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Wirtschaft & MärkteMittwoch, 1. Juli 2026

BYD vor Rückkehr an die Weltspitze – Europas Autobauer unter Druck

Der chinesische Hersteller dürfte Tesla bei reinen Elektroautos überholen, während Volkswagen historische Einschnitte plant und die Importquote in Argentinien auf 69 Prozent steigt.

Der globale Automobilmarkt erlebt eine tektonische Verschiebung: BYD hat im zweiten Quartal 557.090 reine Elektrofahrzeuge ausgeliefert und wird damit voraussichtlich Tesla als weltweit grössten Anbieter ablösen, für den Analysten nur rund 396.500 Einheiten erwarten. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine industrielle Expansion in Europa voran – ein zweites Werk, voraussichtlich durch Übernahme eines bestehenden Standorts in Spanien oder Frankreich, stehe kurz vor der Entscheidung, erklärte Europa-Berater Alfredo Altavilla in Frankfurt. Die Verkäufe der Marke in Europa haben sich in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt und überstiegen 100.000 Einheiten.

Der Vormarsch chinesischer Hersteller trifft auf eine europäische Industrie, die mit Überkapazitäten und hohen Kosten kämpft. Medienberichten zufolge will Volkswagen bis zu 100.000 Stellen streichen und vier deutsche Werke schliessen; der Aufsichtsrat tagt am 9. Juli. In Italien, wo der Gesamtmarkt im Juni um 10,6 Prozent zulegte, entfiel fast ein Drittel aller Plug-in-Hybrid-Zulassungen auf BYD, und das Modell Leapmotor T03 führte dank staatlicher Kaufanreize die Elektro-Rangliste an. Aus Rom und von Branchenverbänden kommt daher die Forderung nach strukturellen Reformen, da die Nachfrage bislang stark von befristeten Bonusprogrammen und Kurzzeitzulassungen getragen werde.

In Lateinamerika zeigt sich ein gespaltenes Bild. Kolumbien verzeichnete im ersten Halbjahr einen Anstieg der Neuzulassungen um 50,1 Prozent, wobei elektrische und hybride Modelle bereits 43,8 Prozent des Marktes ausmachten – das Tesla Model Y war das meistverkaufte Fahrzeug. In Argentinien hingegen sanken die Pkw-Neuzulassungen im Juni im Vorjahresvergleich um 12,8 Prozent, während der Anteil importierter Fahrzeuge auf 69 Prozent kletterte. Das meistverkaufte SUV, der Ford Territory, wird in China gefertigt. Der Motorradmarkt expandierte dagegen in beiden Ländern kräftig, in Argentinien um 42,3 Prozent, getrieben von niedrigen Anschaffungskosten und der Nutzung für Lieferdienste.

Die entscheidenden Wegmarken der kommenden Wochen liegen in Europa: die erwartete Bekanntgabe des zweiten BYD-Standorts sowie die VW-Aufsichtsratssitzung, die über den Umfang des Stellenabbaus befindet. Zugleich wird sich zeigen, ob der italienische Markt nach dem Auslaufen der Elektroprämien sein Wachstumstempo halten kann.

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BYD vor Rückkehr an die Weltspitze – Europas Autobauer unter Druck

Der chinesische Hersteller dürfte Tesla bei reinen Elektroautos überholen, während Volkswagen historische Einschnitte plant und die Importquote in Argentinien auf 69 Prozent steigt.

Der globale Automobilmarkt erlebt eine tektonische Verschiebung: BYD hat im zweiten Quartal 557.090 reine Elektrofahrzeuge ausgeliefert und wird damit voraussichtlich Tesla als weltweit grössten Anbieter ablösen, für den Analysten nur rund 396.500 Einheiten erwarten. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seine industrielle Expansion in Europa voran – ein zweites Werk, voraussichtlich durch Übernahme eines bestehenden Standorts in Spanien oder Frankreich, stehe kurz vor der Entscheidung, erklärte Europa-Berater Alfredo Altavilla in Frankfurt. Die Verkäufe der Marke in Europa haben sich in den ersten fünf Monaten 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt und überstiegen 100.000 Einheiten.

Der Vormarsch chinesischer Hersteller trifft auf eine europäische Industrie, die mit Überkapazitäten und hohen Kosten kämpft. Medienberichten zufolge will Volkswagen bis zu 100.000 Stellen streichen und vier deutsche Werke schliessen; der Aufsichtsrat tagt am 9. Juli. In Italien, wo der Gesamtmarkt im Juni um 10,6 Prozent zulegte, entfiel fast ein Drittel aller Plug-in-Hybrid-Zulassungen auf BYD, und das Modell Leapmotor T03 führte dank staatlicher Kaufanreize die Elektro-Rangliste an. Aus Rom und von Branchenverbänden kommt daher die Forderung nach strukturellen Reformen, da die Nachfrage bislang stark von befristeten Bonusprogrammen und Kurzzeitzulassungen getragen werde.

In Lateinamerika zeigt sich ein gespaltenes Bild. Kolumbien verzeichnete im ersten Halbjahr einen Anstieg der Neuzulassungen um 50,1 Prozent, wobei elektrische und hybride Modelle bereits 43,8 Prozent des Marktes ausmachten – das Tesla Model Y war das meistverkaufte Fahrzeug. In Argentinien hingegen sanken die Pkw-Neuzulassungen im Juni im Vorjahresvergleich um 12,8 Prozent, während der Anteil importierter Fahrzeuge auf 69 Prozent kletterte. Das meistverkaufte SUV, der Ford Territory, wird in China gefertigt. Der Motorradmarkt expandierte dagegen in beiden Ländern kräftig, in Argentinien um 42,3 Prozent, getrieben von niedrigen Anschaffungskosten und der Nutzung für Lieferdienste.

Die entscheidenden Wegmarken der kommenden Wochen liegen in Europa: die erwartete Bekanntgabe des zweiten BYD-Standorts sowie die VW-Aufsichtsratssitzung, die über den Umfang des Stellenabbaus befindet. Zugleich wird sich zeigen, ob der italienische Markt nach dem Auslaufen der Elektroprämien sein Wachstumstempo halten kann.

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