
Türkei verkauft offenbar russische S-400 an Golfstaat – Moskau bestätigt Gespräche
Die umstrittenen Raketensysteme sollen den Weg für eine Aufhebung von US-Sanktionen und die Lieferung von F-35-Kampfjets ebnen; der Kreml spricht von einer äußerst sensiblen Angelegenheit.
Die Türkei hat ihre aus Russland stammenden Flugabwehrraketensysteme S-400 einem Bericht der regierungsnahen Zeitung Hürriyet zufolge an ein Land am Persischen Golf verkauft. Als Käufer gelten die Vereinigten Arabischen Emirate oder Katar. Eine offizielle Bestätigung aus Ankara blieb zunächst aus, doch der Kreml erklärte am Freitag, Moskau stehe mit der türkischen Seite in dieser „äußerst sensiblen“ Frage in Kontakt und werde die Gespräche fortsetzen. Die Transaktion würde ein zentrales Hindernis in den Verteidigungsbeziehungen zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten beseitigen.
Aus Washingtoner Sicht ist die Entfernung der S-400 die Voraussetzung für eine Aufhebung der 2020 unter dem CAATSA-Gesetz verhängten Sanktionen und für eine Rückkehr Ankaras in das F-35-Programm. Präsident Donald Trump hatte am Rande des NATO-Gipfels in Ankara seine Absicht bekundet, die Strafmaßnahmen zu beenden und den Verkauf der Tarnkappenjets zu prüfen. Der türkische Außenminister Hakan Fidan sprach von politischem Willen auf beiden Seiten und äußerte die Hoffnung auf eine baldige Lösung. Im US-Kongress, der den endgültigen Verzicht auf die russischen Systeme gesetzlich verlangt, signalisierten Abgeordnete beider Parteien vorsichtigen Optimismus, verlangten jedoch genauere Informationen über die Modalitäten.
In Jerusalem warnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu öffentlich vor einer Lieferung der F-35 an die Türkei. Er bezeichnete das Land als eine von den Muslimbrüdern durchdrungene Kraft, die das regionale Machtgleichgewicht zerstören könne. Israelische Sicherheitskreise sehen in der Türkei zunehmend einen strategischen Rivalen, der nach dem Bedeutungsverlust Irans eine sunnitische Einflusszone aufbauen könnte. Die Sorge gilt vor allem der qualitativen militärischen Überlegenheit Israels, die durch moderne US-Kampfflugzeuge in türkischer Hand untergraben würde.
Russland wiederum pocht auf die vertraglichen Bestimmungen. Parlamentarier in Moskau verwiesen darauf, dass eine Weitergabe der mit sensibler Technologie ausgestatteten Systeme ohne russische Zustimmung nicht zulässig sei. Die Gespräche zwischen Ankara und Moskau über eine mögliche Reexport-Genehmigung laufen dem Vernehmen nach seit Monaten. Für die potenziellen Abnehmer am Golf böte die Übernahme der S-400 eine Ergänzung ihrer bereits vorhandenen US-amerikanischen Luftabwehr, birgt jedoch das Risiko sekundärer Sanktionen. Eine offizielle Bestätigung des Geschäfts durch die Türkei wird in den kommenden Tagen erwartet; parallel dazu muss der US-Kongress über die Aufhebung der Sanktionen befinden.
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.80 | critical |
| Iranische & verwandte Presse | 0.00 | neutral |
Russia manages the crisis with caution, reaffirming its sovereignty over the S-400 system and the need for continued contacts, without admitting any loss of control.
The Kremlin uses the label 'super-sensitive' to defuse the news and shift focus to ongoing diplomacy, avoiding confirmation or denial of the sale.
Russia omits the active role of the United States in conditioning Turkey's decision and the prospect of Ankara's return to the F-35 program.
Israel sounds the alarm: Erdogan's Turkey is replacing Iran as the dominant power, and the F-35 will accelerate its rise, threatening regional balance.
The Israeli narrative uses historical analogy (decline of one power, rise of another) to turn a commercial transaction into an existential threat, pushing for US intervention.
Israel omits that the sale of the S-400 could weaken Turkey's air defense and that re-entry into the F-35 program is conditional.
Iran records the Turkish move as a fact, highlighting the logic of the S-400/F-35 swap and the lifting of sanctions, without emphasizing strategic consequences.
Iranian media present the sale as already completed and rational, normalizing an operation that other actors consider destabilizing, and reducing tension to a simple deal.
Iran omits Russian concerns about the sensitivity of the sale and Israeli objections to Turkey's military strengthening.
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