
Washington genehmigt 30-jähriges Nuklearabkommen mit Riad ohne volle IAEA-Kontrollen
Die USA erlauben Saudi-Arabien unter bestimmten Bedingungen die Urananreicherung und verzichten auf das „Goldstandard“-Modell, was in der Region und im Kongress Besorgnis auslöst.
Präsident Donald Trump hat ein ziviles Nuklearkooperationsabkommen mit Saudi-Arabien gebilligt, das dem Königreich den Weg zur eigenen Urananreicherung öffnen kann. Das auf dreißig Jahre angelegte Abkommen, über dessen bevorstehende Unterzeichnung das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ unter Berufung auf Regierungsbeamte berichteten, sieht vor, dass US-Unternehmen nach einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie eine Anreicherungsanlage auf saudischem Boden errichten dürfen. Es verzichtet auf das sogenannte Goldstandard-Modell, das dem Partner die Anreicherung und Wiederaufarbeitung untersagt, sowie auf das Zusatzprotokoll der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), das erweiterte Inspektionsrechte gewährt. Das Abkommen soll noch am Mittwoch von Energieminister Chris Wright und seinem saudischen Amtskollegen Prinz Abdulaziz bin Salman unterzeichnet und anschließend dem Kongress zur Prüfung vorgelegt werden.
Aus Washingtoner Sicht sichert die Vereinbarung der US-Industrie eine führende Rolle beim Aufbau der saudischen Nuklearinfrastruktur und verhindert, dass Russland oder China strategischen Einfluss auf das Programm gewinnen. Vertreter der Trump-Administration betonen, die amerikanische Präsenz in dem Projekt werde eine militärische Zweckentfremdung ausschließen und die Einhaltung friedlicher Zwecke garantieren. In Riad wird das Abkommen als notwendiger Schritt zur Diversifizierung der Energieversorgung im Rahmen der „Vision 2030“ dargestellt; Kronprinz Mohammed bin Salman hatte jedoch 2018 erklärt, sein Land werde nach einer eigenen Bombe streben, sollte Iran eine Nuklearwaffe entwickeln. Israelische Regierungskreise und überparteiliche Stimmen im US-Kongress warnen vor einer nuklearen Aufrüstungsspirale in der ohnehin instabilen Region. Außenminister Marco Rubio erklärte in Manila lediglich, die USA würden kein Abkommen schließen, das ein Proliferationsrisiko berge, und verwies für Details an das Weiße Haus.
Die sicherheitspolitischen Implikationen reichen über die Halbinsel hinaus. Das Abkommen entkoppelt die nukleare Zusammenarbeit von der unter Präsident Joe Biden noch zentralen Bedingung einer Normalisierung der saudisch-israelischen Beziehungen. Gleichzeitig fällt es in eine Phase offener Kriegshandlungen zwischen den USA und Iran, die Washington unter anderem mit der Verhinderung einer iranischen Bombe begründet. Beobachter in Teheran und in europäischen Hauptstädten verweisen auf einen doppelten Standard, wenn Washington von Iran strenge Beschränkungen fordere, während es Riad weitreichende Fähigkeiten einräume. Hinzu kommt, dass Saudi-Arabien und das nuklear bewaffnete Pakistan nach einem israelischen Angriff auf Katar einen Verteidigungspakt unterzeichneten; Pakistans Verteidigungsminister erklärte, das eigene Atomprogramm stehe Saudi-Arabien notfalls zur Verfügung.
Das Abkommen wird dem Kongress in den kommenden Tagen zugeleitet, der neunzig Tage Zeit hat, um eine Missbilligungsresolution zu verabschieden. Eine solche wäre jedoch nur mit einer vetofesten Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern wirksam. Parallel dazu beginnt eine zweijährige gemeinsame Studie über die wirtschaftliche und technische Tragfähigkeit einer Anreicherung im Königreich. Sollte Washington nach deren Abschluss gegen eine Anreicherung votieren, wäre Riad für ein Jahrzehnt an einen Alleingang oder eine Kooperation mit anderen Partnern gebunden. Die IAEA, deren Zusatzprotokoll nicht Teil des Abkommens ist, hat sich zu den Berichten bislang nicht öffentlich geäußert.
| Lateinamerikanische Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Indische & südasiatische Presse | −0.70 | critical |
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
| Russische & GUS-Presse | −0.20 | neutral |
Lateinamerika warnt: Der Atomdeal mit Riad ist eine Zeitbombe für die Nichtverbreitung.
Es betont das Fehlen internationaler Kontrollen und verknüpft den Deal mit einem Wettrüstenszenario, indem es die Angst vor einem nuklearen Nahen Osten nutzt.
Die Rolle der US-Unternehmen und die Klausel zur gemeinsamen Überprüfung, die die Anreicherung einschränken könnte, werden ausgelassen.
Indien und Südasien verurteilen: Der US-saudische Atomdeal öffnet die Tür zu einem Wettrüsten im Nahen Osten und Südasien.
Es verknüpft den Deal mit der iranischen Bedrohung und der möglichen pakistanischen Unterstützung und schafft eine Eskalationskette, die den Alarm rechtfertigt.
Die wirtschaftlichen Aspekte und die US-Überwachungsklausel werden ausgelassen.
Der atlantische Westen präsentiert den Deal als wirtschaftliche und strategische Chance, mit Vorsicht bei Risiken.
Es gleicht die wirtschaftlichen Vorteile für US-Unternehmen mit den Proliferationsrisiken aus und behält einen distanzierten Ton bei, der auf offiziellen Quellen basiert.
Alarmistische Details und der regionale Wettrüstungskontext werden ausgelassen.
Russland beobachtet mit Distanz: Der US-saudische Atomdeal schließt Moskau und Peking aus, während er die Proliferationsrisiken erhöht.
Es hebt den Ausschluss von Wettbewerbern und das Fehlen von Sicherheitsvorkehrungen hervor, jedoch ohne direkte Verurteilung, und behält einen Nachrichtenberichtston bei.
Die Vorteile für Saudi-Arabien und die US-Überwachungsrolle werden ausgelassen.
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