
Tod eines palästinensischen Torhüters im Gazastreifen verschärft sportpolitischen Druck
Der gewaltsame Tod des Fußballers Saleem Al-Ashqar durch israelischen Beschuss erhöht die Zahl getöteter Sportler auf über tausend und rückt eine FIFA-Beschwerde in den Fokus.
Der palästinensische Fußballtorwart Saleem Al-Ashqar ist am Montag im südlichen Gazastreifen durch Schüsse der israelischen Armee getötet worden. Nach übereinstimmenden Berichten der Palästinensischen Fußballföderation (PFA) und lokaler Quellen wurde der 32-Jährige in der Ortschaft Al-Qarara nordöstlich von Khan Younis getroffen, als er mit dem Fahrrad unterwegs war, um einen Gaszylinder für seine Familie zu besorgen. Eine Stellungnahme der israelischen Streitkräfte zu dem Vorfall lag zunächst nicht vor. Al-Ashqar, der zuletzt für den Klub Khadamat Khan Younis spielte, hinterlässt seine schwangere Ehefrau – das Paar hatte erst vor fünf Monaten geheiratet und erwartete das erste Kind.
Die PFA ordnete den Tod in eine Serie von Verlusten ein, die sie als Folge eines „Vernichtungskrieges“ bezeichnet. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen im Oktober 2023 seien demnach 1.009 Sportler, Trainer und Funktionäre ums Leben gekommen, darunter 567 Angehörige der Fußballgemeinschaft. Auch mehr als 250 Sportstätten seien zerstört worden. Der chilenische Erstligist Club Deportivo Palestino, 1920 von palästinensischen Einwanderern gegründet, bekundete in einer Erklärung seine „tiefe Trauer“ und forderte „Gerechtigkeit und Frieden für unser ganzes Volk“. Aus europäischen Hauptstädten gab es zunächst keine unmittelbaren Reaktionen auf den Einzelfall.
Der Tod Al-Ashqars fällt in eine Phase, in der die PFA den sportpolitischen Druck auf Israel erhöht. Sie hat bei der FIFA eine formelle Beschwerde gegen den israelischen Fußballverband eingereicht. Darin wird beanstandet, dass israelische Klubs in Siedlungen auf besetztem palästinensischem Gebiet angesiedelt seien und dass Verbandsfunktionäre Verbindungen zu den Kriegshandlungen aufwiesen. Die Beschwerde ist Teil einer länger währenden Auseinandersetzung um die Vereinbarkeit der israelischen Fußballstrukturen mit den FIFA-Statuten, die Diskriminierung und politische Einflussnahme verbieten.
Aus Sicht der PFA untermauert die steigende Zahl getöteter Sportler die Dringlichkeit eines Eingreifens des Weltverbands. Die FIFA hat sich zu der Beschwerde bislang nicht abschließend geäußert; Beobachter in Ramallah und in europäischen Sportgremien rechnen damit, dass der Fall auf der nächsten Sitzung des zuständigen FIFA-Ratsausschusses behandelt wird. Ein konkreter Termin für eine Entscheidung steht noch aus. Der Vorfall um Al-Ashqar dürfte die Debatte über die Verantwortung internationaler Sportorganisationen in bewaffneten Konflikten weiter anheizen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Während die Welt auf die Klub-WM schaut, wurde ein palästinensischer Torwart in Gaza durch israelischen Beschuss getötet, als er Wasser für seine schwangere Frau holen wollte. Der palästinensische Verband beklagt, dass mit seinem Tod die Zahl der seit Konfliktbeginn getöteten Sportler die Tausend überschreitet.
Ein palästinensischer Torwart wurde von israelischen Besatzungstruppen in Gaza erschossen, nur wenige Monate nach seiner Hochzeit und während er auf die Geburt seines ersten Kindes wartete. Der palästinensische Fußballverband bezeichnete ihn als Märtyrer und sprach von einem Völkermord, dem bereits über tausend Sportler zum Opfer gefallen sind.
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