
Gakpo erzielt Führungstreffer gegen Marokko und bricht in Tränen aus
Wenige Tage nach dem Verlust seines ungeborenen Sohnes traf der niederländische Stürmer im WM-Achtelfinale und wurde von seinen Mitspielern getröstet.
In der 72. Minute des WM-Achtelfinals zwischen den Niederlanden und Marokko im Estadio Monterrey brach Cody Gakpo der Bann. Nach einer Hereingabe von Crysencio Summerville schob der Stürmer den Ball aus kurzer Distanz an Torhüter Bono vorbei zur 1:0-Führung. Doch statt eines Jubels sank Gakpo auf die Knie, barg das Gesicht im Trikot und weinte. Sämtliche Feldspieler und die Bank der Niederländer eilten herbei, um ihn zu umarmen. Nachdem er sich erhoben hatte, deutete Gakpo mit dem Finger gen Himmel – eine Geste für seinen verstorbenen Sohn.
Der emotionale Ausbruch hatte seine Ursache in einer privaten Tragödie. Am 27. Juni hatte Gakpos Partnerin Noa van der Bij in sozialen Medien mitgeteilt, dass das gemeinsame Kind während der Schwangerschaft gestorben sei. „Mit gebrochenen Herzen teilen wir die niederschmetternde Nachricht, dass unser Junge während der Schwangerschaft verstorben ist. Elijah Raphael Gakpo. Für immer geliebt. Für immer unser Sohn“, schrieb sie. Gakpo selbst bat um Respekt für die Privatsphäre der Familie. Die Königlich Niederländische Fußballverband (KNVB) erklärte, der Spieler habe nach einem Gespräch mit seiner Partnerin entschieden, im Kreise der Mannschaft zu bleiben und für das Achtelfinale zur Verfügung zu stehen.
Die Partie blieb bis zu Gakpos Treffer torlos, ehe Marokko in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit durch einen Kopfball von Issa Diop ausglich. Damit endete die reguläre Spielzeit 1:1. Gakpo, der bereits in der Gruppenphase beim 5:1 gegen Schweden doppelt getroffen hatte, erzielte sein drittes Turniertor und sein sechstes in der WM-Geschichte. Nur Johnny Rep liegt mit sieben Treffern in der niederländischen WM-Rangliste vor ihm.
Der Sieger der Begegnung trifft im Achtelfinale auf Kanada. Für Gakpo und sein Team bleibt das Turnier damit eine sportliche wie menschliche Herausforderung, bei der die Unterstützung durch Mannschaft und Verband nach Aussage von Kapitän Virgil van Dijk und Bondscoach Ronald Koeman oberste Priorität hat.
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Cody Gakpo verwandelt Trauer in ein Tor, das die Welt bewegt: seine innere Stärke triumphiert über die Tragödie.
Die Erzählung betont den individuellen Helden, der das Leid überwindet, und macht die sportliche Leistung zu einer Metapher für menschliche Widerstandsfähigkeit.
Gakpos Tor ist eine statistische Tatsache: zwei Tage nach einem persönlichen Verlust erzielte der niederländische Stürmer ein Tor.
Die emotionale Komponente wird auf eine Randnotiz reduziert, das Ereignis als normales Sportereignis behandelt und die Tragödie dadurch normalisiert.
Gakpos Tor kommt in einem System, das keinen Raum für Trauer lässt: Der Athlet ist gezwungen, sofort zu liefern.
Der Fokus verlagert sich vom individuellen Ereignis auf die Struktur des Profisports, was darauf hindeutet, dass die Leistung durch die Marktlogik erzwungen wird.
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