Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETDonnerstag, 2. Juli 2026
311 Quellen · 17 Sprachen1216 Briefings heute
SportDonnerstag, 2. Juli 2026

Nach 2:0-Führung und 2:3-Pleite: Senegal-Profi Gueye tritt aus Protest zurück

Pape Gueye kündigte nach dem Achtelfinal-Aus gegen Belgien an, bis zum Ende der Amtszeit von Trainer Pape Thiaw nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen – die Auswechslung in der 66. Minute hatte für Unmut gesorgt.

Senegal schied im WM-Achtelfinale in Seattle auf dramatische Weise aus. Die Westafrikaner führten gegen Belgien nach Toren von Habib Diarra und Ismaila Sarr mit 2:0 und kontrollierten die Partie über weite Strecken. Doch in den Schlussminuten der regulären Spielzeit drehte Belgien auf: Romelu Lukaku und Youri Tielemans glichen innerhalb von vier Minuten aus und erzwangen die Verlängerung. In der 125. Minute entschied der VAR auf Elfmeter, nachdem der eingewechselte Lamine Camara im Strafraum gefoult hatte – Tielemans verwandelte zum 3:2-Endstand und besiegelte das Aus der "Teranga-Löwen".

Zum zentralen Konfliktpunkt wurde die Auswechslung von Mittelfeldspieler Pape Gueye in der 66. Minute. Der 27-Jährige vom FC Villarreal, der im Turnierverlauf zwei Tore erzielt hatte, musste beim Stand von 2:0 für Camara weichen. Trainer Pape Thiaw begründete den Wechsel auf der Pressekonferenz mit Erschöpfung: Einige Spieler hätten um ihre Auswechslung gebeten, es wäre unprofessionell gewesen, sie auf dem Feld zu lassen. Gueye widersprach dieser Darstellung in der Mixed Zone deutlich: "Ich war körperlich in bester Verfassung. Der Trainer entscheidet, und das war's." Er fügte hinzu, niemand habe ihn vor der Auswechslung nach seinem Befinden gefragt.

Wenige Stunden nach dem Abpfiff eskalierte der Streit. Auf Instagram, wo ihm über eine Million Menschen folgen, schrieb Gueye: "Ich werde noch einmal zurückkommen, um ein paar Worte zur Eliminierung zu sagen … aber ich kündige heute an, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause von der Nationalmannschaft einlege." Der Post löste in Senegal eine Welle der Empörung aus. Laut dem Portal Seneweb starteten Fans eine Online-Petition, die binnen kurzer Zeit über 30.000 Unterschriften für die sofortige Entlassung Thiaws sammelte. Auch in senegalesischen Medien mehrten sich kritische Stimmen, die dem Trainer taktische Fehler und mangelndes Management vorwarfen.

Die senegalesische Fußballföderation (FSF) hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert. Die Kontroverse stellt den Verband vor eine schwierige Aufgabe: Thiaw, der das Team 2024 übernommen und zum Gewinn des Afrika-Cups geführt hatte (der Titel wurde später nach einem Protest Marokko zugesprochen), steht nun massiv unter Druck. Für Senegal stehen in den kommenden Monaten die Qualifikation zur WM 2030 und die nächste Afrikameisterschaft an. Ob Gueye unter einem neuen Trainer zurückkehrt oder ob Thiaw trotz der öffentlichen Forderungen im Amt bleibt, ist offen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 6 Sprachen

38%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Russische & GUS-PresseKontinentaleuropäische Presse
Russische & GUS-Presse/ Staatlich
DistanzPragmatismusIronie

Der senegalesische Mittelfeldspieler kündigte auf Instagram an, einer in Russland verbotenen Plattform, da sie zu Meta gehört, einer als extremistisch eingestuften Organisation, dass er seine Nationalmannschaftskarriere aussetzt, solange der derzeitige Trainerstab im Amt bleibt. Der Bericht bleibt distanziert und verweist auf den rechtlichen Status des genutzten sozialen Netzwerks.

Kontinentaleuropäische Presse/ DACH+
IronieDringlichkeitSkepsis

Ein WM-Star tritt aus Protest gegen seinen Trainer aus der Nationalmannschaft zurück – aus einem kuriosen Grund. Das dramatische Aus nach der Niederlage gegen Belgien wird als aufsehenerregender persönlicher Schritt inszeniert, mit einer Spur Skepsis gegenüber der Entscheidung des Spielers.

Erweitere deinen Horizont

Mehr lesen
Aktuell
Götter als Naturgewalten: Nolans «Odyssee» und die neue Macht der Zuschauer·Eine Woche nach den Erdbeben in Venezuela: 2.295 Tote, Zehntausende vermisst·Belgiens späte Wende: Tielemans’ Elfmeter in der 125. Minute besiegt Senegal·Kanes Doppelpack rettet England gegen Kongo – nun wartet Mexiko im Azteca-Stadion·Englands Achtelfinal-Gegner Mexiko: Tuchel warnt vor unüberwindbarer Höhenlage im Azteca-Stadion·Festnahme des Komikers Deniz Göktaş in Istanbul: Vorwurf der Beleidigung religiöser Werte und des Präsidenten·Digitale Zahlungen und finanzielle Transparenz: Wie sich der Umgang mit Geld über Generationen verschiebt·USA verweigern Machado Rückkehr nach Venezuela – Spannungen mit Trump-Regierung·Götter als Naturgewalten: Nolans «Odyssee» und die neue Macht der Zuschauer·Eine Woche nach den Erdbeben in Venezuela: 2.295 Tote, Zehntausende vermisst·Belgiens späte Wende: Tielemans’ Elfmeter in der 125. Minute besiegt Senegal·Kanes Doppelpack rettet England gegen Kongo – nun wartet Mexiko im Azteca-Stadion·Englands Achtelfinal-Gegner Mexiko: Tuchel warnt vor unüberwindbarer Höhenlage im Azteca-Stadion·Festnahme des Komikers Deniz Göktaş in Istanbul: Vorwurf der Beleidigung religiöser Werte und des Präsidenten·Digitale Zahlungen und finanzielle Transparenz: Wie sich der Umgang mit Geld über Generationen verschiebt·USA verweigern Machado Rückkehr nach Venezuela – Spannungen mit Trump-Regierung·
Akt. 17:196 Sprachen · 13 Quellen
13 Quellen|6 Sprachen|2 Min. Lesezeit
Donnerstag, 2. Juli 2026

Nach 2:0-Führung und 2:3-Pleite: Senegal-Profi Gueye tritt aus Protest zurück

Pape Gueye kündigte nach dem Achtelfinal-Aus gegen Belgien an, bis zum Ende der Amtszeit von Trainer Pape Thiaw nicht mehr für die Nationalmannschaft aufzulaufen – die Auswechslung in der 66. Minute hatte für Unmut gesorgt.

Senegal schied im WM-Achtelfinale in Seattle auf dramatische Weise aus. Die Westafrikaner führten gegen Belgien nach Toren von Habib Diarra und Ismaila Sarr mit 2:0 und kontrollierten die Partie über weite Strecken. Doch in den Schlussminuten der regulären Spielzeit drehte Belgien auf: Romelu Lukaku und Youri Tielemans glichen innerhalb von vier Minuten aus und erzwangen die Verlängerung. In der 125. Minute entschied der VAR auf Elfmeter, nachdem der eingewechselte Lamine Camara im Strafraum gefoult hatte – Tielemans verwandelte zum 3:2-Endstand und besiegelte das Aus der "Teranga-Löwen".

Zum zentralen Konfliktpunkt wurde die Auswechslung von Mittelfeldspieler Pape Gueye in der 66. Minute. Der 27-Jährige vom FC Villarreal, der im Turnierverlauf zwei Tore erzielt hatte, musste beim Stand von 2:0 für Camara weichen. Trainer Pape Thiaw begründete den Wechsel auf der Pressekonferenz mit Erschöpfung: Einige Spieler hätten um ihre Auswechslung gebeten, es wäre unprofessionell gewesen, sie auf dem Feld zu lassen. Gueye widersprach dieser Darstellung in der Mixed Zone deutlich: "Ich war körperlich in bester Verfassung. Der Trainer entscheidet, und das war's." Er fügte hinzu, niemand habe ihn vor der Auswechslung nach seinem Befinden gefragt.

Wenige Stunden nach dem Abpfiff eskalierte der Streit. Auf Instagram, wo ihm über eine Million Menschen folgen, schrieb Gueye: "Ich werde noch einmal zurückkommen, um ein paar Worte zur Eliminierung zu sagen … aber ich kündige heute an, dass ich, solange dieser Trainerstab im Amt ist, eine Pause von der Nationalmannschaft einlege." Der Post löste in Senegal eine Welle der Empörung aus. Laut dem Portal Seneweb starteten Fans eine Online-Petition, die binnen kurzer Zeit über 30.000 Unterschriften für die sofortige Entlassung Thiaws sammelte. Auch in senegalesischen Medien mehrten sich kritische Stimmen, die dem Trainer taktische Fehler und mangelndes Management vorwarfen.

Die senegalesische Fußballföderation (FSF) hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert. Die Kontroverse stellt den Verband vor eine schwierige Aufgabe: Thiaw, der das Team 2024 übernommen und zum Gewinn des Afrika-Cups geführt hatte (der Titel wurde später nach einem Protest Marokko zugesprochen), steht nun massiv unter Druck. Für Senegal stehen in den kommenden Monaten die Qualifikation zur WM 2030 und die nächste Afrikameisterschaft an. Ob Gueye unter einem neuen Trainer zurückkehrt oder ob Thiaw trotz der öffentlichen Forderungen im Amt bleibt, ist offen.

Divergenz der Quellen

Sport · 13 Quellen · 6 Sprachen

38%Mittel

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

Neutral75%
Kritisch25%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 6 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Russische & GUS-PresseKontinentaleuropäische Presse
Russische & GUS-Presse/ Staatlich
DistanzPragmatismusIronie

Der senegalesische Mittelfeldspieler kündigte auf Instagram an, einer in Russland verbotenen Plattform, da sie zu Meta gehört, einer als extremistisch eingestuften Organisation, dass er seine Nationalmannschaftskarriere aussetzt, solange der derzeitige Trainerstab im Amt bleibt. Der Bericht bleibt distanziert und verweist auf den rechtlichen Status des genutzten sozialen Netzwerks.

Kontinentaleuropäische Presse/ DACH+
IronieDringlichkeitSkepsis

Ein WM-Star tritt aus Protest gegen seinen Trainer aus der Nationalmannschaft zurück – aus einem kuriosen Grund. Das dramatische Aus nach der Niederlage gegen Belgien wird als aufsehenerregender persönlicher Schritt inszeniert, mit einer Spur Skepsis gegenüber der Entscheidung des Spielers.

Diese Nachricht erschien in

13 Quellen · 6 Sprachen

Erweitere deinen Horizont

Aus Geopolitics & Politics

Bundesanwaltschaft erhebt Anklage: Nord-Stream-Sabotage von ukrainischen Behörden beauftragt

11 Sprachen · 18 Quellen

Aus Economy & Markets

OpenAI bietet US-Regierung Fünf-Prozent-Beteiligung an

10 Sprachen · 22 Quellen

Aus Technology

Indien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion und weitet Prüfung auf Telegram und Signal aus

4 Sprachen · 21 Quellen

Mehr lesen