
Rubio und Lawrow in Manila: Washington reklamiert Schlüsselrolle, Moskau bleibt skeptisch
Am Rande des ASEAN-Gipfels beraten die Chefdiplomaten der USA und Russlands über Wege zur Beendigung des Ukraine-Kriegs, während Moskau die amerikanische Vermittlerrolle in Frage stellt.
In der philippinischen Hauptstadt Manila treffen am 23. Juli der amerikanische Außenminister Marco Rubio und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow zu einem bilateralen Gespräch am Rande des ASEAN-Außenministertreffens zusammen. Beide Seiten bestätigten, dass der Krieg in der Ukraine sowie die Perspektiven für eine Friedenslösung im Zentrum der Unterredung stehen werden. Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten seien gegenwärtig das einzige Land, das eine konstruktive Rolle bei der Beendigung des Konflikts spielen könne. Lawrow kündigte an, er werde bei Rubio nachfragen, wie die jüngsten Äußerungen von Präsident Donald Trump über ein nahes Kriegsende zu bewerten seien, und verwies auf die in Moskau geltende Annahme, Washington habe sich von seinen beim Gipfel in Anchorage unterbreiteten Vorschlägen noch nicht distanziert.
Aus Washingtoner Sicht wird die eigene Vermittlerfähigkeit mit der einzigartigen Stellung der USA als Großmacht begründet. Rubio betonte, der Krieg habe die Fähigkeit beider Staaten, in anderen Fragen Übereinkünfte zu erzielen, erheblich beeinträchtigt. Zugleich hob er die Verantwortung der beiden größten Nuklearmächte hervor: Ein Abbruch des Dialogs wäre fahrlässig und unverantwortlich. In Moskau wird diese Rollenzuschreibung hingegen zurückhaltend aufgenommen. Der stellvertretende Vorsitzende des Duma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten, Alexej Tschepa, widersprach der Darstellung, die USA seien der einzige mögliche Vermittler. Der Konflikt werde auch ohne westliche Beteiligung enden, sofern Washington die militärische und finanzielle Unterstützung für Kiew einstelle. Der Politologe Konstantin Blochin vom Zentrum für Sicherheitsstudien der Russischen Akademie der Wissenschaften äußerte, von dem Treffen seien keine substanziellen Ergebnisse zu erwarten, da die USA kaum bereit seien, Russland bei einer Lösung zu helfen, die sie selbst mitverursacht hätten.
Die Zusammenkunft findet vor dem Hintergrund festgefahrener Verhandlungen statt. Beim Gipfeltreffen zwischen Trump und Präsident Wladimir Putin im August 2025 in Anchorage war nach Darstellung beider Seiten kein Abkommen erzielt, sondern lediglich ein Vorschlag unterbreitet worden. Seit den von Trump Ende Februar angeordneten Militärschlägen gegen den Iran sind die von den USA vermittelten Gespräche über die Ukraine ins Stocken geraten. Gleichzeitig hat Washington nach Angaben aus Moskau eine ukrainische Kampagne weitreichender Gegenschläge auf russische Energieanlagen unterstützt, was in Russland zu Versorgungsengpässen führte. Der Kreml wies Berichte über eine Verhärtung der eigenen Verhandlungsposition als Spekulation zurück, während Trump öffentlich erklärte, ein Friedensabkommen sei näher, als viele annähmen.
Das Treffen in Manila setzt eine Reihe von Kontakten fort, die Rubio und Lawrow bereits 2025 am Rande des ASEAN-Forums in Kuala Lumpur begonnen hatten. Beide Seiten signalisieren Gesprächsbereitschaft, ohne dass eine Annäherung in der Substanz erkennbar wäre. Die amerikanische Regierung sieht sich als unverzichtbaren Akteur, während russische Vertreter die Lösung des Konflikts an die Einstellung westlicher Waffenlieferungen knüpfen. Konkrete Beschlüsse werden aus Manila nicht erwartet; die Gespräche dienen nach übereinstimmender Einschätzung vor allem der Aufrechterhaltung eines direkten Drahts zwischen den Nuklearmächten. Der weitere diplomatische Fahrplan bleibt offen.
| Russische & GUS-Presse | +0.10 | neutral |
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| Kontinentaleuropäische Presse | 0.00 | neutral |
| Südostasiatische Presse | −0.20 | neutral |
Russland präsentiert sich als unverzichtbarer Gesprächspartner für die globale Sicherheit, während die USA ihre Abhängigkeit von Moskau zur Lösung der Ukraine-Krise anerkennen.
Der russische Block wählt und verstärkt Rubios Aussagen, die den USA eine einzigartige Rolle zuschreiben, und lässt westliche Kritik an Russland aus, um eine Erzählung von Gleichberechtigung und Notwendigkeit des Dialogs zu konstruieren.
Der russische Block lässt Moskaus territoriale Forderungen und internationale Kritik an seiner Aggression sowie den Kontext der US-Angriffe auf den Iran aus, die den Dialog erschweren könnten.
Europa verzeichnet das Treffen als diplomatische Tatsache, ohne Partei zu ergreifen, und berichtet über die offiziellen Aussagen beider Seiten.
Der kontinentaleuropäische Block nimmt einen distanzierten Ton an und beschränkt sich auf die Wiedergabe der Aussagen, wobei er Analysen oder Kontextualisierungen vermeidet, die eine kritische Perspektive einführen könnten.
Der kontinentaleuropäische Block lässt den breiteren geopolitischen Kontext (Angriffe auf den Iran, russische harte Forderungen) aus, der das Treffen als weniger vielversprechend erscheinen lassen könnte.
Südostasien rahmt das Treffen mit Skepsis und hebt Moskaus unnachgiebige Positionen und geopolitische Ablenkungen hervor, die die Chancen auf eine Lösung untergraben.
Der südostasiatische Block kontextualisiert das Treffen mit kritischen Elementen (russische territoriale Forderungen, US-Angriffe auf den Iran), um anzudeuten, dass der Dialog fragil ist und möglicherweise keine konkreten Ergebnisse bringt.
Der südostasiatische Block lässt Rubios Aussagen zur Notwendigkeit des Dialogs und Russlands Offenheit aus, die das kritische Bild ausgleichen könnten.
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