
Trump erklärt Waffenruhe mit Iran für beendet, stimmt aber weiteren Gesprächen zu
Washington und Teheran setzen trotz gegenseitiger Militärschläge und widersprüchlicher Darstellungen ihre indirekten Verhandlungen über die Straße von Hormus fort.
Präsident Donald Trump hat die im vergangenen Monat vereinbarte Waffenruhe mit Iran für beendet erklärt, zugleich aber weiteren Gesprächen zugestimmt. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die Islamische Republik habe um eine Fortsetzung der „Gespräche“ gebeten; die USA hätten dem entsprochen, jedoch unmissverständlich klargemacht, dass die Waffenruhe vorbei sei. Aus Teheraner Sicht wird diese Darstellung zurückgewiesen: Das iranische Außenministerium erklärte, man habe nicht um direkte Verhandlungen ersucht, sondern lediglich der Entsendung eines katarischen Vermittlers zugestimmt. Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA reiste Außenminister Abbas Araghtschi am Samstag nach Oman, um über Sicherheitsgarantien für die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu beraten.
Die militärische Eskalation der vergangenen Woche bildet den Hintergrund des diplomatischen Ringens. Nach Angriffen auf drei kommerzielle Tanker aus Katar und Saudi-Arabien, für die Washington Teheran verantwortlich macht, flogen die USA Luftschläge gegen iranische Militäranlagen. Iran reagierte mit Vergeltungsangriffen auf amerikanische Stützpunkte in Golfstaaten. Nach Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums kamen bei den US-Angriffen auf sechs Städte mindestens 17 Menschen ums Leben, 115 wurden verletzt. Die USA fordern von Iran nun eine öffentliche Erklärung, dass alle Fahrrinnen der Straße von Hormus offen seien und keine Schiffe mehr beschossen würden. Laut übereinstimmenden Berichten von Axios und Politico setzte Washington Teheran dafür eine Frist bis Samstag.
Aus Teheraner Sicht liegt der Bruch der Vereinbarungen hingegen bei Washington. Außenminister Araghtschi warf dem US-Finanzministerium vor, gegen Paragraph 9 des im Juni unterzeichneten Memorandums of Understanding zu verstoßen, indem es eine befristete Ausnahmegenehmigung für iranische Ölexporte widerrief. Iran habe sich bislang an seine Zusagen gehalten, so Araghtschi; gegenseitige Vertragstreue sei die Voraussetzung für jede weitere Annäherung. Die Straße von Hormus, über die vor dem Krieg rund ein Fünftel der globalen Öllieferungen transportiert wurde, ist aus Teheraner Perspektive ein legitimes Druckmittel. Iran beansprucht die Kontrolle über das Gewässer, das auch omanische Hoheitsgewässer umfasst, und hat den Wunsch geäußert, Durchfahrtsgebühren zu erheben – ein Anspruch, der aus Sicht Washingtons und nach internationalem Seerecht unzulässig ist.
Die erneuten Feindseligkeiten haben die Ölpreise auf den höchsten Wochenanstieg seit acht Wochen getrieben und belasten damit die innenpolitische Position Trumps vor den Kongresswahlen im November. Regionale Vermittler wie Katar, Oman und Pakistan versuchen, eine Rückkehr zu einem dauerhaften Waffenstillstand zu erreichen. Der Krieg war am 28. Februar mit gemeinsamen US-israelischen Luftschlägen gegen Iran ausgebrochen, bei denen auch Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Sein Nachfolger Modschtaba Chamenei ist nach Berichten über Verletzungen bei demselben Angriff bislang nicht öffentlich aufgetreten, was Spekulationen über die Stabilität der iranischen Führung nährt.
Die Gespräche in Oman und die katarische Vermittlung in Teheran gelten als Versuch, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern. Ob die von Washington gesetzte Frist tatsächlich zu einer iranischen Garantieerklärung führt oder in eine neue Runde militärischer Konfrontation mündet, blieb am Samstag offen. Die nächsten Schritte hängen aus Sicht beider Seiten von der Einhaltung der jeweiligen Verpflichtungen ab – ein Zustand, den Araghtschi mit den Worten „Es kann nur gegenseitige Vertragstreue geben“ zusammenfasste.
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
| Indische & südasiatische Presse | −0.20 | neutral |
Das subsaharische Afrika verurteilt Trumps Eskalation und warnt vor einer Rückkehr zum totalen Krieg.
Durch die Betonung von Trumps Drohung der 'Vernichtung' und seiner kriegerischen Sprache erzeugt die Erzählung ein Gefühl von Dringlichkeit und unmittelbarer Gefahr, was die Position Irans sympathischer erscheinen lässt.
Lässt die Abwesenheit von Angriffen am Wochenende und die laufende katarische Vermittlung aus, die den Alarm mildern würden.
Südostasien lenkt die Aufmerksamkeit auf die wirtschaftlichen Folgen und die Notwendigkeit von Stabilität in der Straße von Hormus.
Durch die Konzentration auf Ölpreise, sichere Durchfahrt und katarische Vermittlung stellt die Erzählung die Situation als durch Diplomatie handhabbar dar und spielt den Zusammenbruch des Waffenstillstands herunter.
Lässt Trumps Drohung, den Iran zu 'vernichten', und die Erwiderung Teherans aus, die die Schwere des Bruchs hervorheben würden.
Indien und Südasien heben die diplomatische Verwirrung und den Mangel an Klarheit zwischen den Parteien hervor.
Durch die Betonung der Widersprüche in Trumps Aussagen und der iranischen Ablehnung direkter Gespräche stellt die Erzählung die Glaubwürdigkeit des Verhandlungsprozesses in Frage.
Lässt die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der Straße von Hormus und die relative Ruhe vor Ort aus, die einen stabileren Kontext bieten würden.
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