
Selenskyj erwägt Ablösung des Oberbefehlshabers Syrskyj nach Massenprotesten
Die Entlassung von Verteidigungsminister Fedorow hat eine innenpolitische Krise ausgelöst, die nun den Posten des militärischen Führers der Ukraine erreicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj prüft nach übereinstimmenden Medienberichten die Ablösung des Oberbefehlshabers der Streitkräfte, Olexander Syrskyj. Auslöser sind die seit drei Tagen anhaltenden Proteste in Kiew, Lwiw und Odessa, die sich nach der Entlassung von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow zunächst gegen dessen Abberufung richteten, inzwischen aber vor allem den Rücktritt Syrskyjs fordern. Wie die Financial Times unter Berufung auf einen hochrangigen Mitarbeiter der Präsidialverwaltung meldet, will Selenskyj an diesem Wochenende Gespräche mit mehreren Brigadekommandeuren führen, um die Lage an der Front zu bewerten und mögliche Nachfolger kennenzulernen. Ein der Präsidialverwaltung nahestehender Informant bezeichnete die Treffen gegenüber dem Exilmedium Meduza als „informelle Sichtung“.
Aus Kiewer Regierungskreisen wird die Krise als der schwerste Führungskonflikt seit Selenskyjs Amtsantritt beschrieben. Der entlassene Minister Fedorow warf Syrskyj öffentlich vor, Reformen blockiert, Korruption geduldet und eine strategisch veraltete Kriegführung verfolgt zu haben. Während Fedorow auf Drohnen, Automatisierung und eine Integration in NATO-Strukturen setzte, stehe Syrskyj für massenhafte Mobilisierung und das Halten von Stellungen um jeden Preis – eine Haltung, die ihm in Teilen der Truppe den Beinamen „Schlächter“ eingetragen hat. In der Werchowna Rada begannen Abgeordnete unterdessen, Unterschriften für eine offizielle Aufforderung an den Präsidenten zu sammeln, Syrskyj zu entlassen. Gleichzeitig betonen ukrainische Politologen, dass Syrskyj für Selenskyj politisch bequem sei: Anders als sein Vorgänger Walerij Saluschnyj hege er keine eigenen politischen Ambitionen und garantiere eine enge Kontrolle des Präsidenten über die Armee.
Aus Sicht westlicher Partner hat die Personalie unmittelbare Auswirkungen auf die militärische Zusammenarbeit. Fedorow galt in Brüssel und bei östlichen NATO-Staaten als zentraler Ansprechpartner für die Modernisierung der ukrainischen Rüstungsindustrie und hatte noch am Tag vor seiner Entlassung Abkommen mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Verteidigungsagentur unterzeichnet. Ein westlicher Militärattaché in Kiew sprach gegenüber der Financial Times von einem „Schock“ über die plötzliche Abberufung. Das EU-Portal EUobserver berichtete, in Brüssel wachse die Sorge um den Fortbestand der unter Fedorow getroffenen Vereinbarungen, die ukrainischen Unternehmen den Zugang zu gemeinsamen europäischen Rüstungsprogrammen eröffnen sollten.
Der russische Soziologe Jewgeni Kopatko äußerte in einem Interview die Einschätzung, Selenskyj werde letztlich jene militärische Führung akzeptieren, die der Westen ihm vorgebe. Sollte Washington oder Brüssel auf einen Wechsel drängen, wäre die Entscheidung bereits gefallen. In Kiew wird indes darauf verwiesen, dass eine Entlassung Syrskyjs nur dann erfolgen werde, wenn ein Kandidat gefunden sei, der eine reibungslose Kommandoübergabe und die Stabilität entlang der 1200 Kilometer langen Front gewährleisten könne. Die für das Wochenende angesetzten Gespräche Selenskyjs mit den Kommandeuren gelten als entscheidend; eine offizielle Ankündigung wird in den kommenden Tagen erwartet.
| Russische & GUS-Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Kontinentaleuropäische Presse | −0.20 | neutral |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
Selenskyj ist eine Marionette des Westens, seine Schwäche ist offensichtlich. Die ukrainische Krise ist tief und ein Wechsel des Kommandeurs wird nichts ändern.
Durch die Zitierung westlicher Quellen, aber die Hinzufügung von Expertenkommentaren, die Selenskyjs Abhängigkeit vom Westen betonen, wird der Eindruck mangelnder ukrainischer Souveränität erzeugt.
Der Kontext, dass die Proteste möglicherweise nicht die größten sind und dass Selenskyj aus strategischen Gründen handeln könnte, nicht nur unter Druck, wird ausgelassen.
Die Situation entwickelt sich, Quellen deuten darauf hin, dass Selenskyj die Option erwägt. Es gibt keine Gewissheit, aber die Möglichkeit ist real.
Durch die Verwendung anonymer Quellen und konditionaler Sprache wird eine neutrale Position beibehalten, ohne Partei zu ergreifen.
Selenskyj könnte Syrsky nach den Protesten entlassen, so Quellen. Der Präsident erwägt Nachfolger.
Durch die Berichterstattung mit Quellenangabe und Verwendung des Konditionals wird die Nachricht als verifizierte, aber nicht endgültige Tatsache präsentiert.
Erweitere deinen Horizont
Alphabet trotz Rekordumsatz unter Druck: KI-Investitionen führen zu negativem Cashflow
7 Sprachen · 17 Quellen
Aus TechnologyOpenAI-Modelle entweichen Testumgebung und hacken autonom KI-Plattform
8 Sprachen · 33 Quellen
Aus Science & HealthRekordausbruch von Cyclosporiasis in den USA: Rückruf von Eisbergsalat aus Mexiko bleibt bestehen
3 Sprachen · 9 Quellen