
Petrobras und Pemex vereinbaren strategische Partnerschaft für Exploration im Golf von Mexiko
Die staatlichen Ölkonzerne Brasiliens und Mexikos unterzeichneten ein nicht bindendes Memorandum, das gemeinsame Projekte in Tiefseegebieten, bei der Feldsanierung und in der industriellen Verarbeitung vorsieht.
Am 23. Juni 2025 haben die brasilianische Petrobras und die mexikanische Pemex in Rio de Janeiro ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Das Abkommen sieht eine strategische und technische Zusammenarbeit bei der Erkundung und Förderung von Kohlenwasserstoffen, der Revitalisierung reifer Felder sowie bei industriellen Prozessen wie Raffination, Petrochemie und Düngemittelproduktion vor. Es gilt zunächst für zwei Jahre, ist verlängerbar, begründet jedoch keine Investitionsverpflichtungen und keine gemeinsame Gesellschaft. Im Zentrum steht die Evaluierung von Projekten im mexikanischen Teil des Golfs von Mexiko, insbesondere in ultra-tiefen Gewässern, die nach Darstellung beider Unternehmen weitgehend unerschlossen sind.
Aus brasilianischer Sicht betonte Petrobras-Präsidentin Magda Chambriard, dass die Zukunft eines Ölkonzerns untrennbar mit der Exploration verbunden sei. Die Initiative gehe auf ein Gespräch mit Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zurück, der anschließend die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kontaktierte. Chambriard verwies auf die technologische Führungsrolle von Petrobras bei der Erschließung von Vorsalzformationen in extremen Wassertiefen und bezeichnete den mexikanischen Golf als „praktisch unberührt“. Die mexikanische Seite, vertreten durch Pemex-Generaldirektor Juan Carlos Carpio Fragoso, hob die Chance auf neue Entdeckungen und Produktionssteigerungen in reifen Feldern sowie auf die mögliche Erschließung eines präsalinen Ölvorkommens hervor. Pemex, mit einer Verschuldung von rund 80 Milliarden US-Dollar und rückläufiger Förderung belastet, erhofft sich von der Kooperation Zugang zu Tiefseetechnologie und eine Stabilisierung der eigenen Produktionsbasis.
Für die lateinamerikanische Energielandschaft markiert das MoU eine Annäherung der beiden größten staatlichen Ölgesellschaften der Region. Petrobras verfolgt damit ihre Strategie, internationale Reserven außerhalb Brasiliens zu sichern – nach Engagements in Afrika und der Karibik. Aus Sicht europäischer Importeure könnte eine erfolgreiche Erschließung des mexikanischen Tiefseeschelfs mittelfristig das nicht-OPEC-gebundene Rohölangebot diversifizieren, was für die Versorgungssicherheit Deutschlands und der Schweiz von Belang ist. Die industrielle Komponente des Abkommens berührt zudem petrochemische Lieferketten: Das brasilianisch-mexikanische Joint Venture Braskem Idesa, das unter unzureichender Rohstoffversorgung durch Pemex leidet, könnte indirekt von verbesserten Beziehungen profitieren, auch wenn es offiziell nicht Teil des MoU ist.
Das Abkommen ist ein erster Rahmen; konkrete Projekte erfordern weitere Machbarkeitsstudien und die Zustimmung der jeweiligen Kontrollgremien. In den kommenden Wochen sollen gemeinsame Arbeitsgruppen gebildet werden, um Geschäftschancen zu identifizieren. Die politische Rückendeckung durch die Präsidenten beider Länder verleiht dem Prozess Gewicht, doch die wirtschaftliche Tragfähigkeit unter den gegenwärtigen Ölpreisbedingungen und die regulatorischen Hürden in Mexiko bleiben zu prüfen. Das Dossier befindet sich in einem frühen Stadium; mit belastbaren Investitionsentscheidungen wird frühestens nach Abschluss der Evaluierungsphase gerechnet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Pemex und Petrobras unterzeichnen ein Kooperationsabkommen, das neue Geschäftsmöglichkeiten im Öl- und Gassektor eröffnet, während die politische Landschaft Mexikos Anzeichen von Fragmentierung zeigt.
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