
Papst Leo XIV. sendet 100.000 Euro Soforthilfe nach Erdbeben in Venezuela
Nach den schwersten Beben seit über 120 Jahren mit mindestens 164 Toten leistet der Vatikan erste Nothilfe; internationale Gemeinschaft bietet Unterstützung an.
In der Nacht zum 25. Juni 2026 haben zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 Venezuela erschüttert. Die Epizentren lagen nach Angaben des USGS nahe den Städten Morón und San Felipe im Bundesstaat Carabobo, etwa 300 Kilometer östlich der Hauptstadt Caracas. Die Beben ereigneten sich innerhalb einer Minute und waren aufgrund der geringen Tiefe von rund 13 Kilometern besonders zerstörerisch. Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez bezifferte die Zahl der Todesopfer zunächst auf 164, 971 Menschen seien verletzt worden. Andere Medienberichte, insbesondere aus Brasilien, nennen hingegen 188 Tote und mehr als 1.500 Verletzte. Der Geologische Dienst der USA (USGS) veröffentlichte eine vorläufige Modellrechnung, die ein mögliches Opferspektrum von 10.000 bis 100.000 Toten und erhebliche wirtschaftliche Schäden prognostiziert. Die Behörden riefen den Notstand aus, besonders betroffen ist der Küstenstaat La Guaira, wo ein achtstöckiges Hotel einstürzte und die Strom- und Gasversorgung unterbrochen ist.
Papst Leo XIV. hat umgehend 100.000 Euro Soforthilfe über die Apostolische Almosenverwaltung an die katholische Kirche in Venezuela überwiesen. Das Geld soll nach Angaben von Vatican News in Absprache mit dem Apostolischen Nuntius und dem Erzbischof von Caracas für die dringendsten Bedürfnisse der Bevölkerung eingesetzt werden. Auch die päpstliche Stiftung Caritas Internationalis stellte weitere 100.000 Euro bereit und koordiniert die Hilfe mit Caritas Venezuela und rund 30.000 Freiwilligen. Der Erzbischof von Caracas, Raúl Biord Castillo, berichtete nach einer Inspektion von schweren strukturellen Schäden an der Kathedrale und einem Dutzend weiterer Kirchen; viele Pfarreien hätten ihre Türen für obdachlos gewordene Familien geöffnet. Der Bischof von La Guaira, Pablo Modesto González Pérez, schilderte, die Region sei ohne Strom, und im Priesterseminar seien zahlreiche Mauern eingestürzt.
Internationale Hilfsangebote erreichten Caracas aus zahlreichen Hauptstädten. Die Vereinigten Staaten, Frankreich und Spanien boten Such- und Rettungsteams an, Deutschland stellte nach Regierungsangaben sechs Militärflugzeuge für Hilfseinsätze in Aussicht. Brasilien erklärte über Gesundheitsminister Alexandre Padilha, man stehe mit den venezolanischen Behörden in Kontakt und halte medizinisches Personal und Material bereit, ein offizielles Hilfeersuchen liege jedoch noch nicht vor. Aus dem Kreml hieß es, Russland habe bislang kein Gesuch aus Venezuela erhalten, werde ein solches aber umgehend prüfen. Präsident Wladimir Putin kondolierte der Übergangspräsidentin.
Die Beben sind die stärksten in Venezuela seit mehr als 120 Jahren; das letzte vergleichbare Ereignis wurde 1900 registriert. Dass die Erdstöße auf einen Feiertag fielen, hat nach Einschätzung des Erzbischofs von Caracas eine noch höhere Opferzahl verhindert, da Schulen und Büros geschlossen waren. Venezuela befindet sich seit Jahren in einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Krise; laut einem Bericht der „Financial Times“ bereitet die Regierung eine Umschuldung von rund 240 Milliarden Dollar vor. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauern an, die offizielle Opferbilanz ist vorläufig.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Vatikan hat erste 100.000 Euro Soforthilfe für das von zwei schweren Erdbeben betroffene Venezuela bereitgestellt. Die über die Apostolische Almosenverwaltung gesendeten Mittel werden von der Ortskirche in Abstimmung mit der Nuntiatur verwaltet. Die Meldung wird als sachlicher humanitärer Vorgang ohne weitere politische Einordnung wiedergegeben.
Angesichts einer Tragödie mit Hunderten Toten und Tausenden Vertriebenen hat der Papst eine erste Soforthilfe von 100.000 Euro gesandt und damit seine unmittelbare Nähe zum venezolanischen Volk gezeigt. Die Kirche fungiert als Brücke der Solidarität in einem Land, das bereits von einer tiefen sozioökonomischen Krise gezeichnet ist, während die Opferzahl noch ungewiss ist. Der Fokus liegt auf dem Leid der Bevölkerung und der rechtzeitigen Reaktion des Pontifex.
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