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Medien & UnterhaltungSamstag, 20. Juni 2026

Die Rückkehr der Kuscheltiere: Toy Story 5 und die Melancholie der digitalen Kindheit

Pixars neuer Film stellt die tapfere Jessie ins Zentrum – und spiegelt eine weltweite Debatte über Kinder, Bildschirme und die stille Macht der Treue.

In einem nie realisierten Entwurf, den das offizielle Artbook nun preisgibt, begegnet Jessie, die Cowgirl-Figur, ihrer allerersten Besitzerin wieder: Emily, inzwischen eine alte Dame, kniet sich auf den Bürgersteig, um die Stoffpuppe ihrer Kindheit der eigenen Enkelin in die Hand zu drücken. Die Co-Regisseurin McKenna Harris hat diesen Moment 2026 mit wenigen Bleistiftstrichen festgehalten – ein Bild voller Zärtlichkeit und Abschied, das es nicht in die finale Fassung von Toy Story 5 schaffte. Stattdessen entschied sich das Studio für eine leisere Geste: Emily, erfährt man am Ende, hat ihre Tochter Jessie genannt, eine Namensgebung, die das Vergessen dementiert. So beginnt die fünfte Reise ins Kinderzimmer mit einer radikalen Frage: Was bleibt von einem Spielzeug, wenn die Zuwendung erlischt?

Der Film, inszeniert vom Pixar-Veteranen Andrew Stanton und der Debütantin McKenna Harris, rückt Jessie – gesprochen von Joan Cusack – erstmals ins Zentrum der Handlung. Die achtjährige Bonnie, Erbin des einst von Andy gesammelten Spielzeug-Archetyps, verfällt zunehmend einem digitalen Frosch-Tablet namens Lilypad (Stimme: Greta Lee). Wo früher Holzbausteine und Plastikdinosaurier lagen, leuchtet nun ein Bildschirm. Woody und Buzz Lightyear treten in den Hintergrund; sie sind zu Beobachtern eines schleichenden Bedeutungsverlusts geworden. Jessie hingegen, deren Stimme laut dem Kritiker Robert Daniels ein ganzes Geflecht aus „Sorge einer älteren Generation um die jüngste“ trägt, wird zur Anführerin eines Widerstands, der nicht martialisch, sondern existenziell geführt wird.

In dieser Konstellation bündelt Toy Story 5 eine kulturelle Unruhe, die weit über den Kinosaal hinausreicht. Während in den USA der Psychologe Jonathan Haidt mit seinem Bestseller „The Anxious Generation“ vor den Folgen der Bildschirmkindheit warnt und die WHO längst Leitlinien zur Bildschirmzeit publiziert, zeigt der Animationsfilm eine bemerkenswerte Zurückhaltung: Lilypad wird nicht zur bloßen Schurkin. Das Drehbuch gesteht der KI zu, das Beste für Bonnie zu wollen, und führt schließlich eine Versöhnung vor, in der Tablet und Teddy sich zusammentun, um das Mädchen zu einer Freundschaft im realen Leben zu bewegen. Es ist eine Wendung, die das staunende Publikum in Jakarta, Buenos Aires oder Berlin gleichermaßen betrifft – denn die Frage, wie viel Digitalisierung die Kindheit verträgt, treibt Eltern auf der ganzen Welt um.

Die Resonanz spiegelt diese Ambivalenz. Mit 93 Prozent positiver Kritiken auf Rotten Tomatoes liegt der Film zwar am unteren Ende der an Maßstäben überreichen Reihe – Toy Story 1, 2 und 3 erreichten 100 oder 98 Prozent –, doch das Publikum votiert mit einem Allzeithoch von 95 Prozent Zustimmung. Gerade Erwachsene, die selbst mit den ersten Filmen aufwuchsen, scheinen den melancholischen Subtext zu würdigen. In den deutschen, österreichischen und schweizerischen Kinosälen, in denen die Synchronstimmen von Ilona Schulz (Jessie) und Michael Herbig (Buzz) seit Jahrzehnten vertraut sind, ist das Gelächter bei Smarty Pants’ Fäkalspäßen ebenso zu Hause wie die feuchten Augen, wenn Jessie sinniert: „Bin ich zu gut, um nur ein Spielzeug zu sein?“ Taylor Swifts überraschend country-esker Abspannsong „I Knew It, I Knew You“ setzt dazu einen Ton, der nicht triumphiert, sondern nachklingt.

Am Ende bleibt ein Bild aus den Tiefen des Abspanns: In der zweiten Post-Credit-Szene taucht eine Figur mit dem Namen Pizza with Sunglasses auf, gesprochen vom puerto-ricanischen Musiker Bad Bunny. Sie gehört zur „kleinen, aber mächtigen Gemeinschaft vergessener Spielzeuge“, die im Schuppen hinter dem Haus ein Dasein im Halbdunkel fristen. Hier, wo der Rost knirscht und die Pixel nicht hinkommen, lebt die Vorstellung fort, dass kein Ding je ganz verschwindet, solange es eine Erinnerung hält. Emily hat den Namen ihrer Puppe an die nächste Generation weitergereicht, und Bonnie lässt Lilypad nicht allein. Der Film endet mit dieser doppelten Geste – einem stillen Einspruch gegen die vermeintliche Endgültigkeit des digitalen Zeitalters.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 1 Sprachen

49%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseSüdostasiatische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
TriumphPragmatismus

Die Rückkehr von Woody und Buzz in Toy Story 5 war ein Triumph an den Kinokassen und zeigt, dass Spielzeug der digitalen Technologie standhält. Mehr als dreißig Jahre nach dem ersten Film behalten die Figuren ihre Ausstrahlung und verbinden Generationen von Zuschauern.

Südostasiatische Presse
SkepsisDistanz

Toy Story 5 erforscht den Konflikt zwischen Spielzeug und dem digitalen Zeitalter und beleuchtet den Kampf, relevant zu bleiben, wenn Kinder Tablets bevorzugen. Die Handlung regt zum Nachdenken darüber an, wie die Technologie die Kindheit verändert.

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Samstag, 20. Juni 2026

Die Rückkehr der Kuscheltiere: Toy Story 5 und die Melancholie der digitalen Kindheit

Pixars neuer Film stellt die tapfere Jessie ins Zentrum – und spiegelt eine weltweite Debatte über Kinder, Bildschirme und die stille Macht der Treue.

In einem nie realisierten Entwurf, den das offizielle Artbook nun preisgibt, begegnet Jessie, die Cowgirl-Figur, ihrer allerersten Besitzerin wieder: Emily, inzwischen eine alte Dame, kniet sich auf den Bürgersteig, um die Stoffpuppe ihrer Kindheit der eigenen Enkelin in die Hand zu drücken. Die Co-Regisseurin McKenna Harris hat diesen Moment 2026 mit wenigen Bleistiftstrichen festgehalten – ein Bild voller Zärtlichkeit und Abschied, das es nicht in die finale Fassung von Toy Story 5 schaffte. Stattdessen entschied sich das Studio für eine leisere Geste: Emily, erfährt man am Ende, hat ihre Tochter Jessie genannt, eine Namensgebung, die das Vergessen dementiert. So beginnt die fünfte Reise ins Kinderzimmer mit einer radikalen Frage: Was bleibt von einem Spielzeug, wenn die Zuwendung erlischt?

Der Film, inszeniert vom Pixar-Veteranen Andrew Stanton und der Debütantin McKenna Harris, rückt Jessie – gesprochen von Joan Cusack – erstmals ins Zentrum der Handlung. Die achtjährige Bonnie, Erbin des einst von Andy gesammelten Spielzeug-Archetyps, verfällt zunehmend einem digitalen Frosch-Tablet namens Lilypad (Stimme: Greta Lee). Wo früher Holzbausteine und Plastikdinosaurier lagen, leuchtet nun ein Bildschirm. Woody und Buzz Lightyear treten in den Hintergrund; sie sind zu Beobachtern eines schleichenden Bedeutungsverlusts geworden. Jessie hingegen, deren Stimme laut dem Kritiker Robert Daniels ein ganzes Geflecht aus „Sorge einer älteren Generation um die jüngste“ trägt, wird zur Anführerin eines Widerstands, der nicht martialisch, sondern existenziell geführt wird.

In dieser Konstellation bündelt Toy Story 5 eine kulturelle Unruhe, die weit über den Kinosaal hinausreicht. Während in den USA der Psychologe Jonathan Haidt mit seinem Bestseller „The Anxious Generation“ vor den Folgen der Bildschirmkindheit warnt und die WHO längst Leitlinien zur Bildschirmzeit publiziert, zeigt der Animationsfilm eine bemerkenswerte Zurückhaltung: Lilypad wird nicht zur bloßen Schurkin. Das Drehbuch gesteht der KI zu, das Beste für Bonnie zu wollen, und führt schließlich eine Versöhnung vor, in der Tablet und Teddy sich zusammentun, um das Mädchen zu einer Freundschaft im realen Leben zu bewegen. Es ist eine Wendung, die das staunende Publikum in Jakarta, Buenos Aires oder Berlin gleichermaßen betrifft – denn die Frage, wie viel Digitalisierung die Kindheit verträgt, treibt Eltern auf der ganzen Welt um.

Die Resonanz spiegelt diese Ambivalenz. Mit 93 Prozent positiver Kritiken auf Rotten Tomatoes liegt der Film zwar am unteren Ende der an Maßstäben überreichen Reihe – Toy Story 1, 2 und 3 erreichten 100 oder 98 Prozent –, doch das Publikum votiert mit einem Allzeithoch von 95 Prozent Zustimmung. Gerade Erwachsene, die selbst mit den ersten Filmen aufwuchsen, scheinen den melancholischen Subtext zu würdigen. In den deutschen, österreichischen und schweizerischen Kinosälen, in denen die Synchronstimmen von Ilona Schulz (Jessie) und Michael Herbig (Buzz) seit Jahrzehnten vertraut sind, ist das Gelächter bei Smarty Pants’ Fäkalspäßen ebenso zu Hause wie die feuchten Augen, wenn Jessie sinniert: „Bin ich zu gut, um nur ein Spielzeug zu sein?“ Taylor Swifts überraschend country-esker Abspannsong „I Knew It, I Knew You“ setzt dazu einen Ton, der nicht triumphiert, sondern nachklingt.

Am Ende bleibt ein Bild aus den Tiefen des Abspanns: In der zweiten Post-Credit-Szene taucht eine Figur mit dem Namen Pizza with Sunglasses auf, gesprochen vom puerto-ricanischen Musiker Bad Bunny. Sie gehört zur „kleinen, aber mächtigen Gemeinschaft vergessener Spielzeuge“, die im Schuppen hinter dem Haus ein Dasein im Halbdunkel fristen. Hier, wo der Rost knirscht und die Pixel nicht hinkommen, lebt die Vorstellung fort, dass kein Ding je ganz verschwindet, solange es eine Erinnerung hält. Emily hat den Namen ihrer Puppe an die nächste Generation weitergereicht, und Bonnie lässt Lilypad nicht allein. Der Film endet mit dieser doppelten Geste – einem stillen Einspruch gegen die vermeintliche Endgültigkeit des digitalen Zeitalters.

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Lateinamerikanische Presse/ Markt
TriumphPragmatismus

Die Rückkehr von Woody und Buzz in Toy Story 5 war ein Triumph an den Kinokassen und zeigt, dass Spielzeug der digitalen Technologie standhält. Mehr als dreißig Jahre nach dem ersten Film behalten die Figuren ihre Ausstrahlung und verbinden Generationen von Zuschauern.

Südostasiatische Presse
SkepsisDistanz

Toy Story 5 erforscht den Konflikt zwischen Spielzeug und dem digitalen Zeitalter und beleuchtet den Kampf, relevant zu bleiben, wenn Kinder Tablets bevorzugen. Die Handlung regt zum Nachdenken darüber an, wie die Technologie die Kindheit verändert.

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