
Rätselhafter Einbruch der Walsichtungen vor Westaustralien – Vogelgrippe als mögliche Ursache
Die Zahl der gesichteten Buckelwale vor der Südwestküste Australiens ist um 60 Prozent eingebrochen. Wissenschaftler vermuten einen Zusammenhang mit der sich ausbreitenden H5-Vogelgrippe.
Vor der Südwestküste Westaustraliens verzeichnen Meeresbiologen einen beispiellosen Rückgang wandernder Buckelwale. Bei der jährlichen Zählung am Cape Naturaliste wurden in diesem Jahr lediglich 22 Tiere gesichtet, verglichen mit 69 und 62 in den beiden Vorjahren. Die von der Forschungsgruppe Geographe Marine Research erhobenen Daten liegen weit außerhalb der üblichen Schwankungsbreite von rund 20 Prozent. Auch Walbeobachtungsunternehmen melden einen Einbruch der Sichtungen um etwa 60 Prozent und sprechen vom schlechtesten Jahr seit 17 Jahren. Die zuständige Naturschutzbehörde DBCA erklärte hingegen, ihr sei kein signifikanter Rückgang bekannt, und verwies auf natürliche Schwankungen des Zugzeitpunkts.
Als mögliche Erklärung rückt die in der Region grassierende H5-Vogelgrippe in den Fokus. In Westaustralien wurden bislang vier Fälle des hochpathogenen Virus bei wilden Zugvögeln bestätigt, ein weiterer in Südaustralien. Zwar gibt es auf dem australischen Festland bislang keine Hinweise auf ein Überspringen auf Meeressäuger, doch auf der subantarktischen Heard-Insel verursachte derselbe Stamm ein Massensterben unter Südlichen See-Elefanten. Australische Forscher fordern nun gezielte Untersuchungen gestrandeter Walkadaver, um eine mögliche Übertragung abzuklären. Parallel dazu breitet sich die Vogelgrippe in Nepal aus: In Kathmandu mussten bereits 600.000 Tiere gekeult werden, der Zoo der Hauptstadt wurde geschlossen. Behörden in Kathmandu machen Krähen für die Verbreitung des Erregers verantwortlich und warnen vor einem wachsenden Pandemierisiko.
Abseits der Vogelgrippe sorgen weitere ungewöhnliche Vorfälle für Aufmerksamkeit. In Ushuaia, der südlichsten Stadt Argentiniens, wiesen Forscher des Malbrán-Instituts erstmals Hantaviren in Nagetieren nach. Fünf von 144 gefangenen Mäusen trugen Antikörper gegen eine bislang unbeschriebene Variante des Andes-Virus. Die Entdeckung steht in keinem Zusammenhang mit dem Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff, der im April von Ushuaia aus startete und drei Todesopfer forderte. Die Gesundheitsbehörden Feuerlands kündigten eine Intensivierung der Umwelt- und Seuchenüberwachung an. Im australischen Bundesstaat Queensland wiederum wurde ein Hund von einem Leistenkrokodil getötet – 660 Kilometer flussaufwärts vom üblichen Verbreitungsgebiet entfernt. Die örtliche Verwaltung führt das rare Vorkommen auf die ungewöhnlich lange Regenzeit zurück, die das Tier aus dem Golf von Carpentaria ins Landesinnere gespült haben könnte.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich der Rückgang der Walzahlen bestätigt und ob pathologische Befunde eine Verbindung zur Vogelgrippe belegen. Die australischen Veterinärbehörden setzen ihre Überwachung fort und rufen die Bevölkerung auf, kranke oder tote Wildtiere zu melden. In Nepal konzentrieren sich die Maßnahmen auf die Eindämmung in den betroffenen Geflügelbetrieben. Für die Hantavirus-Forschung in Patagonien steht die vollständige Genomsequenzierung der neu entdeckten Variante aus.
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In Australien breitet sich die Vogelgrippe H5N1 unter Wildvögeln weiter aus, ein fünfter Fall wurde bestätigt, doch die Behörden sind erleichtert, dass ein Verdachtsfall in Victoria negativ getestet wurde. Die Geflügelindustrie versichert, gut vorbereitet zu sein, während Küstentourismusbetreiber über mangelnde staatliche Informationen klagen. Unterdessen schürt ein rätselhafter Rückgang der Walsichtungen um 60 % die Sorge, dass das Virus Meeressäuger befallen könnte, und ein seltener Krokodilangriff tief im Landesinneren verstärkt das Klima erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wildtieren.
In Ushuaia, Argentinien, haben die Gesundheitsbehörden das Vorkommen von Hantaviren bei einheimischen Nagetieren bestätigt, doch die Genanalyse zeigt, dass der Stamm sich von dem unterscheidet, der die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius infiziert hat. Der Befund schließt eine direkte Verbindung zwischen den beiden Ereignissen aus und liefert neue Daten zur Verbreitung des Virus in der südlichsten Region des Landes.
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