
Zverev stürmt ins Wimbledon-Finale – Fery-Märchen endet in drei Sätzen
Alexander Zverev besiegt den britischen Wildcard-Spieler Arthur Fery 7:6, 6:2, 6:4 und steht als erster Deutscher seit 1995 im Endspiel von Wimbledon; am Sonntag trifft er auf Sinner oder Djokovic.
Alexander Zverev hat das Halbfinale von Wimbledon gegen den britischen Überraschungsmann Arthur Fery mit 7:6 (0), 6:2, 6:4 gewonnen und steht damit als erster deutscher Spieler seit Boris Becker 1995 im Endspiel des Rasenklassikers. Der 29-jährige Hamburger, der vor fünf Wochen in Paris seinen ersten Grand-Slam-Titel gefeiert hatte, untermauerte seine derzeitige Ausnahmestellung und wird ab Montag unabhängig vom Finalausgang die Nummer zwei der Weltrangliste sein – vor dem verletzt fehlenden Carlos Alcaraz.
Vor 15.000 Zuschauern auf dem Centre Court, darunter zahlreiche Prominente, ließ Zverev dem 23-jährigen Fery, der nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld gekommen war, keine Chance. Nach einem frühen Break und sofortigem Rebreak im ersten Satz dominierte der Deutsche den Tiebreak mit 7:0. In der Folge diktierte er mit druckvollem Aufschlag und präzisen Grundschlägen das Geschehen. Fery haderte zwischenzeitlich mit Schiedsrichterentscheidungen – ein wiederholter Punkt nach einer Bewegung eines Balljungen und nicht geahndete Netzaufschläge Zverevs erregten seinen Unmut –, doch sportlich war der Klassenunterschied deutlich. Zverev verwandelte nach 2:13 Stunden seinen ersten Matchball und lobte den Gegner anschließend als „unglaublichen Spieler“, der „noch Großes erreichen“ werde.
Der Lauf Ferys, der im All England Club aufgewachsen und zur Schule gegangen war, hatte das Turnier elektrisiert. Als Nummer 114 der Welt und zweiter Wildcard-Halbfinalist der Wimbledon-Geschichte nach Goran Ivanišević 2001 bezwang er unter anderem den Italiener Flavio Cobolli. Britische Medien sprachen vom „Fery-tale“. Durch den Halbfinaleinzug wird er in der Weltrangliste auf Platz 36 springen und künftig bei großen Turnieren gesetzt sein.
Für Zverev ist es das fünfte Grand-Slam-Finale, das zweite in Serie. Nach jahrelangen Schwierigkeiten auf Rasen – nie war er zuvor über das Achtelfinale hinausgekommen – hat er sein Spiel der Unterlage angepasst und wirkt nun auch in Wimbledon titelreif. Im zweiten Halbfinale des Tages standen sich Titelverteidiger Jannik Sinner und der siebenmalige Champion Novak Djokovic gegenüber; der Sieger wird am Sonntag Zverevs Endspielgegner sein. Im Damenfinale kommt es derweil zu einem rein tschechischen Duell zwischen Karolina Muchova und Linda Noskova.
Zverev selbst gab sich nach dem Erfolg betont fokussiert: „Ich muss an mich glauben und daran, dass ich gewinnen kann.“ Der letzte deutsche Wimbledonsieger war Michael Stich 1991. Mit einem Triumph am Sonntag könnte Zverev als erster Spieler der Open Era nach seinem ersten Grand-Slam-Titel sogleich den nächsten Major-Erfolg feiern.
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Die lokale Gemeinschaft und das britische Tennis-Establishment sprechen mit Stolz: Arthur Fery schreibt Geschichte, indem er Ivanisevics Leistung wiederholt und der Nation Ruhm bringt.
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