2025 inflationsbereinigt um 37 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem jährlichen Global Wealth Report der Schweizer Großbank UBS hervor, über den die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti am 1. Juli berichtete. Nur Südkorea verzeichnete demnach mit 55 Prozent einen höheren Zuwachs; Kroatien folgt auf Rang drei. In Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich sank das Durchschnittsvermögen im selben Zeitraum.
Die Autoren der UBS-Studie weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass ein steigender Mittelwert nicht bedeute, die breite Bevölkerung werde wohlhabender. Eine kleine Gruppe besonders Vermögender könne den Durchschnitt leicht anheben, sodass die Einwohner eines Landes reicher erschienen, als sie tatsächlich seien. Diese Warnung gewinnt an Gewicht durch die widersprüchlichen Daten zur Vermögensentwicklung der reichsten Russen. Nach Berechnungen von Wedomosti und Kommersant auf Basis des Bloomberg Billionaires Index (BBI) legten die Vermögen der reichsten Russen im ersten Halbjahr 2026 um insgesamt 4,82 Milliarden Dollar zu. Spitzenreiter war Alexej Mordaschow mit einem Plus von 2,29 Milliarden Dollar.
Demgegenüber meldete die malaysische Nachrichtenagentur Astro Awani unter Berufung auf eine RIA-Nowosti-Auswertung desselben BBI-Index, das kombinierte Vermögen der russischen Milliardäre sei seit Jahresbeginn um 1,932 Milliarden Dollar gesunken. Die Diskrepanz dürfte auf unterschiedliche Stichtage oder die Auswahl der einbezogenen Personen zurückgehen. Global stieg die Zahl der Dollar-Milliardäre laut UBS im April 2026 auf einen Rekord von 3.302 – ein Plus von 13 Prozent binnen zwölf Monaten. Die meisten von ihnen leben in den USA (über 1.000), es folgen China, Indien, Deutschland und Russland mit 122 Milliardären.
Jenseits der Milliardärs-Rankings zeigt der UBS-Bericht einen langfristigen Rückgang des Anteils von Erwachsenen mit einem Vermögen unter 10.000 Dollar: von 75 Prozent im Jahr 2000 auf 41 Prozent im Jahr 2025. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Durchschnitt und Median; in den meisten Märkten sank das Medianvermögen, während der Mittelwert stieg. In Australien etwa belegt das Medianvermögen global Rang drei, doch der heimische Aktienindex ASX 200 legte im abgelaufenen Finanzjahr nur 2,8 Prozent zu, Technologiewerte brachen teils um mehr als 50 Prozent ein. Die nächste Aktualisierung des UBS Global Wealth Report wird zeigen, ob sich der Trend einer von Milliardären getriebenen Durchschnittsvermögens fortsetzt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Russische Staatsmedien berichten unter Berufung auf den UBS-Bericht, dass Russland das am zweitschnellsten wachsende Vermögensland der Welt sei. Sie stellen die Zahl als nationalen Erfolg dar, ohne auf innere Ungleichheiten einzugehen.
Unabhängige russische Medien entlarven das triumphale Narrativ und zeigen, dass das Wachstum ausschließlich von den Superreichen getragen wird. Sie betonen, dass Milliardäre Milliarden gewannen, während die einfache Bevölkerung nicht profitierte.
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