
Irans neue Führung bleibt unsichtbar: Mojtaba Khamenei fehlt bei Beisetzung des Vaters
Während Millionen dem getöteten Obersten Führer das letzte Geleit gaben, blieb sein zum Nachfolger ernannter Sohn verborgen – offizielle Stellen verweisen auf schwere Verletzungen und Sicherheitsrisiken.
Die sterblichen Überreste des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei wurden in der Nacht zum Freitag im Imam-Reza-Schrein in Maschhad beigesetzt. An den sechstägigen Trauerzeremonien in Teheran, Ghom, Nadschaf, Kerbela und Maschhad nahmen nach offiziellen Angaben bis zu 43 Millionen Menschen teil. Sein Sohn und designierter Nachfolger, Mojtaba Khamenei, blieb den Feierlichkeiten jedoch fern – ein Umstand, der die seit Monaten anhaltenden Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und seine tatsächliche Machtausübung weiter anfacht.
Iranischen Quellen zufolge, die der Nachrichtenagentur Reuters übermittelt wurden, erlitt Mojtaba Khamenei bei demselben Angriff am 28. Februar, bei dem sein Vater, seine Mutter und seine Ehefrau getötet wurden, schwere Verletzungen. Demnach leide er an Gesichtsentstellungen und Gliedmaßenschäden und sei noch nicht in der Lage, öffentlich aufzutreten. Die Sicherheitsbehörden schränkten seine Sichtbarkeit zudem aus Furcht vor neuen amerikanischen oder israelischen Angriffen ein. Aus Washingtoner Sicht stuften Geheimdienste den neuen Führer im Mai als zentralen Akteur in der Kriegsstrategie ein, während Präsident Trump ihn als „vernünftiger“ als seinen Vater bezeichnete und zugleich einräumte, er sei „schwer verletzt“. Israelische Regierungsvertreter hatten zuvor öffentlich mit seiner gezielten Tötung gedroht.
Die Abwesenheit bei der Beisetzung des Vaters – dem symbolträchtigsten Akt der Machtübergabe – nährt in Teheran und in westlichen Hauptstädten Zweifel an der Handlungsfähigkeit der neuen Führung. Zwar werden in seinem Namen schriftliche Erklärungen veröffentlicht, doch fehlen jegliche Bild- oder Tondokumente. In sozialen Medien kursierten während der Trauerfeiern KI-generierte Videos und unscharfe Aufnahmen, die ihn angeblich zeigen sollten; ein iranischer Geistlicher erklärte später, selbst auf einem der Videos zu sehen zu sein. Offizielle iranische Darstellungen bemühen sich, das Bild eines genesenden und die Geschicke lenkenden Oberhaupts zu zeichnen, doch die anhaltende Unsichtbarkeit untergräbt diese Narrative.
Die Nachfolgeregelung war binnen einer Woche nach dem Tod Ali Khameneis von einem Klerikergremium vollzogen worden, während das Land sich im Krieg mit den USA und Israel befand. Die im vergangenen Monat vereinbarte Waffenruhe hat die unmittelbare militärische Konfrontation beendet, doch die Sicherheitslage bleibt prekär. Für die Stabilität des Regimes ist die sichtbare Präsenz des Obersten Führers von zentraler Bedeutung. Solange Mojtaba Khamenei nicht öffentlich auftritt, bleibt ungewiss, ob er die Amtsgeschäfte tatsächlich führt oder ob andere Kräfte im Hintergrund die Kontrolle übernommen haben. Die nächsten Schritte sind offen; eine offizielle Ankündigung eines öffentlichen Auftritts steht aus.
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Die islamische Welt und die Volksmassen trauern um den Verlust des Imam Shahid und bekräftigen ihre Loyalität gegenüber dem Obersten Führer.
Durch die Verwendung religiöser Titel wie 'Imam Shahid' und die Nennung enormer Teilnehmerzahlen sakralisiert die Erzählung das Regime und stellt die Abwesenheit des Nachfolgers als irrelevant für den Volksauftrag dar.
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