
Cobolli und Paolini stürmen ins Viertelfinal, Fery setzt Sensationslauf fort
Flavio Cobolli und Jasmine Paolini erreichen die Runde der letzten Acht, während der britische Wildcard-Spieler Arthur Fery Grigor Dimitrov in fünf Sätzen bezwingt.
Mit einem präzisen Aufschlag durch die T-Linie beendete Flavio Cobolli seinen Achtelfinal gegen Alex de Minaur und riss die Arme hoch – ehe er auf dem Rasen des Court No. 1 die Jubelpose von Cristiano Ronaldo nachahmte. Der 24-jährige Römer, vor einem Monat noch Finalist der French Open, setzte sich gegen den Weltranglistensechsten aus Australien mit 7:5, 7:6 (4) und 6:3 durch und steht zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinal von Wimbledon. Cobolli, der im zweiten Satz einen 2:5-Rückstand aufholte und im Tiebreak dominierte, zeigte in den entscheidenden Momenten die grössere Risikobereitschaft. Aus australischer Sicht war es ein bitterer Nachmittag: De Minaur haderte mit seiner Passivität und sprach von einer «herzzerreissenden» Niederlage, weil er sich in den grossen Punkten nicht getraut habe, den Platz zu betreten, um zu gewinnen.
Auf dem Centre Court behauptete sich Jasmine Paolini gegen die philippinische Überraschung Alexandra Eala mit 6:4, 4:6, 6:3. Die 30-jährige Italienerin, die 2024 im Final von Wimbledon stand, zeigte sich nach einem schwierigen Saisonstart mit Fussverletzung wieder in aufsteigender Form. Eala, die zuvor Titelverteidigerin Iga Świątek ausgeschaltet hatte und als erste Spielerin der Philippinen überhaupt in die vierte Runde eines Grand-Slam-Turniers vorgestossen war, wehrte sich nach Kräften, musste aber im Entscheidungssatz einem frühen Break hinterherlaufen. Paolini, sichtlich bewegt von der Anwesenheit ihres Idols Roger Federer in der Royal Box, erklärte nach dem Match: «Ich musste mich zwingen, nicht daran zu denken, dass er zuschaut.» Aus philippinischer Perspektive überwog trotz des Ausscheidens der Stolz: Eala habe dem Tennis in ihrer Heimat einen historischen Schub verliehen und werde bereits mit Boxlegende Manny Pacquiao verglichen.
Die grösste Überraschung des Tages gelang dem Briten Arthur Fery. Der 23-jährige Wildcard-Spieler, nur fünf Minuten vom All England Club aufgewachsen und die Nummer 114 der Welt, bezwang den Bulgaren Grigor Dimitrov in einem Fünfsatzkrimi mit 7:5, 3:6, 4:6, 6:4, 7:6 (10:7). Fery, der bereits in der Runde zuvor einen 0:2-Satzrückstand gedreht hatte, lag auch gegen Dimitrov im vierten Satz mit Break zurück, ehe er das Match im Tiebreak des fünften Satzes für sich entschied. Britische Beobachter feierten den ersten britischen Wildcard-Viertelfinalisten seit Nick Kyrgios 2014. Fery trifft nun auf Cobolli – eine Neuauflage des Duells von den Australian Open, als der Brite den damals angeschlagenen Italiener in drei Sätzen bezwang.
In den weiteren Partien setzte sich die Ukrainerin Marta Kostyuk mit 6:4, 6:4 gegen die amerikanische Qualifikantin Ashlyn Krueger durch und trifft nun auf Paolini. Die Belgierin Elise Mertens erreichte mit einem 6:4, 6:4 über Marie Bouzkova erstmals das Viertelfinal von Wimbledon, ihre Gegnerin ist die Tschechin Linda Noskova, die Madison Keys 6:4, 7:6 (7:2) bezwang. Das letzte Achtelfinal des Tages zwischen Alexander Zverev und Jiri Lehecka wurde beim Stand von 6:5, 7:5, 3:3 wegen der Sperrstunde unterbrochen und am Dienstag fortgesetzt.
Damit stehen drei italienische Profis in den Viertelfinals: Neben Cobolli und Paolini auch Titelverteidiger Jannik Sinner, der am Dienstag auf Jan-Lennard Struff trifft. Aus deutscher Perspektive ruht die Hoffnung auf Zverev, der sein Match am Morgen fortsetzen muss, um den Sprung unter die letzten Acht zu schaffen. Die Viertelfinalpartien der Damen und Herren verteilen sich auf Dienstag und Mittwoch; Cobolli und Fery eröffnen am Mittwoch den Kampf um einen Halbfinalplatz.
| Kontinentaleuropäische Presse | +0.40 | aligned |
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| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.30 | aligned |
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Italy celebrates its champions at Wimbledon, with Paolini and Cobolli ready to write a new page of history.
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