
Trump attackiert Nato-Partner: Handelsstopp mit Spanien und Grönland-Anspruch
Auf dem Gipfel in Ankara droht der US-Präsident mit Handelskrieg und erneuert Forderungen nach Kontrolle über die Arktisinsel – die Allianz bemüht sich um Schadensbegrenzung.
Der Nato-Gipfel in Ankara ist am Mittwoch von einer scharfen Konfrontation überschattet worden. US-Präsident Donald Trump erklärte, er sei „sehr verärgert“ über das Bündnis, und wies Finanzminister Scott Bessent an, sämtliche Handelsbeziehungen mit Spanien abzubrechen. Zugleich bezeichnete er die Waffenruhe mit Iran als beendet und bekräftigte, Grönland müsse unter amerikanische Kontrolle gestellt werden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte die nächtlichen US-Luftschläge gegen Iran als „absolut notwendig“ und bemühte sich, die Geschlossenheit der Allianz zu betonen.
Aus Washingtoner Sicht steht mangelnde Unterstützung der europäischen Verbündeten im Konflikt mit Iran im Zentrum der Verärgerung. Trump warf Italien, Frankreich, Deutschland und Spanien vor, die Nutzung von Luftraum und Stützpunkten für amerikanische Operationen verweigert zu haben. Madrid, das sich zudem dem Nato-Ziel von fünf Prozent Verteidigungsausgaben bis 2035 widersetzt, nannte er einen „schrecklichen Partner“ und eine „verlorene Sache“. In der Grönland-Frage argumentierte Trump, die Insel sei für die Sicherheit der Vereinigten Staaten und der Welt unverzichtbar, für Dänemark hingegen bedeutungslos. Er verwies auf eine angebliche Zunahme chinesischer und russischer Schiffsbewegungen in der Arktis.
Europäische Regierungen reagierten mit einer Mischung aus Zurückweisung und demonstrativer Gelassenheit. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stellte klar, Grönland sei „selbstverständlich nicht zu verkaufen“, und erwarte Respekt für die Souveränität des Königreichs. Die spanische Regierung erklärte, sie nehme Trumps Drohungen „mit Ruhe und Normalität“ auf und verwies auf die beiderseitigen Vorteile der Wirtschaftsbeziehungen. Italienische Vertreter bemühten sich nach Darstellung aus Rom, die Kontroverse um die Basennutzung beizulegen. Nato-Generalsekretär Rutte räumte ein, Trumps Forderungen hätten die europäischen Verteidigungsanstrengungen beschleunigt, und verwies auf neue Rüstungsaufträge im Umfang von mindestens 50 Milliarden Dollar, die am Vortag angekündigt worden waren.
Die Eskalation droht die eigentliche Agenda des Gipfels zu überlagern. Die Allianz hatte zuvor versucht, mit der Bekanntgabe erheblich gestiegener Verteidigungsausgaben – elf Prozent mehr in Europa im Vergleich zum Vorjahr – und milliardenschweren Beschaffungsprogrammen den Forderungen Washingtons entgegenzukommen. Die Botschafter der Mitgliedstaaten billigten eine Gipfelerklärung, die ein „unerschütterliches Bekenntnis“ zur kollektiven Verteidigung bekräftigt; ihre formelle Annahme durch die Staats- und Regierungschefs stand am Mittwoch noch aus. Am Rande des Treffens kündigte Trump zudem an, der Ukraine eine Lizenz zur Eigenproduktion von Patriot-Flugabwehrsystemen zu erteilen, und äußerte sich optimistisch über eine mögliche Einigung im Ukraine-Krieg.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.70 | critical |
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
| Lateinamerikanische Presse | −0.40 | critical |
Das atlantische Bündnis verurteilt Trumps störendes Verhalten, das den Zusammenhalt des westlichen Blocks gefährdet.
Es betont Trumps aggressive Worte und einseitige Handlungen, die als Ursache für Chaos und Unordnung dargestellt werden, um ihn als Gegner der verbündeten Solidarität zu positionieren.
Es lässt Trumps genannte Gründe für seine Unzufriedenheit aus, wie den fehlenden europäischen Beistand im Iran und den strategischen Wert Grönlands, die in anderen Blöcken vorhanden sind.
Europa verteidigt sich gegen Trumps verbale Aggression, verurteilt seine Einschüchterungsstrategie und beharrt auf seiner eigenen Souveränität.
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Lateinamerika registriert die Spannung beim NATO-Gipfel, betont aber die Fähigkeit des Bündnisses, trotz der Streitigkeiten mit konkreten Investitionen voranzukommen.
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