
Internationale Kondolenzbesuche in Katar nach Tod des früheren Emirs
Delegationen aus der arabischen Welt und dem Iran würdigen in Doha das politische Erbe von Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani.
Nach dem Tod des früheren katarischen Emirs Scheich Hamad bin Chalifa Al Thani am Sonntag haben hochrangige Vertreter mehrerer Staaten in Doha ihr Beileid bekundet. Der amtierende Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani empfing im Lusail-Palast unter anderem den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun, den stellvertretenden Ministerpräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Saif bin Zayed Al Nahyan, sowie eine algerische Delegation unter Leitung des Präsidenten des Nationalen Rates, Azzouz Naceri. Die Kondolenzbesuche sind Teil einer dreitägigen Trauerzeremonie, die noch bis Mittwoch andauert und zu der auch der kuwaitische Kronprinz, der bahrainische Kronprinz, der ruandische Präsident Paul Kagame und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif erwartet wurden.
Aus libanesischer Sicht wurde die Verbundenheit mit dem Verstorbenen besonders hervorgehoben. Präsident Aoun würdigte nach Angaben des libanesischen Staatsfernsehens die Unterstützung Katars für sein Land. Der libanesische Verteidigungsminister Michel Mansi trug sich im Beisein des katarischen Botschafters in Beirut in das Kondolenzbuch ein und verwies auf die „weißen Hände“ des früheren Emirs nach dem Krieg von 2006 sowie auf dessen Vermittlung beim Doha-Abkommen von 2008. Eine Delegation der schiitischen Amal-Bewegung unter Leitung des Parlamentsabgeordneten Ghazi Zaiter übermittelte im Namen von Parlamentspräsident Nabih Berri Beileidsbekundungen und betonte, der Verstorbene habe dem Libanon und insbesondere dem „widerständigen Süden“ in schwierigsten Zeiten beigestanden.
Die algerische Führung entsandte auf Anweisung von Präsident Abdelmadjid Tebboune eine ranghohe Abordnung, der neben Naceri auch Innenminister Said Saïoud und der Generalsekretär des Verteidigungsministeriums angehörten. In Algier trug sich Ministerpräsident Seifi Ghrib im Namen Tebboune in das Kondolenzbuch der katarischen Botschaft ein. Laut einer Mitteilung des Ministerpräsidentenamtes würdigte Ghrib die „weise Führung“ des Verstorbenen, die Katar zu einem regionalen und internationalen Akteur gemacht habe, sowie dessen frühes Interesse an der algerischen Revolution. Aus Teheran übermittelte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf über seinen außenpolitischen Berater eine Kondolenzbotschaft an den katarischen Botschafter und würdigte die Verdienste des früheren Emirs um sein Land.
Die breite Anteilnahme spiegelt nach Einschätzung regionaler Beobachter die außenpolitische Stellung wider, die Katar unter Scheich Hamad erlangt hat. Der 1995 durch einen unblutigen Machtwechsel an die Staatsspitze gelangte Emir hatte das Land zu einem bedeutenden Vermittler in regionalen Konflikten und zu einem wichtigen Energieexporteur entwickelt, bevor er 2013 zugunsten seines Sohnes abdankte. Die offizielle Staatstrauer in Katar dauert vier Tage, die Flaggen wehen auf halbmast. Die Kondolenzempfänge im Lusail-Palast werden noch bis zum Abend des 15. Juli fortgesetzt.
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Golfpresse | +0.20 | neutral |
| Iranische & verwandte Presse | +0.30 | aligned |
Lebanon and Algeria pay homage to the father emir as a protector and mediator, highlighting his crucial role in times of crisis.
Delegates invoke specific historical events (2006, 2008) to create a personal bond of gratitude, turning a news item into a moral tribute that legitimizes their closeness to Qatar.
The United Arab Emirates sends a high-ranking representative to attest dynastic and institutional solidarity, adding no personal commentary.
The news is reduced to a ceremonial act: the dignitary's presence and the signature in the register suffice to demonstrate the alliance, without need for words or interpretation.
Iran offers official condolences through its parliament, keeping a low profile with no political emphasis.
The message merely acknowledges the deceased's role in Qatar's development, avoiding any mention of bilateral relations or regional conflicts, so as not to create commitments or expectations.
Erweitere deinen Horizont
Ölpreise auf Monatshoch: Eskalation am Hormus treibt Brent über 86 Dollar
8 Sprachen · 28 Quellen
Aus TechnologyDie stille Extraktion: Wie KI die Informationsökonomie umkehrt
4 Sprachen · 7 Quellen
Aus Science & HealthEbola-Ausbruch im Kongo: WHO schätzt wahre Fallzahl auf das Zwei- bis Vierfache
8 Sprachen · 20 Quellen