
Ölpreise steigen nach US-Angriffen auf Iran sprunghaft – Sorge um Straße von Hormus
Die erneuten Militärschläge der USA gegen Iran und das Ende der Waffenruhe trieben die Rohölpreise um mehr als fünf Prozent in die Höhe und ließen die Aktienmärkte einbrechen.
Die Erklärung von US-Präsident Donald Trump, das vorläufige Waffenstillstandsabkommen mit Iran sei „vorbei“, sowie unmittelbar darauf folgende amerikanische Luftangriffe auf rund 90 militärische Ziele entlang der iranischen Küste haben am Mittwoch einen sprunghaften Anstieg der Rohölpreise ausgelöst. Die Sorte Brent stieg um 5,2 Prozent auf 78,02 Dollar je Barrel, nachdem sie im Tagesverlauf kurzzeitig die Marke von 80 Dollar überschritten hatte. West Texas Intermediate legte um 4,4 Prozent auf 73,52 Dollar zu. Am Donnerstag setzte sich der Aufwärtstrend im asiatischen Handel fort, wobei Brent auf 78,88 Dollar kletterte.
Auslöser der Eskalation waren Angriffe auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus, die Washington Teheran zuschreibt. Die USA widerriefen daraufhin die im Rahmen der Waffenruhe gewährte Genehmigung für iranische Ölverkäufe und führten Vergeltungsschläge durch. Iran reklamierte seinerseits Angriffe auf US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait. Analysten von Rystad Energy und Again Capital wiesen darauf hin, dass der Tankerverkehr durch die Meerenge, über die vor dem Konflikt ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen lief, praktisch zum Erliegen gekommen sei. Die Schifffahrtsbehörden stuften die Bedrohungslage für die Passage als „schwerwiegend“ ein.
Die Furcht vor einer neuerlichen Unterbrechung der Energieversorgung aus der Golfregion erfasste auch die Aktien- und Anleihemärkte. Der europäische Stoxx 600 verlor 1,8 Prozent, der Dow Jones gab um 1,1 Prozent nach. Besonders stark waren Bank- und Automobilwerte betroffen. Die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen stiegen auf den höchsten Stand seit Juni 2009, da die Marktteilnehmer eine anhaltendere Inflation und entsprechend restriktivere Geldpolitik einpreisten. Aus Washingtoner Sicht schloss Trump einen umfassenden Krieg aus, drohte jedoch mit weiteren Schlägen und einer möglichen Blockade des iranischen Ölexporthafens Kharg.
Für die weitere Entwicklung richtet sich der Blick auf den 9. Juli, an dem die Trauerperiode nach dem Begräbnis des früheren iranischen Obersten Führers Ali Khamenei endet. Beobachter in der Region sehen darin einen möglichen Wendepunkt, an dem sich zeigen wird, ob beide Seiten noch Interesse an einer diplomatischen Lösung haben. Die DBS Bank erwartet, dass die Risikoprämie in den Ölpreisen noch über Monate bestehen bleibt, während Capital Economics bei einem Fortbestand der Waffenruhe mit einer Stabilisierung der Preise auf aktuellem Niveau bis Ende 2026 rechnet.
| Iranische & verwandte Presse | −0.70 | critical |
|---|---|---|
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.30 | critical |
| Arabische Golfpresse | 0.00 | neutral |
Iran denounces American aggression and emphasizes the ceasefire violation, attributing the oil surge to Washington's threats.
It builds a narrative of innocent victim, emphasizing Trump's statements and US military actions, while downplaying Iran's role in attacks on ships.
Omits the Iranian attacks on commercial vessels that triggered the US response, and the reimposed sanctions.
The West warns against global instability and inflation, highlighting market uncertainty and the fragility of the ceasefire.
It adopts an economic news tone with emphasis on systemic consequences, presenting the escalation as a threat to all markets.
Does not delve into Iranian motivations or Tehran's claims, focusing solely on economic impact.
Gulf markets react cautiously to the escalation, monitoring oil prices and shipping routes, prioritizing supply stability.
It prioritizes market data and technical analysis, avoiding political judgments and maintaining a focus on practical energy implications.
Does not discuss political responsibilities for the ceasefire breakdown, nor Iranian or American positions, limiting to price effects.
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