
EU und Vereinigtes Königreich besiegeln Ende des Grenzzauns von Gibraltar
Mit der Unterzeichnung des lange verhandelten Abkommens in Brüssel fällt in der Nacht zum Mittwoch die letzte physische Barriere zwischen dem britischen Überseegebiet und Spanien.
In Brüssel haben die Europäische Union und das Vereinigte Königreich am Dienstag ein Abkommen unterzeichnet, das die sofortige Beseitigung des Grenzzauns zwischen Gibraltar und Spanien vorsieht. Wie die Europäische Kommission mitteilte, tritt der Vertrag in der Nacht zum Mittwoch vorläufig in Kraft; damit entfällt die letzte feste Landbarriere auf dem europäischen Kontinent. Für die rund 15.000 Grenzgänger, die täglich aus Spanien zu ihrem Arbeitsplatz auf dem britischen Überseegebiet pendeln und nahezu die Hälfte der dortigen Arbeitskräfte stellen, bedeutet dies das Ende von Personenkontrollen und Warteschlangen an der sogenannten Verja.
Aus Sicht der spanischen Regierung schließt das Abkommen ein jahrzehntelanges Kapitel der Spannungen ab. Außenminister José Manuel Albares sprach von einer „neuen Ära der Chancen“ und betonte, dass nach drei Jahrhunderten der Konfrontation nun Kooperation trete. Ministerpräsident Pedro Sánchez, der am Mittwoch die Grenzregion besuchen will, hatte bereits im Mai erklärt, es werde „die letzte Mauer innerhalb der Europäischen Union“ niedergerissen. Die Regierung in Madrid verzichtete in den Verhandlungen bewusst darauf, die Souveränitätsfrage aufzuwerfen, um eine pragmatische Lösung für den Alltag der Bevölkerung im Campo de Gibraltar zu erreichen.
Für Gibraltar, dessen Einwohner sich 2016 mit 96,7 Prozent für einen Verbleib in der EU ausgesprochen hatten, bringt der Vertrag eine erleichterte Anbindung an den Schengen-Raum. Nach Angaben der Europäischen Kommission werden künftig spanische Beamte die Schengen-Kontrollen am Flughafen und Hafen des Territoriums übernehmen, während an der Landgrenze die Personenkontrollen vollständig entfallen. Gleichzeitig führt Gibraltar eine Transaktionssteuer von bis zu 17 Prozent ein, die als Ausgleich für das fehlende Mehrwertsteuersystem dient. Der gibraltarische Chefminister Fabian Picardo würdigte das Abkommen als Beseitigung „physischer Barrieren einer vergangenen Epoche der Reibung“, das dem Territorium zugleich die „Schlüssel zur eigenen Haustür“ belasse.
Historisch war die Grenze seit der Abtretung Gibraltars an Großbritannien im Frieden von Utrecht 1713 immer wieder Schauplatz von Konflikten. Das Franco-Regime schloss sie 1969 vollständig, nachdem sich die Bevölkerung in einem Referendum für den Verbleib unter britischer Souveränität ausgesprochen hatte; erst 1985 wurde sie wieder geöffnet. Der nun unterzeichnete Vertrag, der mehr als 330 Artikel und zahlreiche Anhänge umfasst, soll nach seiner vorläufigen Anwendung noch vom Europäischen Parlament und vom britischen Unterhaus ratifiziert werden. Die Abstimmung im Europaparlament wird für Ende des Jahres erwartet. Ein von London und Gibraltar parallel geschlossenes Konkordat sichert der Regierung in Gibraltar zudem ein Vetorecht gegen eine einseitige Aufkündigung des Abkommens durch künftige britische Regierungen.
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Das Abkommen ist eine technische Lösung, die den Grenzverkehr normalisiert, ohne Drama oder Triumphalismus.
Das Ereignis wird als unvermeidlicher diplomatischer Vorgang dargestellt, der sein politisches Gewicht minimiert.
Der historische Kontext von drei Jahrhunderten Streit und die Kritik am Brexit werden nicht erwähnt.
Der Vertrag reißt die letzte Mauer Europas nieder und versetzt dem Brexit einen endgültigen Schlag, was die Überlegenheit der europäischen Integration demonstriert.
Die Metapher der 'Mauer' und die historische Erzählung werden verwendet, um das Abkommen als unvermeidlichen Sieg der Zusammenarbeit über die Isolation darzustellen.
Mögliche technische Komplikationen des neuen Schengen-Einreisesystems und Bedenken britischer Einwohner werden nicht erwähnt.
Das Ende der Grenze ist eine große Veränderung, aber das neue EU-Einreisesystem am Flughafen ist eine problematische Ergänzung, die zu Verzögerungen führen könnte.
Die Erzählung balanciert positive Veränderung mit Skepsis gegenüber der EU-Bürokratie aus, indem sie lokale Anekdoten verwendet, um die Geschichte zu verankern.
Der feierliche historische Rahmen und die Kritik am Brexit werden weggelassen, stattdessen konzentriert man sich auf praktische Unannehmlichkeiten.
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