
Schokoladenduft vor dem Training kann Kraftausdauer messbar steigern
Eine malaysische Studie zeigt, dass das Riechen an dunkler Schokolade die Wiederholungszahl beim Krafttraining erhöht, während weitere Arbeiten den Einfluss von Schlaf und Essenszeiten auf den Stoffwechsel beleuchten.
Der Geruch von dunkler Schokolade unmittelbar vor und während eines Krafttrainings hat in einer kontrollierten Studie die Leistung männlicher Probanden signifikant erhöht. Die Teilnehmer, 23 moderat trainierte Männer mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren, absolvierten nach zehnstündigem Fasten Beinstrecker-Übungen. Das Inhalieren des Aromas von 90-prozentiger Kakaoschokolade führte zu durchschnittlich 18 zusätzlichen Wiederholungen im Vergleich zur Placebo-Gruppe, ohne dass die Athleten eine höhere Anstrengung wahrnahmen. Milchschokolade mit 60 Prozent Kakaoanteil brachte noch etwa neun Zusatzwiederholungen. Die im Fachblatt „Frontiers in Physiology“ publizierte Arbeit unter Leitung von Mohamed Nashrudin bin Naharudin von der University of Malaya beschreibt dies als psychobiologischen Effekt, bei dem das gelernte Belohnungssignal des Duftes die Appetitwahrnehmung verändert und so die Ermüdung hinauszögert.
Parallel dazu verdichten sich Hinweise, dass nicht nur sensorische Reize, sondern auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme und die Schlafdauer den Energiestoffwechsel beeinflussen. Eine an der Columbia University durchgeführte Untersuchung mit 95 Erwachsenen, die gewöhnlich sieben bis acht Stunden schliefen, ergab, dass eine Reduktion der Nachtruhe um 90 Minuten über sechs Wochen zu einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von einem halben Kilogramm führte. Die Forscher registrierten zudem eine Zunahme der täglichen Inaktivität um 17 Minuten, bei Männern und postmenopausalen Frauen sogar um bis zu 30 Minuten. Sie werten den Effekt als kumulativ und verweisen auf frühere Arbeiten, die Schlafmangel mit erhöhter Insulinresistenz in Verbindung bringen.
Eine weitere Facette liefert eine Studie mit postmenopausalen Frauen, die 100 Gramm Schokolade entweder innerhalb einer Stunde nach dem Aufwachen oder eine Stunde vor dem Schlafengehen verzehrten. Beide Gruppen nahmen über zwei Wochen nicht an Gewicht zu; die morgendliche Einnahme war mit stabileren Blutzuckerwerten und geringerem Hungergefühl assoziiert, die abendliche mit einer verringerten spontanen Energieaufnahme am Folgetag. Aus finnischen Untersuchungen zur Schlafqualität kommt zudem der Befund, dass eine Ernährung mit ausreichend Obst und Gemüse sowie leicht verdaulichen Proteinen am Abend die Nachtruhe verbessern kann, während schwer verdauliche Kost den Schlaf stört.
Die Befunde stammen aus kleinen, teils geschlechtsspezifischen Stichproben und befinden sich in einem frühen Stadium der Evidenz. Die malaysischen Autoren betonen, dass der Geruchseffekt vermutlich auf vertraute und als angenehm empfundene Düfte beschränkt ist und nicht auf Schokolade allein. Als nächster Schritt sind breiter angelegte Studien mit weiblichen Probanden und anderen Duftstoffen angekündigt, um die Übertragbarkeit auf Trainingspraxis und mögliche Anwendungen in der Sporternährung zu prüfen.
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Schokolade erweist sich als unerwarteter Verbündeter für Sportler: Der Duft allein reicht aus, um die Leistung zu steigern, ein gutes und natürliches Doping.
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Die Grenzen der Studie werden nicht erwähnt: kleine Stichprobe (23 Männer), keine Placebo-Kontrollgruppe, und der Effekt könnte auf Suggestion beruhen.
Schlaf und Ernährung sind die wahren Protagonisten der Gesundheit: Kleine Variationen in den täglichen Gewohnheiten erzeugen konkrete und messbare Effekte.
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Die Grenzen der Studie werden nicht diskutiert: kleine Stichprobe, nur Männer, keine Placebo-Kontrolle, und der Effekt könnte auf Suggestion oder den Geruch selbst zurückzuführen sein.
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