
Rosneft-Aktionäre billigen stark gekürzte Dividende – Treibstoffmarkt bleibt angespannt
Die Hauptversammlung in Bolschoi Kamen beschloss eine Gesamtausschüttung von 13,83 Rubel je Aktie für 2025, während CEO Setschin die Priorität der Inlandsversorgung betonte und zur Ruhe am Treibstoffmarkt aufrief.
Die Aktionäre des russischen Ölkonzerns Rosneft haben auf ihrer ersten Präsenzversammlung seit 2019 eine Schlussdividende von 2,27 Rubel je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 gebilligt. Zusammen mit der Zwischendividende von 11,56 Rubel ergibt sich eine Gesamtausschüttung von 13,83 Rubel pro Papier – ein Rückgang um rund 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 51,15 Rubel gezahlt wurden. Als Stichtag für den Dividendenanspruch wurde der 9. Juli 2026 festgelegt.
Der Einbruch der Ausschüttung spiegelt den Gewinnrückgang des Konzerns wider. Der Nettogewinn nach IFRS sank 2025 auf 293 Milliarden Rubel, nach 1,08 Billionen Rubel im Vorjahr. Als Ursachen nennt die Moskauer Unternehmensführung das gesunkene Ölpreisniveau, die Aufwertung des Rubels, Sanktionen sowie die hohe Leitzinsbelastung. Die Steuerzahlungen an den russischen Staat gingen ebenfalls zurück, beliefen sich aber mit 5 Billionen Rubel weiterhin auf einen Betrag, der Rosneft nach eigenen Angaben zum größten Steuerzahler des Landes macht. Im Vorjahr hatte der Beitrag noch bei 6,1 Billionen Rubel gelegen.
Vor den Aktionären – darunter der staatliche Anteilseigner Rosneftegaz mit 40,4 Prozent, BP Russian Investments mit 19,75 Prozent und die katarische QH Oil Investments mit 18,46 Prozent – betonte Konzernchef Igor Setschin die Priorität der Inlandsversorgung mit Kraftstoffen. Rosneft exportiere praktisch kein Benzin oder Diesel; die mehr als 3.000 Tankstellen des Konzerns arbeiteten normal, auch wenn der Verkauf in Kanister nicht erwünscht sei. Setschin räumte zugleich eine „nicht einfache“ Lage am Treibstoffmarkt ein, die er auf hohe saisonale Nachfrage, landwirtschaftliche Arbeiten und ungeplante Raffinerieausfälle – teils infolge von Drohnenangriffen – zurückführte. In anderen Landesteilen hatten zuvor bereits Tatneft und Stationen auf der Krim Mengenbegrenzungen eingeführt. Der britische Anteilseigner BP, der 2022 seinen Rückzug angekündigt hatte, hält unterdessen weiterhin seine Beteiligung; ein Verkauf ist bislang nicht erfolgt.
Die nächste Wegmarke für den russischen Treibstoffmarkt ist das Auslaufen des staatlichen Exportverbots für Benzin am 31. Juli. Die Versorgungslage bleibt von der Betriebsbereitschaft der Raffinerien abhängig, darunter auch die seit April stillstehende Rosneft-Anlage in Tuapse. Der Konzern selbst kündigte an, die Rohölproduktion steigern zu wollen, da die gesamte Fördermenge abgesetzt werde.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Aktionäre von Rosneft genehmigten eine Schlussdividende von 2,27 Rubel je Aktie, womit die jährliche Gesamtausschüttung 13,83 Rubel erreicht. Das Unternehmen betonte seine Rolle als größter Steuerzahler Russlands mit über 5 Billionen Rubel an den Haushalt und hob hervor, dass die Inlandsversorgung Vorrang vor Exporten hat, ohne Einschränkungen an den eigenen Tankstellen. CEO Setschin verwies auf einen achtfachen Anstieg der Privataktionäre auf fast 1,7 Millionen und wertete dies als Vertrauensbeweis in den Unternehmenskurs.
Der CEO von Rosneft räumte ein, dass die Lage auf dem russischen Kraftstoffmarkt 'nicht einfach' ist, und verwies auf hohe saisonale Nachfrage, intensive landwirtschaftliche Arbeiten und ungeplante Raffineriewartungen. Hintergrund sind jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, darunter eine Anlage von Gazprom Neft in Moskau und die Rosneft-eigene Raffinerie Tuapse, die den Betrieb einstellte. Trotzdem betonte Setschin, dass das Netz von über 3.000 Rosneft-Tankstellen ohne Einschränkungen arbeitet.
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