
Schiffsverkehr durch Straße von Hormus bricht nach neuen US-iranischen Angriffen ein
Nach dem Scheitern der Waffenruhe und gegenseitigen Militärschlägen ist der Transit durch die strategische Meerenge drastisch zurückgegangen, während Washington und Teheran um die Kontrolle ringen.
Der maritime Handelsverkehr durch die Straße von Hormus ist nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran in dieser Woche auf ein Minimum gesunken. Nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten wie Kpler und MarineTraffic passierten zuletzt nur noch etwa 25 Schiffe täglich die Meerenge, verglichen mit rund 110 bis 130 vor der Eskalation. Zeitweise wurden am Donnerstag lediglich zwei Schiffe in der Durchfahrt beobachtet. Zahlreiche Einheiten schalteten ihre automatischen Identifikationssysteme ab, um nicht geortet zu werden, was die tatsächliche Verkehrsdichte zusätzlich verschleiert. Die jüngste Entwicklung folgt auf iranische Angriffe auf Handelsschiffe und massive US-Luftschläge gegen 90 militärische Ziele entlang der iranischen Küste, die nach Teheraner Angaben 14 Todesopfer und 78 Verletzte forderten.
Aus Washingtoner Sicht wird die Verantwortung für die Störung der Schifffahrt Teheran zugeschrieben. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) erklärte, Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht, und verwies darauf, dass amerikanische Streitkräfte seit Anfang Mai den Transit von mehr als 800 Handelsschiffen und 380 Millionen Barrel Rohöl ermöglicht hätten. Die Luftangriffe dienten dem Ziel, die Fähigkeit Irans zu Attacken auf zivile Schiffe zu schwächen. Teheran hingegen betont über die Revolutionsgarden, dass ausländische Einmischung die schrittweise Wiedereröffnung der Wasserstraße gefährde und Schiffe nur nach Genehmigung und auf den von Iran festgelegten Routen passieren dürften. Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf warnte, die Straße werde ausschließlich unter iranischer Kontrolle geöffnet.
Für die globale Energieversorgung ist die Straße von Hormus ein neuralgischer Punkt, durch den rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs und ein erheblicher Teil der Flüssigerdgasexporte aus Katar und den Golfstaaten transportiert werden. Reedereien und Versicherer reagieren mit erhöhter Vorsicht: Einige Seeversicherer empfehlen, Reisen zu verschieben oder die Risikodeckung vor der Einfahrt in den Golf neu zu bewerten. Dennoch gelang es in den vergangenen Tagen mindestens fünf leeren LNG-Tankern, darunter die von der griechischen Reederei GasLog kontrollierte „GasLog Shanghai“ sowie vier mit QatarEnergy verbundene Schiffe, in die Straße einzufahren. Zudem verließen 22 mit Japan verbundene Schiffe, darunter sechs große Rohöltanker, den Persischen Golf, sodass sich dort nur noch vier japanisch assoziierte Einheiten befinden.
Die diplomatischen Bemühungen um eine Wiederaufnahme der Gespräche werden nach Angaben aus der Region von Pakistan und Katar vorangetrieben, die bereits die vorläufige Waffenruhe vom 17. Juni vermittelt hatten. Auch Oman, das in früheren Verhandlungsrunden eine Rolle spielte, ist involviert. Die Aussichten auf eine rasche Stabilisierung bleiben ungewiss, nachdem US-Präsident Trump die Feuerpause für beendet erklärt und weitere Verhandlungen infrage gestellt hat. Die iranische Führung wiederum bekräftigte, auf militärischen Druck nicht mit Zugeständnissen zu reagieren. Die Entwicklung der Schiffspassagen in der Meerenge gilt als Gradmesser für die Sicherheitslage und die Wahrscheinlichkeit weiterer Störungen der internationalen Energiemärkte.
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Russland stellt den Konflikt als beherrschbar dar und betont, dass der Transit fortgesetzt wird und die USA die Kontrolle behalten.
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