
Südafrika bezwingt Kanada 1:0 und zieht ins WM-Achtelfinale ein
Dank eines Treffers von Thapelo Maseko gewannen die Bafana Bafana das erste K.-o.-Spiel der Runde der letzten 32 und fordern nun den Sieger aus Niederlande gegen Marokko.
Mit einem disziplinierten Auftritt und einem Tor aus dem Nichts hat sich Südafrika am Sonntagabend im SoFi Stadium von Los Angeles den ersten Einzug in ein WM-Achtelfinale der Verbandsgeschichte gesichert. Vor 67.000 Zuschauern – mehrheitlich kanadischen Anhängern, die die kurze Reise über die Grenze angetreten hatten – entschied ein präziser Abschluss von Thapelo Maseko in der 67. Minute die Partie. Der Angreifer nutzte einen Ballverlust im Mittelfeld, setzte gegen den herauseilenden Torhüter Maxime Crépeau zum Sprint an und schob den Ball aus spitzem Winkel ins leere Tor. Kanada war über weite Strecken das optisch überlegene Team, doch der Kapitän Alphonso Davies, dessen Rückkehr nach überstandener Muskelverletzung sehnsüchtig erwartet worden war, vergab in der Schlussphase die größte Chance zum Ausgleich, als er aus zwölf Metern freistehend über die Latte schoss.
Beide Mannschaften debütierten in der K.-o.-Runde einer Weltmeisterschaft und hatten ihre Gruppen als Zweitplatzierte abgeschlossen. Südafrika war von Anpfiff weg auf Sicherheit bedacht, nachdem die Broos-Elf in der Gruppenphase einen holprigen Start erwischt hatte: einem 0:2 gegen Mexiko folgte ein 1:1 gegen Tschechien, ehe man mit einem Zittersieg über Südkorea (1:0) den historischen Sprung schaffte. Kanada hingegen kam mit der Bürde des 1:2 im letzten Gruppenspiel gegen die Schweiz nach Kalifornien, hatte zuvor aber beim 6:0 gegen Katar seine Offensivkraft demonstriert. Die beiden Stürmer Jonathan David und Cyle Larin, in der Vorrunde an sieben Treffern direkt beteiligt, blieben an diesem Tag allerdings blass.
Das Personalpuzzle prägte die Aufstellungen. Während Südafrika mit dem nach einer Rotsperre zurückgekehrten Teboho Mokoena an Stabilität im defensiven Mittelfeld gewann, fehlte auf kanadischer Seite der am Unterschenkel gebrochene Ismaël Koné. Davies begann auf der linken Seite, zeigte nach gut einer Stunde jedoch nachlassende Spritzigkeit. Die Südafrikaner vertrauten auf ihre kompakte 4-2-3-1-Ordnung und lauerten auf Umschaltmomente – das entscheidende Tor fiel nach einem solchen Konter, der binnen Sekunden von der eigenen Grundlinie bis ins kanadische Tor führte.
Für den afrikanischen Fußball bedeutet der Erfolg einen Prestigegewinn: Erstmals seit dem Viertelfinaleinzug Ghanas 2010 steht ein Vertreter des Kontinents in der Runde der letzten Sechzehn eines WM-Turniers – und dies nach einer makellosen Defensivleistung, die die Kanadier in der zweiten Halbzeit zu keinem einzigen Schuss auf das Tor von Ronwen Williams kommen ließ. Aus nordamerikanischer Sicht endet das Turnier mit herber Enttäuschung; als erster Co-Gastgeber der WM-Geschichte, der ein Heimspiel außerhalb der eigenen Landesgrenzen bestreiten musste, scheiterte Kanada an einer geschlossen agierenden südafrikanischen Einheit.
Die Reise für Südafrika geht am 4. Juli in Houston weiter, wo der Gegner aus der Partie zwischen den Niederlanden und Marokko ermittelt wird. Hugo Broos’ Mannschaft reist mit dem Rückenwind eines historischen Sieges und der Gewissheit, dass schon der nächste Erfolg die Tür zum Viertelfinale öffnen würde – eine Etappe, die bislang keiner afrikanischen Nation seit 2010 gelang.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Das Achtelfinale beginnt mit einem historischen Duell zweier Neulinge, Kanada und Südafrika, die beide vor Begeisterung überschäumen, nachdem sie erstmals die K.-o.-Phase erreicht haben. Das Spiel in Los Angeles bietet eine goldene Gelegenheit, den Traumlauf fortzusetzen. Gastgeber Kanada muss nun fernab seiner leidenschaftlichen Heimfans antreten.
Die K.-o.-Phase beginnt mit einem Duell zweier Mannschaften, die zum ersten Mal in den Ausscheidungsrunden stehen: Südafrika und Co-Gastgeber Kanada. Nach dem Sieg gegen Südkorea, der das Weiterkommen sicherte, brachen in Südafrika landesweite Jubelfeiern aus. Der 74-jährige belgische Trainer Hugo Broos ist der älteste Coach in dieser Turnierphase.
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