
Djokovic ringt Auger-Aliassime in fünf Sätzen nieder – nun wartet Sinner im Halbfinale
Nach 5 Stunden und 15 Minuten bezwang der 39-jährige Serbe den Kanadier und trifft am Freitag auf den Titelverteidiger, der zuvor Struff in drei Sätzen ausschaltete.
Novak Djokovic hat das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte für sich entschieden. Der siebenfache Champion setzte sich am Dienstagabend auf dem Centre Court gegen den an Nummer drei gesetzten Félix Auger-Aliassime mit 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7) und 7:6 (10:4) durch. Die Partie endete um 22:55 Uhr Ortszeit, nur fünf Minuten vor der strikten Sperrstunde des All England Club. Djokovic, der im ersten Satz wegen einer Verletzung am linken Unterschenkel behandelt werden musste, zeigte über die gesamte Distanz eine physische Widerstandskraft, die in serbischen Medien als Beleg für seinen anhaltenden Siegeswillen gewertet wurde. Er selbst sagte nach dem Match: „Ich habe mit Schläger und viel Herz gewonnen.“
Der 25-jährige Auger-Aliassime, der mit 30 Assen und druckvollem Grundlinienspiel über weite Strecken auf Augenhöhe agierte, erzwang nach verlorenem dritten Satz durch einen Tiebreak-Erfolg im vierten Durchgang den Entscheidungssatz. Kanadische Beobachter hoben hervor, dass der Weltranglistenvierte trotz der Niederlage seine mentale Stabilität unter Beweis gestellt habe. Djokovic hingegen monierte die Entscheidung des Turnierschiedsrichters, das Dach zu Beginn des dritten Satzes zu schließen, und verwies auf mangelnde Regelkonsistenz. Im entscheidenden Match-Tiebreak des fünften Satzes setzte sich die Erfahrung des Serben durch: Er zog von 4:4 auf 9:4 davon und verwandelte nach 5 Stunden und 15 Minuten seinen ersten Matchball.
Zuvor hatte Titelverteidiger Jannik Sinner seine Pflichtaufgabe gelöst. Der 24-jährige Italiener bezwang den deutschen Routinier Jan-Lennard Struff mit 7:5, 7:6 (7:4) und 6:3. Aus italienischer Perspektive wurde vor allem Sinners verbesserte körperliche Verfassung bei Temperaturen um 30 Grad hervorgehoben – ein Kontrast zu seiner hitzebedingten Zweitrunden-Aufgabe bei den French Open. Sinner selbst erklärte, man habe „viel gearbeitet, um zu verstehen, was in Paris schiefgelaufen ist“. Struff, der als erster Spieler der Open Era mit 36 Jahren sein Grand-Slam-Viertelfinaldebüt gab, hielt in den ersten beiden Sätzen gut mit, konnte aber im Tiebreak und im dritten Durchgang dem konstanten Druck des Weltranglistenersten nicht mehr standhalten. Deutsche Kommentatoren würdigten dennoch das beste Grand-Slam-Turnier seiner Karriere.
Damit kommt es am Freitag zur Neuauflage des Halbfinals vom Vorjahr, das Sinner glatt in drei Sätzen für sich entschieden hatte. Djokovic revanchierte sich im Januar im Halbfinale der Australian Open mit einem Fünfsatzsieg. In der Gesamtbilanz führt Sinner mit 6:5 Siegen. Der Sieger dieses Duells trifft im Endspiel auf den Gewinner der zweiten Vorschlussrunden-Partie zwischen Alexander Zverev und Taylor Fritz. Zverev, der als zweiter deutscher Profi neben Struff im Turnier verblieben war, hatte zuvor sein am Montag unterbrochenes Achtelfinale gegen Jiri Lehecka in vier Sätzen beendet und steht damit erstmals im Viertelfinale von Wimbledon.
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Italien feiert seinen Champion: Sinner ist unerbittlich, das Halbfinale bestätigt seine Größe.
Betonung der entscheidenden Momente und mentalen Reife, die ein hart umkämpftes Spiel in eine Demonstration von Überlegenheit verwandelt.
Erwähnt nicht Sinners anfängliche Schwierigkeiten und Struffs niedrige Platzierung, die den Sieg hätten schmälern können.
Der Weltennis hat einen neuen Favoriten: Sinner verteidigt seinen Titel mit Autorität.
Betonung der Titelverteidigung und der Härte des Spiels, um den Fortschritt zu legitimieren.
Lässt Sinners Probleme mit der Hitze und seinen Zusammenbruch in Roland Garros aus, die seine Beständigkeit in Frage stellen könnten.
Sinner bestand eine Prüfung aus Hitze und Druck, aber die Erinnerung an seinen Zusammenbruch in Roland Garros bleibt bestehen.
Stellt den aktuellen Erfolg dem früheren Scheitern gegenüber, um eine Erzählung des bedingten Überwindens zu schaffen.
Lässt die triumphale Erzählung und die Leichtigkeit des Sieges aus und konzentriert sich stattdessen auf die Wetterbedingungen und frühere Misserfolge.
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